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Karlsruhe 82,3 Prozent: CDU wählt Wellenreuther zum Bundestagskandidaten

Ingo Wellenreuther tritt zur Bundestagswahl im September 2013 für die CDU im Wahlkreis Karlsruhe Stadt erneut als Direktkandidat an. Das haben die CDU-Mitglieder bei der Nominierungsveranstaltung am Freitagabend im Stephanssaal mit 265 Ja- zu 57 Nein-Stimmen entschieden, 5 enthielten sich, 1 Stimme wurde für ungültig erklärt. Ein Antrag zur Geschäftsordnung, in dem die Vertagung der Nominierung gefordert worden war, war zuvor gescheitert. Wellenreuther war als einziger Kandidat angetreten.

"Geschlossenheit" war das Wort des Abends. Kein Begriff dürfte in der gut drei Stunden dauernden Nominierungsveranstaltung öfter gefallen sein als dieser. Geschlossenheit beschwor der stellvertretende Kreisvorsitzende der CDU, Sven Maier, in seiner die Veranstaltung einleitenden Rede. Geschlossenheit forderte der Tagungspräsident und Pforzheimer CDU-Bundestagsabgeordnete, Gunther Krichbaum, und nach Geschlossenheit rief auch derjenige, um den es an diesem Abend ging: der Karlsruher CDU-Kreisvorsitzende Ingo Wellenreuther.

Antrag zur Verschiebung der Nominierung gescheitert 

Der betonte in seiner Vorstellungsrede zunächst die "erfolgreiche Leistungsbilanz" der CDU im Bund: mehr  Netto vom Brutto für die Bürger, niedrige Arbeitslosigkeit, der erfolgreiche Kampf gegen die europäische Schuldenkrise, mehr Investitionen in Bildung und Forschung, Erfolge beim Thema Infrastruktur und Verkehr sowie bei der inneren Sicherheit. Nun gelte es, politische Experimente - namentlich: Rot-Grün - zu verhindern. Und eben dafür brauche "Deutschland und Karlsruhe eine starke und eine geschlossene CDU". 

Auf eine erste Probe, wie geschlossen die Karlsruher CDU wirklich ist, war es bereits zu Beginn der Veranstaltung gekommen. Wie schon im Vorfeld angekündigt, wurde von Kritikern Wellenreuthers via Geschäftsordnungsantrag eine Vertagung derselben gefordert. Die Diskussion über die Niederlage Wellenreuthers bei der Oberbürgermeisterwahl sei äußerst kontrovers geführt, die Öffentlichkeit aber nur mit Halbwahrheiten informiert worden, so der Vorsitzende der CDU-Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung MIT, Gregor Wick, in seiner kurzen Rede zum Antrag.

"Zu wenig für die OB-Wahl, viel genug für eine Bundestagswahl"

"Eine Verschiebung würde der Partei und Ingo Wellenreuther beschädigen", hielt die CDU-Fraktionsvorsitzende im Karlsruher Gemeinderat, Gabriele Luczak-Schwarz, dagegen. Es sei richtig, dass die Niederlage einer gründlichen Analyse bedürfe, hier sei diese Diskussion allerdings fehl am Platz. Der Antrag zur Geschäftsordnung wurde von den 370 stimmberechtigten CDU-Mitgliedern abgelehnt.

Wellenreuther selbst ging in seiner Rede auf die der Nominierungsveranstaltung vorausgegangene Debatte nur am Rande ein: "Ich strecke meine Hand jedem hin", betonte er, "ich hoffe, dass alle mitmachen." Sein OB-Wahlergebnis von 36 Prozent sei zu wenig gewesen, um zu gewinnen, "aber viel genug, für eine Bundestagswahl", so der 53-Jährige.

Parteiausschluss der Wellenreuther-Kritiker gefordert

Deutlicher wurde Wellenreuther in der anschließenden Kandidatenbefragung: "Glaubwürdigkeit ist entscheidend", sagte er gegenüber Karlsruhes Erster Bürgermeisterin und ehemaligen parteiinternen Konkurrentin um die Oberbürgermeisterkandidatur, Margret Mergen, auf deren Frage, was er tun wolle, um das Vertrauen der Karlsruher zu gewinnen. "Und es ist hilfreich, wenn alle Mitglieder mitarbeiten, das Vertrauen in ihren amtierenden Abgeordneten zu steigern." Er sei aber zuversichtlich, dass diejenigen, die Kritik an ihm zu äußern hätten, ihm diese künftig ins Gesicht sagen würden, statt den Weg über die Öffentlichkeit zu wählen.

