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Karlsruhe Abschied von der "Holzklasse" in Rintheim: "Wir sind traurig"

So überfüllt war der Bahnsteig der Endhaltestelle der Linie 5 in Rintheim wohl noch nie wie am Sonntagabend. Am 2. März wurde dort von der "Holzklasse" Abschied genommen. Neben zahlreichen Bürgern versammelten sich auch Helmut Rempp, Rintheimer Bürgervereinsvorsitzender, und Christian Höglmeier, technischer Geschäftsführer der VBK.

"So ein Tag so schön wie heute", stimmt der Rintheimer Bürgervereinsvorsitzende Helmut Rempp an und die anwesenden Rintheimer stimmen mit ein: "…und wer weiß, wann wir uns wiedersehn." Nie, muss die Antwort im Falle der "Holzklassewagen" der Linie 5 lauten, deren Abschied Rempp und zahlreiche Rintheimer am Sonntagabend feierten.

Abschied von der ältesten Straßenbahn Deutschlands

"Wir sind traurig, die Rintheimer sind traurig und es ist uns ein tiefes Bedürfnis, diesen Abschied zu feiern", meint Helmut Rempp bei seiner Ansprache aus der hintersten Tür eines Holzklassewagens der Linie 5 und erhebt sein "mit Tränen gefülltes Sektglas", um mit den Rintheimern auf die "älteste Straßenbahn Deutschlands" anzustoßen. Diese wurde kurz darauf untermalt mit Musik des ersten Rintheimer Fanfarenzugs und dem Klirren von Sektgläsern zur letzten Fahrt durch das Karlsruher Verkehrsnetz entsandt.

55 Jahre und über 30 Millionen Kilometer

"55 Jahre, fünf mal elf, passend zu Fasching, so viele Jahre verkehrten die Holzklassewagen in Rintheim", berichtet Rempp. Dabei seien "über 30 Millionen Kilometer" zurückgelegt worden. Rempp lädt alle Anwesenden zur Gratis-Abschiedsfahrt ein. Doch es lohnt sich auch ein Blick in die Zukunft: "Meine Frau ist gerne damit gefahren, weil die Holzsitze sauberer waren als die Polstersitze. Aber es ist besser, dass man jetzt bald leichter einsteigen kann", meint Wilhelm Hamel aus Rintheim.

Mit dem Streckenabschnitt der Linie 5 in Rintheim und in der Oststadt soll nun der letzte Abschnitt des Karlsruher Schienennetzes für Niederflurwägen befahrbar gemacht werden. Dazu muss die Gleismitte von 2,80 auf 3,05 Meter erweitert und die Haltestellen umgebaut werden. Bis zum 15. Dezember soll das Werk vollbracht und damit Barrierefreiheit geschaffen sein. Bis dahin gibt es einen Schienenersatzverkehr.

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  •   dipfele
    (5361 Beiträge)

    04.03.2014 11:05 Uhr
    vom Geld redet...
    .... wieder mal keiner. Die Zeit während des Bypasses wurde von den VBK ungenutzt verstrichen gelassen. Der SEV hat nach Auskunft der Freien Wähler 420.000,-€ gekostet. Jetzt kommen nochmals rund 540.000,- dazu. Das Geld hätte den Steuerzahlern erspart werden können. Die bisherige Begründung, dass die neunen Bahnsteige nicht zu den alten Fahrzeugen passen, zeugt vom Unverstand der Verantwortlichen zu Lasten der Fahrgäste ! Da die Haltestelle "Ostring" ohnehin aufgegeben wird, hätte es nur ein Provisoriums neben dem neuen Bahnsteig an der Forststr. gebraucht.
    Ausserdem beträgt der Unterschied zwischen altem und neuem Wagenkasten 12,5 cm. Das ist ein Spalt der problemlos bis letztes Jahr auf der Linie 8 in Durlach überwunden worden ist, wo schmale und breite Wagen gemeinsam verkehrten. Hier wird wieder einmal bedenkenlos mit Steuergeldern umgegangen. Die nächste Fahrpreiserhöhung kommt bestimmt. Darüber sollte sich auch ein Herr Dr. Rempp vom Bürgerverein mal Gedanken machen.
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  •   mueck
    (10573 Beiträge)

    04.03.2014 12:23 Uhr
    !
    Um die neuen Bahnen fahren lassen zu können, muss man die Gleise auseinander rücken. Dazu müssen die alten Bahnsteigkanten am Ostring und in der Forststr. (wird auch verlegt) FORT, also nix mit provisorisch behalten... Und ich hoffe doch, dass die Endhaltestelle auch einen barrierefreien Bahnsteig bekommt. Die ist höhenmäßig nämlich auch nur ein Provisorium ...

