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Karlsruhe 4.000 Fälle: Immer mehr Rad-Diebe rund um Karlsruhe unterwegs

Karlsruhe zählt zu den fahrradfreundlichsten Städten in Deutschland. Wo allerdings viele Räder fahren, gibt es auch viele Diebstähle - so auch in der Fächerstadt: Hier erreichte die Zahl der gemeldeten Fahrraddiebstähle einen neuen Höchstwert. Die Polizei kann in diesen Fällen allerdings wenig tun.

In den vergangenen Jahren sahen sich immer mehr Fahrradbesitzer mit Diebstählen konfrontiert. Laut polizeilicher Kriminalitätsstatistik wurden den Beamten allein im vergangenen Jahr rund 28.700 Fälle gemeldet- eine Zunahme von knapp acht Prozent innerhalb von fünf Jahren. Dieser Trend hat auch die Fächerstadt erreicht. 

Rund 4.000 geklaute Räder gemeldet  

Ein Blick in die Kriminalstatistik des Polizeipräsidiums Karlsruhe zeigt, dass im vergangenen Jahr 3.381 Fälle von Diebstahl unter erschwerenden Umständen registriert wurden. Dabei handelt es sich um alle Fälle, in welchen ein gesichertes Fahrrad gestohlen wurde. Die Zahlen beziehen sich nicht ausschließlich auf den Stadtkreis Karlsruhe, sondern wurden für den gesamten Zuständigkeitsbereich der des Karlsruher Polizeipräsidiums erhoben. Fest steht aber: Im vergangenen Jahre hat die Zahl der gestohlenen Fahrräder, die von den Besitzern gesichert wurden, einen neuen Zehnjahreshöchststand erreicht. 

 

Zu der Zahl kommen noch 590 Fälle von Diebstählen ohne erschwerende Umstände, wenn etwa ungesichert abgestellte Fahrräder abhanden gekommen sind. Auch hier stieg die Zahl im Vergleich zum Vorjahr an, liegt aber noch immer weit unter der Zahl von 2007, als insgesamt 810 ungesicherte Fahrräder im Zuständigkeitsbereich des Karlsruher Polizeipräsidiums gestohlen wurden. 

Der Gesamtschaden, der bei den rund 4.000 Fahrrad-Diebstählen entstanden ist, liegt bei knapp zwei Millionen Euro. Somit hatte jedes gestohlene Fahrrad im Schnitt einen Wert von knapp 500 Euro. Einen Anteil daran könnte das vermehrte Aufkommen von E-Bikes haben. