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Karlsruhe Abriss statt Sanierung: Neubau des Karlsruher Landratsamtes soll 100 Millionen Euro kosten

Nach der geplatzten Sanierung des Karlsruher Landratsamtes steht nun fest: Das Gebäude in der Beiertheimer Allee 2 wird durch einen Neubau ersetzt. Das hat, wie aus einer Pressemeldung des Landratsamtes hervorgeht, der Kreistag in seiner Sitzung am 22. November einstimmig beschlossen.

Der ursprünglich für das Badenwerk gebaute Gebäudekomplex besteht aus Hochhaus, Lang- und Zwischenbau, Kasinogebäude sowie Tiefgarage und wurde 1965 in Betrieb genommen. Er ist seit 1997 im Eigentum des Landkreises. Untersuchungen haben ergeben, dass eine Sanierung nur dann möglich ist, wenn das Gebäude bis auf das Rohbauniveau abgetragen wird, so das Landratsamt in der Meldung.

Neubau soll Platz für Wohnraum schaffen

Anstelle einer umfangreichen Sanierung favorisiere das Gremium daher eine dreistufige Variante: In einem ersten Schritt soll der Langbau abgetragen und neben dem bestehenden Hochhaus ein neues Hochhaus mit zusätzlichen Nutzflächen und Tiefgarage gebaut werden. In einem zweiten Schritt soll dann das bestehende Hochhaus abgetragen werden. Im dritten Schritt soll zusätzlich Wohnbebauung auf dem Grundstück realisiert werden.

Kreisverwaltung Neubau
Bei der vom Kreistag beschlossenen Lösung bleibt die Silhouette des Landratsamtsgebäudes mit dem Hochhaus erhalten. | Bild: Landratsamt Karlsruhe

Diese Lösung weise nach Angaben des Landratsamtes mehrere Vorteile auf: Sie ermögliche zusätzliche Nutzflächen, die für den eigenen Bedarf verwendet oder an Dritte vermietet werden können und vermeide teure Übergangslösungen für die am Standort arbeitenden 730 Mitarbeiter während der Bauzeit. Zudem ermögliche der Neubau eine moderne Büro-Infrastruktur.

Kosten werden auf zirka 100 Millionen Euro geschätzt

Landratsamt Karlsruhe
Landratsamt Karlsruhe | Bild: Hans Fischer

Eine erste grobe Kostenschätzung gehe dem Landratsamt zufolge von einer Gesamtsumme von zirka 100 Millionen Euro aus. Die Kosten sind in der zehnjährigen Finanzplanung des Landkreises bereits berücksichtigt. Ein städtebaulicher Wettbewerb soll 2019 durchgeführt werden, da die Stadt das in ihrem Eigentum stehende benachbarte Grundstück ebenfalls in die weiteren Überlegungen mit einbeziehen wolle. 

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Kommentare (39)
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  •   Svetogor
    (322 Beiträge)

    04.12.2018 10:18 Uhr
    .
    Abreissen und einen Wokenkratzer bauen. Wird mal zeit, dass man damit auch in Karlsruhe anfängt. Als Weltstadt und aufstrebende Region kann man so einen Wolkenkratzer doch immer brauchen.
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  •   Waterman
    (6272 Beiträge)

    04.12.2018 09:08 Uhr
    Man sollte sich eher Gedanken um den Neubau machen
    Sieht aus wie der Altbau.

    Keine bessere Ideen vorhanden?
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  •   andip
    (9581 Beiträge)

    04.12.2018 12:03 Uhr
    Dann bräuchte auch niemand jammern
    dass der alte Bau abgerissen wird.
    Wenn der neue genauso aussieht wie der alte, bleibt doch zu mindestens optisch alles gleich.
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  •   kommentar4711
    (2195 Beiträge)

    04.12.2018 09:30 Uhr
    Antwort auf "Man sollte sich eher Gedanken um den Neubau machen"
    Ein nüchterner Funktionsbau. Wie der alte. Ist doch OK, warum unnötig Geld raushauen?
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  •   Mondgesicht
    (2019 Beiträge)

    04.12.2018 08:52 Uhr
    Der Kreistag
    hat einstimmig (!) für einen Neubau gestimmt. Vom Geheule Einzelner, die noch heute vom Hochhaus aus ihrer Kindheit träumen, sollte sich deshalb niemand beeindrucken lassen.

    Komisch, dass genau die Gleichen sonst immer so tun, als wären sie die Verkörperung der Demokratie - und hier wird ein demokratischer Beschluss (der ja eindeutiger nicht sein könnte) ignoriert, nur weil man nach dem eigenen Empfinden gerne das alte Hochhaus behalten würde.
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  •   Rebelhigh
    (5 Beiträge)

    04.12.2018 16:38 Uhr
    der Kreistag
    setzt sich einstimmig über geltendes Recht hinweg, das ist der Fakt!
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  •   357.Magnum
    (74 Beiträge)

    03.12.2018 13:13 Uhr
    Der Bürokomplex wurde in der ersten Hälfte der 1960er Jahre errichtet
    steckt wahrscheinlich voller Asbest was beim Abriss beachtet werden muss!
    Aber so isr es immer, erst mal die Genehmigung durchdrücken und dann wird an einer Decke gekratzt und Hr. Landrat Schnaudigel ist wohl erstaunt, ach da ist ja Asbest verbaut worden (welch ein Wunder fast bei allen Bauten in den 50er+60er Jahren ist das so), kostet natürlich 50 Millionen mehr, aber der brave (dumme) Steuerzahler wirds schon richten.
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  •   kommentar4711
    (2195 Beiträge)

    03.12.2018 13:27 Uhr
    Antwort auf "Der Bürokomplex wurde in der ersten Hälfte der 1960er Jahre errichtet"
    Das Problem ist dann aber so oder so vorhanden.
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  •   357.Magnum
    (74 Beiträge)

    03.12.2018 16:00 Uhr
    Eben nicht
    erst wenn man den Asbest/Beton aufreißt bzw. beim Abriss zertrümmert kann sich die Asbestfaser freisetzen.
    Muss man unbedingt bis auf das Rohbauniveau abtragen?
    Vielleicht brauchte man aber eine Begründung für einen Neubau?
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  •   betablocker
    (4089 Beiträge)

    03.12.2018 16:38 Uhr
    Ob der
    (das?) Asbest gebunden ist oder nicht dürfte bei einer Sanierung unerheblich sein. Das Zeug MUSS raus.
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