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Karlsruhe Ärger am Grötzinger Bahnhof: "Wer kümmert sich um die Fahrrad-Wracks?"

Verloren, vergessen, verrostet: An vielen Bahnhöfen in Karlsruhe gehören sie zum gewohnten Bild. In Grötzingen sorgen übrig gebliebene Fahrräder jetzt für Ärger.

Beinahe täglich radelt ein ka-Reporter auf seinem Weg zur Arbeit zum Grötzinger Bahnhof. Dort heißt es dann: Fahrrad abstellen und weiter mit der Bahn. Ersteres gestaltet sich zuweilen aber gar nicht so einfach, wie er am Donnerstag in einer Nachricht an die Redaktion erklärt. "Mir fällt immer wieder auf, dass viele Fahrräder 'Dauerparker' sind. Die Räder werden einfach nicht mehr abgeholt", so der ka-Reporter. 

Für ihn und andere Radler sei der Anblick von teils komplett kaputten Rädern aber nicht nur unschön, sondern auch ein Problem. "Vor allem im Sommer ist der Fahrradständer schon gut gefüllt, sodass es manchmal schwierig ist, einen Platz zum Anschließen zu bekommen." Vor allem wenn es regne, ärgere es ihn, wenn "Fahrradwracks" dann im Trockenen stünden - obwohl sie niemand fahre. Der ka-Reporter fragt sich daher: "Kümmert sich jemand um 'Dauerparker' am Grötzinger Bahnhof?" 

Was passiert mit herrenlosen Rädern?

Zuständig für den Bahnhof in Grötzingen ist die Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG). Diese ist auch regelmäßig vor Ort. "Jede Tram-Haltestelle wird je nach Frequenz zweimal die Woche gefegt, die Papierkörbe geleert und die Unterflurmüllsammelbehälter mit großem Fassungsvermögen im 14-tägigen Rhythmus geleert", erklärt Pressesprecher Nicolas Lutterbach auf Anfrage von ka-news. Einige Haltestellen, wie etwa der Hauptbahnhof oder der Durlacher Bahnhof, würden täglich gereinigt.

Der AVG sind die abgestellten Fahrräder auch bekannt. "Eine 'Überwachung' wird durchgeführt, jedoch ist es sehr aufwendig, die Fahrradwracks zu entfernen", schildert Lutterbach. Die Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK) oder die AVG dürften diese Räder nicht einfach entfernen. Die Zuständigkeit liege beim Ordnungs- und Abfallamt der Stadt Karlsruhe. 

Dieses versieht die abgestellten Räder zwei Mal im Jahr mit Aufklebern, um die Besitzer zur Abholung aufzufordern. Wenn der Besitzer sein Rad nicht abholt, werden diese von den städtischen Behörden abgeholt und zunächst in einer Halle für die Besitzer aufbewahrt. Meldet sich innerhalb von sechs Monaten noch immer niemand, werden die Räder entweder entsorgt oder zusammen mit anderen Fundstücken wie gefundenen Uhren, Schmuck und Handys über das Auktions-Portal der Stadt versteigert. 

So könnte es auch den "Fahrrad-Wracks" am Bahnhof gehen. Wie der ka-Reporter meldet, wurden die Fahrräder am Freitagmorgen von einem Mitarbeiter der AVG eingesammelt. 

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