    Auf der Linie 8 fährt KEINE Holzklasse! Da fahren als Altbahnen nur die sog. "Badewannen", das ist eine neuere Serie der Holzklasse, die für die Ittersbacher Strecke beschafft wurde passend zu den dort gebauten, ebenfalls höheren Bahnsteige, die ebenfalls den zum Eisenbahnbetrieb passenden weiteren Abstand zum Gleis haben. Deswegen hat DIESE Serie und nur diese Altbahnserie von ehedem 4 Bahnen ausfahrbare Trittstufen für den Spalt zu höheren Bahnsteigen.
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  •   janh
    (420 Beiträge)

    04.03.2014 14:03 Uhr
    Kleine geschichtliche Korrektur
    Die Badewannen hatten im Auslieferungszustand keine Schiebetritte, ebenso müsste dementsprechend Ittersbach anfangs nur die straßenbahnmäßigen 14-cm-Bahnsteige gehabt haben, die entsprechend näher an die Gleisachse rücken dürfen.
    Der Bahnsteigausbau auf der S1/11 dürfte erst ab Ende der 80er gekommen sein, nach dem man genügend Stadtbahnwagen hatte, um die alten Fahrzeuge in den Stadtverkehr "abzuschieben", und die Trittstufen für die Badewannen sind glaube ich dann um 1991 eingebaut worden.
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  • unbekannt
    (114 Beiträge)

    04.03.2014 10:53 Uhr
    Ich
    werde die alten Bahnen vermissen. Die waren im Winter immerhin schön geheizt. Nicht so wie die anderen. Und die Holzsitze waren unglaublich gemütlich.
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  •   lenkdreiachser
    (401 Beiträge)

    04.03.2014 08:44 Uhr
    Älteste Bahn Deutschlands
    Da haben die Rintheimer aber etwas dick aufgetragen. Neben ein paar Exoten wie Woltersdorf oder Bad Schandau dürften die ältesten Straßenbahnen im Großstadtverkehr die Münchner P-Züge (1967) sein. Dank langjähriger Erfahrung mit der Nichtzulassung von Neufahrzeugen haben die gerade eine neue HU bekommen, die nächsten Jahre sind gesichert grinsen
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  •   yokohama
    (3368 Beiträge)

    03.03.2014 23:42 Uhr
    ich kann mich
    noch an den Geruch erinnern
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  •   JeanneDarc
    (365 Beiträge)

    03.03.2014 18:21 Uhr
    Adhja...
    da stirbt eine wirklich schöne Erinnerung....denn...ich hatte das seltene Vergnügen vor rund 20 Jahren einmal im Betriebshof auf einer der Holzkisten (natürlich unter Anleitung) eine Runde drehen zu dürfen....ich weiss heute noch die Nummer...es war die 174...die hab ich aber schon sehr lange nicht mehr gesehen...ich denke dass die inzwischen vielleicht auch schon zu Coladosen wurde zwinkern
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  •   Greif
    (1516 Beiträge)

    03.03.2014 20:12 Uhr
    Wagen 174
    steht als Übungsobjekt in der Landesfeuerwehrschule in Bruchsal...
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  •   candyman
    (7188 Beiträge)

    03.03.2014 22:16 Uhr
    Die 174
    lässt sich mit ein paar Leuten auch gut von Hand schieben... allerdings sollte man die Kräfte zügeln, sonst rollt sie auf die Silberlinge drauf, und das gibt so hässliche Kratzer. Hab ich gehört zwinkern
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  •   JeanneDarc
    (365 Beiträge)

    03.03.2014 22:27 Uhr
    na dann...
    hats mein Erinnerungsbähnchen ja scheinbar ganz gut getroffen...ich denke das gefällt ihr besser als zu Coladosen zu werden zwinkern
    War damals echt lustig...ich kannte damals den Sohn des damaligen Bürgermeisters für Verkehr und der hat das mir und ein paar anderen Kiddies ermöglicht...is schon lange her - müsste 83 oder 84 gewesen sein...aber es ist ein unvergessliches Erlebnis da mal auf dem Fahrersitz ne Runde drehen zu dürfen, wenn auch "nur" im kreis aufm Betriebshof...
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