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Karlsruhe 60 Freiwillige - die ganze Nacht: Wie das THW die Reinigung der Karlsruher Schienen unterstützte

Die Räumung der Schienen war für Karlsruhe und seine Bahnunternehmen seit Dienstag von höchster Priorität. Nicht zuletzt deshalb bat der Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK) mehrere externe Helfer, darunter die Technischen Hilfswerke (THW), sie bei verschiedenen Aufgaben zu unterstützen. Warum gerade das THW? ka-news.de fragte nach.

Der Abend des 15. Juni markierte den Beginn des stadtweiten Schienenausfalls, der in ganz Karlsruhe für eingeschränkte Mobilität sorgt. Bilder von geschmolzenem Bitumen und von SEV-Bussen gehören seitdem zum Karlsruher Stadtbild -  Bilder von verschmutzen Gleisstrecken, betriebsunfähigen Weichen und schwarz überzogenen Getrieben.

Das geschmolzene Vergussmaterial überzieht die Räder der Bahn und verklebt Bremsen, Speichen und Kabel.
Das geschmolzene Vergussmaterial überzieht die Räder der Bahn und verklebt Bremsen, Speichen und Kabel. | Bild: Lars Notararigo

Ein Zustand, den es für die VBK schnellstmöglich zu ändern galt - mit so viel Hilfe wie nötig. Wie ein Sprecher der Verkehrsbetriebe mitteilt, "entschied die Geschäftsleitung am Dienstagabend im Zuge einer Krisensitzung, dass die eigenen Kräfte nicht ausreichen würden, weshalb man entschied, externe Hilfskräfte zu aktivieren."

Das THW habe dabei den Vorteil des Ehrenamtes gehabt. "Es ist letztendlich auch die Aufgabe der Technischen Hilfswerke, Gefahren abzuwehren, weshalb wir der Bitte, die Schienen zu säubern, auch gerne nachgekommen sind", sagt ein Sprecher des Hilfswerks zu ka-news.de. "Da 99 Prozent unserer Mitarbeiter ehrenamtlich arbeiten, konnten die Schäden der ersten Nacht beseitigen, ohne dass für den Steuerzahler zusätzliche Kosten entstehen."

60 Personen - eine Nacht

Doch das nur in Anerkennung bezahlt wurde, hielt die Mitarbeiter keineswegs ab, all ihren Elan aufzubringen. Die ganze Nacht hindurch haben 60 Freiwillige aus Karlsruhe, Bühl und Rastatt die verklebten Schienen gereinigt. Ein Unterfangen, das infolge der Zusammensetzung des Bitumens keine einfache Aufgabe gewesen sei.

Es habe dafür nämlich kein Spezialwerkzeug zur Verfügung gestanden: "Wir haben nur auf Schippen und Spachteln zurückgegriffen, um die Teermasse zu lösen und abzutransportieren", so die Aussage eines THW-Sprechers. 

Dennoch musste jede verklebte Bahn aus dem Verkehr gezogen und jedes von der Straße entfernte Vergussmaterial wurde dabei in den Betriebshof der VBK gebracht werden. Zwölf Stunden lang seien die ehrenamtlichen Helfer mit dieser Aufgabe eingespannt gewesen.

Die Kehrseite des Ehrenamtes

Seit dem Morgen des 16. Juni gilt der Einsatz der Technischen Hilfswerke als abgeschlossen. Dies sei eine Kehrseite des Ehrenamtes: "Viele freiwillige Helfer sind berufstätig. Und da sie nun einmal die ganze Nacht gearbeitet haben brauchen sie vom Gesetz her einen Ruhetag zum Ausgleich", so der Sprecher.

Aus diesem Grund könne man das THW natürlich nicht regelmäßig in die Reinigungsarbeiten einbinden. "Das Technische Hilfswerk ist vor allem für Notfall-Einsätze vorgesehen", sagt Ascan Egerer, technischer Geschäftsführer der VBK. "Als die gröbsten Verunreinigungen entfernt waren, entschieden wir uns, die Arbeiten nur mit eigenem Personal und hinzugezogenen Fachfirmen fortzusetzen."

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Kommentare (10)
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  •   AlterMann
    (319 Beiträge)

    22.06.2021 18:55 Uhr
    Schippen und Spachteln?
    Warum kein Trockeneisstrahlen? Damit geht das Zeug ohne körperliche Anstrengung ganz leicht ab.
    Ist natürlich ein bisschen teurer als wie die ehrenamtlichen Helfer.
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  •   UngueltigDannZuLang
    (313 Beiträge)

    22.06.2021 17:18 Uhr
    Respekt und Dankbarkeit
    Ich habe grossen Respekt vor dem THW. Und und ich moechte allen Beteiligten danken.

    Das war keine Naturkatastrophe. Aber sie buegeln aus, was andere verbockt haben.
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  •   AhmedDerAufklärer
    (504 Beiträge)

    22.06.2021 14:11 Uhr
    Danke
    danke
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  •   Apu
    (224 Beiträge)

    22.06.2021 13:33 Uhr
    Da muss man mal eine lanze brechen
    Deutschland würde zusammenbrechen wenn es keine freiwillige helfer geben würde. Egal ob thw, feuerwehr, für bedürftige menschen. Das sind doch die wahren helden. Sie machen dies alles in ihrer freizeit. Hut ab
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  •   vielvornichtsdahinter
    (1202 Beiträge)

    22.06.2021 11:56 Uhr
    Ich kann für ein
    Privatunternehmen keine Notsituation feststellen, dass den Einsatz des THW rechtfertigen würde.
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  •   patrickkk
    (2144 Beiträge)

    22.06.2021 12:15 Uhr
    ...
    So ziemlich jeder Betrieb (auch Krankhäuser etc.) hat Angestellte die auf die Straßenbahn angewiesen sind. Die Straßenbahn ist das Rückgrat unserer Stadt (Auch wenn ich auch mit vielem unzufrieden bin).
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  •   vielvornichtsdahinter
    (1202 Beiträge)

    22.06.2021 12:58 Uhr
    Nein
    ist es nicht. Der Individualverkehr ist das Rückrat. Straßenbahn ist vielleicht Nice to have, aber nicht Systemrelevant.
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  •   AhmedDerAufklärer
    (504 Beiträge)

    22.06.2021 13:50 Uhr
    Nein,
    im Gegenteil.
    Ohne Radfahren, Strabafahren und zu Fuß gehen würde der "tolle" Individualverkehr hier umgegend zusammenbrechen. Also was das nicht sieht...
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  •   patrickkk
    (2144 Beiträge)

    22.06.2021 13:03 Uhr
    ...
    Gut, auf die gesamte Stadt gesehen würde ich dir Recht geben, aber zwischen ~ Durlacher Tor und Mühlburger Tor und Hauptbahnhof sieht es anders aus.

    Zumal dem Individualverkehr halt von der Politik die Füße zusammengebunden werden (Wogegen ich ja auch bin, ist aber so).
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  •   patrickkk
    (2144 Beiträge)

    22.06.2021 11:54 Uhr
    ...
    Danke an alle die da geholfen haben!

    Aber ich fürchte dass wird noch öfter vorkommen bis alle Fehlerhafte Spachtelmasse aus den Gleisanlagen entfernt ist. Im moment brauch sich eigentlich nur ein Stock im Fahrgestell ungünstig verfangen um etwa am Karl-Wilhelm-Platz das Zeugs wieder rauszuholen.

    Ich hoffe es kann überall ausgetauscht werden bevor so etwas passiert.
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