Noch eine Spur härter ging Wellenreuther mit dem ehemaligen EnBW-Chef und CDU-Mitglied Gerhard Goll ins Gericht, der sich im OB-Wahlkampf offen auf die Seite von Frank Mentrup gestellt und diesen aktiv unterstützt hatte. "Das war für mich außerhalb jeder Vorstellung und hat mich brutal getroffen", so Wellenreuther auf die Frage Golls, was er denn von einem Parteiausschluss der Kritiker halte, den zuvor ein anderes CDU-Mitglied gefordert hatte. "Ich bin nicht dafür", antwortete Wellenreuther, "weil ich dafür bin, mit den Leuten in einen Dialog zu gehen." Wichtig sei der Austausch und dass man die Meinung nicht aus den Medien erfahre.

82,3 Prozent stimmen für Wellenreuther

Über das Ergebnis der Abstimmung, gab sich Wellenreuther begeistert - "Ich danke für Ihr Vertrauen", rief er in den Applaus, nachdem das Ergebnis verkündet worden. 265 der 373 anwesenden, stimmberechtigten Mitgliedern hatten stimmten mit "Ja" für den einzigen angetretenden Kandidaten, Ingo Wellenreuther, gestimmt. 57 stimmten mit "Nein", 5 enthielen sich und eine Stimme wurde für ungültig erklärt. Insgesamt waren 373 stimmberechtigte Mitglieder anwesend. Ingo Wellenreuther kommt damit auf ein Ergebnis von 82,3 Prozent (265 von 322 gültigen Stimmen).

Mehr zum Thema:

 Hintergründe zur OB-Wahl in Karlsruhe auf unserer Themenseite

Wellenreuther-Kritiker wollen Nominierung vertagen

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  • unbekannt
    (2476 Beiträge)

    28.01.2013 16:54 Uhr
    Ja, die ganzen IW-Neider sind wirklich wieder da.
    Und da kann man ja auch wirklich neidisch werden auf solche Glanzleistungen wie z.B.
    - den KSC in die dritte Liga geführt zu haben
    - bei einer OB-Wahl noch nicht mal annähernd eine Prozentzahl zu erreichen, die jeder andere CDU-Kandidat locker erreicht hätte
    - als einziger Kandidat bei einer Nominierung grad mal 80% zu erreichen
    - seit 10 Jahren im Bundestag zu hocken und es immer noch auf kein Amt geschafft zu haben
    - Pilarskys Handlanger zu sein

    Wer diesen Verlierertyp bewundert hat schon ein armseliges Leben!
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  • unbekannt
    (1324 Beiträge)

    29.01.2013 10:00 Uhr
    süüüüß'
    einer der größten neioder springt sofort drauf an! grinsen
    hehehe hast brav das stöckchen geholt du lusche?
    und wer sich als frau hier ausgibt und dabei ein mann ist, sollte lieber nicht über andere urteilen.
    niemand kann was dafür das du im falschen körper geboren bist, anscheinend nie etwas in deinem armen leben erreicht hast und nur im www ne große klappe haben kannst du kleiner feigling! grinsen
    hehehe
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  • unbekannt
    (1324 Beiträge)

    28.01.2013 13:57 Uhr
    die ganzen IW neider'
    sind wieder aus ihren löchern gekrochen! grinsen
    es muss euch richtig aufressen, wenn ihr zusehen müsst, wie der mann tatsächlich im schlaf mehr verdient, als ihr in 3 leben! tja, hättet ihr versager mal was gescheites gelernt! hehehe
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  •   wsickingen
    (87 Beiträge)

    28.01.2013 12:36 Uhr
    .?.
    Bei 370 Anwesenden macht das aber nur knapp 71% Zustimmung.
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  •   Insider
    (761 Beiträge)

