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Karlsruhe 700 Millionen für das Karlsruher Staatstheater? Jetzt spricht OB Mentrup Frank Mentrup Klartext

Aus 500 Millionen Euro werden 700 Millionen? Angeblich soll der Preis für die Sanierung des Staatstheaters nochmal gestiegen sein. Angesichts der Haushaltslage zu viel, findet der Gemeinderat. Aber stimmen diese Gerüchte überhaupt? Für Klarheit sorgte nun Oberbürgermeister Frank Mentrup bei einer kurzfristigen Pressekonferenz am Mittwoch.

Viele Anfragen haben die Stadt bezüglich Karlsruhes Sorgenkind Nummer 1, dem Badischen Staatstheater, erreicht. Auf die vorangekündigten 500 Millionen Euro, die für die Sanierung benötigt werden, sollen jetzt nochmal immense Summen draufgezahlt werden. Kurzum: Die ganzen Baumaßnahmen sollen nun 700 Millionen Euro kosten. Soweit die Spekulation.

Aussenaufnahme Badisches Staatstheater Karlsruhe.
Aussenaufnahme Badisches Staatstheater Karlsruhe. | Bild: Uli Deck/dpa/Archivbild

"Ich möchte mich an diesen Spekulationen nicht beteiligen"

Tatsächlich soll das Vorhaben ein wenig teurer werden. Allerdings nicht um 200 Millionen Euro mehr. Von den rund 500 Millionen Euro - genau genommen sind es 508 Millionen - solle die Stadt nun 254 Millionen Euro zahlen, statt rund 162 Millionen Euro. Der Rest wird vom Land Baden-Württemberg bezahlt.

Diese Erhöhung käme zustände, da der Baubeginn am Hauptgebäude von 2020 auf 2022 verschoben werden müsse. Darüber wurde am gestrigen Dienstag im Ausschuss bereits debattiert, die endgültige Zustimmung obliegt jedoch dem Gemeinderat, der im Juni darüber entscheiden soll.

Hinzu kämen Kosten, die zum Beispiel mit der Platzgestaltung oder der Ausstattung (Mobiliar) zusammenhängen. Insgesamt solle das Bauvorhaben aber nicht mehr als 574 Millionen Euro kosten.

Die 700 Millionen Euro wären, so Mentrup, im Herbst von einer Fraktion in den Raum gestellt worden, die das Bauvorhaben von einem "angeblichen Fachmann" haben berechnen lassen.

Das badische Staatstheater im Umbau.
Das badische Staatstheater im Umbau. | Bild: Carmele/TMC-Fotografie

"Uns ist weder der Fachmann bekannt, noch die Berechnung", führt der Rathaus-Chef weiter aus. "Deswegen ist es in meinen Augen ein unlauter Versuch, diese 500 Millionen Euro durch eine angeblich verifizierbare Größenordnung quasi zu ersetzen und uns indirekt ein gewisses falsches Spiel zu unterstellen."

Auch, dass das Projekt jetzt komplett auf Eis gelegt werden soll, dementiert er und sagt: "Ich möchte mich an diesen Spekulationen nicht beteiligen."

Im Bezug auf die kritische Haushaltslage gab Mentrup indessen zu Protokoll: Dass sich der Haushalt ab 2022 auch ohne Corona deutlich verändern wird, das war 2017 auch schon bekannt."

Genauere Auskünfte über Planung, Kostenentwicklung und Bauzeit vom Karlsruher Staatstheater, sollen hingegen am Freitag, 14. Mai um 18 Uhr, in einem virtuellen Bürgerforum dargelegt werden

 

 

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  •   CenaroBotti
    (29 Beiträge)

    07.05.2021 15:08 Uhr
    Prinzip Gießkanne Teil 2
    Sicher werden in Behörden Vorgänge fachlich bearbeitet, aber es gilt das Prinzip absichern, Vorschriften einhalten, Stempel drauf, und damit aus dem Schneider. Die Frage ist nicht ob wir ein Theater brauchen, ob das nach x-Jahren mal saniert und auf modernen Stand gebracht werden muss - das ist wahrscheinlich nötig - sondern mit welcher Überheblichkeit und vor allem Selbstverständlichkeit Staatsbedienstete (hier auch: Theaterverwaltung) im subventionierten Kulturbetrieb nur den eigenen Glanz im Auge haben und Gelder der öffentlichen Hand einfordern. Da kommt keinem maßvolle Bescheidenheit, noble Selbstbeschränkung oder eine zur Ehre gereichende Zurückhaltung in den Sinn, da man ja fremdes Geld ausgibt und sich als Hüter der Kultur berechtigt sieht. Da ist halt nichts teuer genug (+ ein luxuriöser Designpavillon als vorübergehender Foyer-Ersatz, + ein ausladendes "Kassenhäuschen" (Zitat BNN) im leergeräumten Kasig Info-Pavillion). Für sonstiges Soziales hat die Stadt aber kein Geld.
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  •   CenaroBotti
    (29 Beiträge)

