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Karlsruhe 40 Jahre die Grünen: Wie hat die Partei Karlsruhe verändert?

Die Partei mit dem Schwerpunkten Umwelt, Nachhaltigkeit und Gleichberechtigung gründete sich 1980 in Karlsruhe. Sie begannen als "Die Grünen", nach der Wiedervereinigung wurden sie zum "Bündnis 90/Die Grünen", regierten seitdem einmal auf Bundes- und auf mehreren Landesebenen. In Karlsruhe sind sie seit 2019 erstmals stärkste Kraft im Gemeinderat. Was die Partei in den vergangenen vier Dekaden erreicht hat, das hat Jorinda Fahringer, Geschäftsführerin der Grünen Karlsruhe und Mitglied im Stadtrat, ka-news.de erzählt.

Die Grünen gründeten sich im Januar 1980 in Karlsruhe: Als eine Protestpartei gegen den verschwenderischen Umgang mit Ressourcen, Umweltverschmutzung, die Ungleichbehandlung von Frauen, Homosexuellen und Einwanderern. 

Tolerante Stadtgesellschaft

Es ist grundsätzlich schwer, die Erfolge der Partei auf die kommunale Karlsruhe-Ebene herunterzubrechen - was für Landes- und Bundesebene gilt, gilt auch für Karlsruhe.

"Dass die Gesellschaft offener geworden ist und ein größeres Bewusstsein für ökologische Themen hat, ist ja nicht nur den Karlsruher Grünen zu verdanken, aber hat sich hier in unserer Stadt selbstverständlich niedergeschlagen", so Jorinda Fahringer, Geschäftsführerin der Grünen Karlsruhe.

CSD 2019 am 01.06.2019 in Karlsruhe (Stephansplatz), Germany;
Der CSD 2019 in Karlsruhe. | Bild: Carmele/TMC-Fotografie

In Sachen Gleichberechtigung haben sich die Grünen für eine Frauen-Geschichtsschreibung eingesetzt. "Alle Stadträte und Stadträtinnen - und wir hatten prozentual die meisten - haben gemeinsam eine Initiative dazu ergriffen." Sie wurde in Zusammenarbeit mit dem Kulturamt umgesetzt.

In der Vorreiterrolle 

Man sei in Karlsruhe selbst Vorreiter für viele Entwicklungen gewesen, so Fahringer, wie zum Beispiel: 

  • ein massiver Ausbau des des ÖPNV
  • Inklusion von Kindern mit Behinderung an den Schulen
  • Einrichtung von Ganztagsschulen, Einführung von Schulsozialarbeit, zunächst an den sogenannten Brennpunktschulen (Hauptschulen), Förderung der Sozikultur in Karlsruhe und hier insbesondere eine Spielstätte für das Tollhaus
Wahlergergebnis_2019 am 27.05.2019 in Karlsruhe (Schwarzwaldhalle/Gartenhalle), Germany;
Jorinda Fahringer freut sich über die guten Wahlergebnisse bei der Gemeinderatswahl 2019. | Bild: TMC|Carmele Fotografie

Auch wenn, so Fahringer, man diese nicht selbst habe umsetzen können. Erheblich beteiligt sei man auch beim Ausbau der Kinderbetreuung und beim Fahrradverkehr gewesen. "Ebenso fußen das Radroutennetz, das Konzept für eine fußgängerfreundliche Stadt sowie die Einführung des Karlsruher Passes auf unseren Initiativen", so Fahringer.

Nordtangente, Kernkraftwerk Obrigheim, Lohfeldsiedlung

Und was wäre konkret ohne die Grünen nicht passiert? "Womöglich gäbe es jetzt eine Nordtangente durch den Hardtwald", so Fahringer, "die Stadt hätte sicherlich nicht rechtzeitig ihre Beteiligung am Kernkraftwerk Obrigheim verkauft, die Lohfeldsiedlung wäre wahrscheinlich abgerissen worden und wir hätten weniger Landschaftsschutzgebiete."

Alter Flugplatz
Der alte Flugplatz. | Bild: kyh

"In den 90er Jahren konnten wir eine Sensibilisierung der Notwendigkeit, Naturschutzgebiete und Landschaftsschutzgebiete auszuweisen, erreichen, um bedrohte Arten zu erhalten und die weitere Zerstörung durch ungebremste Bebauungen endlich zu stoppen", so die Geschäftsführerin, welche auch als Stadträtin im Gemeinderat vertreten ist. Die Erhaltung des Alten Flugplatzes sei ein Beispiel. 

Keine Müllverbrennungsanlage

Ein weiterer lokaler Erfolg der Karlsruher Grünen: Nach dem Flop der Müllverbrennungsanlage "Thermoselect" wurde keine große Müllverbrennungsanlage mehr gebaut.

"Sie war damals geplant und wir haben gemeinsam wegen der ohnehin stark belasteten Luft ebenfalls mit den Umweltverbänden massiv dagegen gekämpft und dies schließlich erreicht."