    27.01.2013 14:27 Uhr
    Kranker Mann!
    Wenn einer hier Null Politikkompetenz hat, dann ist es Willi Emms. Ist halt schon schwierig für einen kranken Mann komplexe Sachverhalte zu verstehen. Wer dumm auf meine Beiträge antwortst, muss mit dem gleichen rechnen. Also am Besten Ihre dümmlichen Koimmentare zu mir lassen oder sie werden hier bald abgemeldet sein!
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  •   Insider
    (761 Beiträge)

    27.01.2013 14:25 Uhr
    Armer kranker Mann!
    Wenn einer hier Null Politikkompetenz hat, dann ist es Willi Emms. Ist halt schon schwierig für einen kranken Mann komplexe Sachverhalte zu verstehen. Wer dumm auf meine Beiträge antwortst, muss mit dem gleichen rechnen. Also am Besten Ihre dümmlichen Koimmentare zu mir lassen oder sie werden hier bald abgemeldet sein!
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  •   hajmo
    (4225 Beiträge)

    27.01.2013 13:45 Uhr
    CDU wählt Wellenreuther zum Bundestagskandidaten
    So ist es halt bei der CDU - die werden einfach nicht klüger.
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  •   tok
    (7205 Beiträge)

    26.01.2013 18:59 Uhr
    Ich war
    im OB-Wahlkampf am Ende klar auf Seiten Mentrups. Und zwar weil mir zwei oder drei Positionen, die mir relevant erschienen und wo sich die beiden unterschieden bei Mentrup besser gefallen haben, bzw. ich bei Wellenreuther echte Bauchschmerzen hatte.

    Ich mag nun aber dieses Wellenreuther-Bashing nicht. Wenn es an den von ihm im Bundestag vertretenen Positionen (oder der Art der Vertretung) etwas auszusetzen gibt, dann soll das auch ausgesprochen werden. Gegenüber einem Abgeordneten muss man - wie gegenüber einem OB - ein gewisses professionelles Verhältnis haben. Es geht hier nicht darum jemanden zu adoptieren. Wenn einem der Stil einer solchen Person nicht passt, hat das keinerlei Bedeutung. Es geht nur um die Positionen.
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  •   tok
    (7205 Beiträge)

    26.01.2013 19:03 Uhr
    weiter
    Ein relevanter Kritikpunkt an Wellenreuthers MdB-Arbeit ist, dass er nicht sichtbar genug war. Ich habe nun aber die Hoffnung, dass sich das ändert, da er es nun die einzige Hochzeit ist, auf der er tanzt. Seine politische Zukunft liegt nun einzig in Berlin, nicht mehr in Stuttgart und nicht mehr in Karlsruhe. Ich denke das wird man merken.

    Ich bin mir auch sicher, dass er nicht dumm ist, ganz im Gegenteil. In manchen Fragen (Rheinbrücke) hat er nur sichtlich seine Intelligenz vorsätzlich nicht genutzt. Ich habe auch hier eine gewisse Hoffnung, dass sich das ändern wird, dass der Lerneffekt da ist, dass "Augen zu und lobbygestützten Blödsinn durchziehen" heute nicht mehr funktioniert. Klingt wie herbe Kritik, ist es auch, aber genauso glaube ich wie gesagt, dass Wellenreuther kein schlechter Vertreter Karlsruhes in Berlin sein wird.
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  •   silberahorn
    (10472 Beiträge)

    27.01.2013 06:20 Uhr
    Daran kann ich mich anschließen
    und hatte schon kurz nach der OB Wahl geschrieben, dass das "Nachtreten" keinen guten Eindruck macht.

    Was mich aber verwundert ist, dass in den vorangegangenen Threads anklang, es ginge Kritikern weniger um das Bundestagsmandat, als um den Kreisvorsitz. Darüber wird wann entschieden?

    Siehe hier, was ich fragte am silberahorn 15.01.2013 18:29

    Vor lauter user-bashings und Trollen ist hier bei ka-news aber auch kein sinnvoller Austausch möglich. Ständig blöde Witze, oder Kritik an Humorlosigkeit. Drei Seiten weiter mal ein vernünftiger Post und mit viel Glück eine gescheite Antwort.

    Zumindest die Threads zu politischen Themen könnte ka-news so moderieren, dass es kein Geplänkel über das Privatleben von 80er gibt oder es um homophobe Internetaussagen von jemandem im Jahr 2010 geht, für die IW wohl gar nichts kann.
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