    07.05.2021 14:43 Uhr
    Prinzip Gießkanne
    Der ganze Berechnungsvorgang ist gängige Praxis bei Staats-, Landes-, oder städtischen Auftragsvergaben.
    Da werden Leistungen ausgeschrieben, Angebote eingeholt und der Stempel drunter gemacht.
    Tatsache ist aber daß Bauvorhaben dieser Größe NIE im voraus endgültig kalkuliert werden können und deshalb öffentliche Kassen aus Prinzip über den Tisch gezogen werden. Da wird ein günstiges Angebot vom Dienstleister abgegeben und später werden Zusatzleistungen, Planänderungen, Mehraufwand etc. etc. on top abgerechnet und nicht zu knapp. Die Frage ist warum in öffentlichen Verwaltungen und betroffenen Behörden KEINE Fachleute mit Biss sitzen, die das ganze unter effizienten Vorgaben managen. Der Vergleich ist immer der gleiche: in der privaten Wirtschaft würde sich das so kein Kunde beim Hausbau oder kein Investor bei der Erbauung eines Objekts bieten lassen.
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  •   kommentar4711
    (3296 Beiträge)

    07.05.2021 15:16 Uhr
    ANTWORT AUF "PRINZIP GIESSKANNE
    Tja, der Unterschied ist: Ein Geschäftsführer einer Firma muss sich rechtfertigen, was er mit dem Geld macht. Aber im öffentlichen Dienst...
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  •   quicksilver
    (109 Beiträge)

    07.05.2021 08:38 Uhr
    wo
    sind denn die Organisatoren für ne Demo??? Man nimmt alleine eine Kostensteigerung von 100 Mio in Kauf wegen Bauverzug? sowie der Gestaltung des Außenbereichs????
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  •   Malaika
    (301 Beiträge)

    07.05.2021 06:50 Uhr
    Die Karlsruher
    sollten mal mit Herrn Mentrup Klartext reden, sprich ein Bürgerentscheid muss her, um diese unsinnigen Großkotz-Projekte zu stoppen, und Steuergelder an sinnvollerer Stelle einzusetzen. Da wird eine Messe hingeklotzt, die seit Anbeginn ein Zuschussgeschäft ist. Ein erstklassiges Stadion wird für eine drittklassige Kickermannschaft gebaut. Ein Theater, kostenmäßig teurer als die Elbphilharmonie und wahrscheinlich auch nur durch kräftige Subventionen überleben wird. KA ist nun wirklich nicht für seine Top-Acts berühmt, die Ballermann-Bänkelsänger, die in Karlsruhe auftreten, brauchen weder ein neues Theater, noch eine neue Messe, da reicht die Klotze. Zeiten, in denen eine Turner im Wildpark-Stadion auftrat, sind lange vorbei. Und wenn der ÖPNV stetig teurer wird, schwinden auch die Fahrgastzahlen.
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  •   silberahorn
    (10963 Beiträge)

    07.05.2021 03:42 Uhr
    Warum
    wird ein Bauprojekt teurer, wenn Stadträte mehr Auskünfte möchten?
    Warum wird jemand als "angeblicher Fachmann" bezeichnet, der höhere Kosten errechnet haben will? Eine Kostenermitlung wird so einfach gar nicht sein, weil sie von Vergleichsobjekten abhängt. Welche gibt es dazu?

    Irgendwo habe ich noch eine abfällige Bemerkung über die Fantasie von Architekten gelesen.

    Wie auch immer. Ich finde es gut, wenn Stadträte sich vor Entscheidungen ausführlicher informieren wollen. Das ist deren Aufgabe, wenn sie im Sinne der wählenden Bürger agieren wollen.
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  •   kommentar4711
    (3296 Beiträge)

    07.05.2021 08:22 Uhr
    ANTWORT AUF "WARUM"
    Und dann gibt er aber doch zu, dass die 125Mio eine aus politischen Gründen vom Land gewünschte und von ihm ohne Sachbezug geäußerte Summe war. Schlechter kann der Experte der freien Wähler gar nicht sein.
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  •   Minna
    (118 Beiträge)

    06.05.2021 14:50 Uhr
    was beim keinem neuen Theaterbau in KA gespart wird
    wird für das neue Stuttgarter Theater mehr ausgegeben, die freuen sich schon drauf das KA schlapp macht grinsen
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  •   myopinions
    (1256 Beiträge)

    06.05.2021 13:16 Uhr
    .............so kommt es dann,
    wenn "Grüne" -im Umgang mit Geld ja eher unerfahren- etwas mitzubeschließen haben. Der Herr möge uns daher (aus gutem Grund) vor einer grüngesteuerten Regierung bewahren!
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  •   Minna
    (118 Beiträge)

    06.05.2021 14:48 Uhr
    antidemokratisches Geschreibsel
    kapier endlich mal das ihr verloren habt, die neue Landesregierung ist mit klarer Mehrheit demoktatisch gewählt worden, da kannste noch so viel dagegen hetzen zwinkern
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