Stadt läuft mit mehr Ökostrom

Ökologische Maßnahmen haben die Grünen auch in die Verwaltung getragen: "Es ist sicher auch uns zu verdanken, dass heute alle städtischen Liegenschaften mit Ökostrom versorgt werden und dass wir schon seit vielen Jahren einen Klimaschutzfonds haben, aus dem die energetische Sanierung von Gebäuden finanziert wird (und der jetzt mit dem neuen Klimaschutzkonzept natürlich stark ausgebaut werden muss)."

Artenschutz und Waldwende

Was kommt noch? Jüngst wurde ein Masterplan für mehr Biodiversität beschlossen - der Plan zum Schutz, Erhalt und Förderung von mehr Artenvielfalt soll im Frühjahr 2020 fertig sein und umgesetzt werden. Bereits beschlossen wurde ein Masterplan für die kommunalen Wald. 

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  •   Maverick
    (200 Beiträge)

    28.01.2020 17:30 Uhr
    Parteiische Redaktion......
    über sämtliche Parteien wird hier teils derbe abgeledert, aber wenn man die Grün*innen als Oberlehrer und Spießer bezeichnet, wird das Posting wegen "beleidigenden Inhalten" gelöscht. grinsen

    Elftes Gebot: Du sollst keine anderen Parteien neben den Grünen wählen
    Zwölftes Gebot: Kritik an den Grün*innen ist Blasphemie

    Amen.
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  •   HerrNilson
    (1280 Beiträge)

    28.01.2020 17:38 Uhr
    Ja heul doch
    falls Du es noch nicht bemerkt hast, dann werden hier eindeutig die sachlichen AfD kritischen Kommentare entfernt. Ein Schelm..!
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  •   Maverick
    (200 Beiträge)

    28.01.2020 19:56 Uhr
    kannst du
    Beispiele nennen?
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  •   HerrNilson
    (1280 Beiträge)

    28.01.2020 20:36 Uhr
    Was von ka news gelöscht ist
    ist gelöscht. So wie Deine Kommentare. Kannste auch nicht mehr belegen 😉
    Eigentlich sollte man von jedem Kommentar ne Hardcopy machen.
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  •   Iglaubsnet
    (477 Beiträge)

    29.01.2020 11:41 Uhr
    Einfach
    behaupten, das ist alles.
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  •   ALFPFIN
    (7025 Beiträge)

    28.01.2020 17:35 Uhr
    Ja, Ja
    die 10 Gebote sind halt nicht mehr ausreichend nach so langer Zeit und müssen ergänzt werden.
    Das ist schon mal ein Anfang. 😊
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  •   kuba
    (1035 Beiträge)

    28.01.2020 15:07 Uhr
    Das die Sonne scheint und das es regnet
    alles haben die Grünen gemacht. Der öffentlichen Nahverkehr war ins Karlsruhe auch schon vor den Grünen vorbildlich und den Rest: Inklusion von Kindern mit Behinderung an den Schulen
    Einrichtung von Ganztagsschulen, Einführung von Schulsozialarbeit, zunächst an den sogenannten Brennpunktschulen (Hauptschulen), Förderung der Sozikultur in Karlsruhe und hier insbesondere eine Spielstätte für das Tollhaus haben alle anderen auch gemacht. Übrigens der Schulbürgermeister ist Sozialdemokrat. Es ist zumindest unerfreulich, wie die sich mit fremden Federn schmücken. Sie haben sich im Parteien System angepasst. Sollen sie doch bei der Empfehlung von Salat beleiben.
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  •   kritiker_2014
    (375 Beiträge)

    28.01.2020 00:18 Uhr
    Die grüne Verbotspartei
    hat dafür gesorgt,daß wir die die höchsten Stromkosten mit rund 30 Cent pro KW in Europa haben.
    Dank der EEG Umlage.In Frankreich kostet die KW Stunde nur die Hälfte.
    Und die Kanzlerin hat in Panik beschlossen alle AKW's vom Netz zu nehmen wegen Fukoshima.
    Mir ist nicht bekannt,daß es an Rhein und Elbe zu solch einer Situation kommen könnte.
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  •   schmidmi
    (2218 Beiträge)

    29.01.2020 08:33 Uhr
    Frankreich als Beispiel hier anzuführen
    ist schon sehr frech. Wenn man das tut sollte man auch die tatsächlichen Verhältnisse, sprich die negativen Auswirkungen, mit anführen. Ansonsten fällt es eher in die Kategorie "Fake News".
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  •   Iglaubsnet
    (477 Beiträge)

    29.01.2020 11:45 Uhr
    Wenn
    er Recht hat er Recht. Die Antiatombewegung hat mit ihren Behauptungen die Menschen verängstigt und verunsichert, damit machen die Grünen heute Politik.
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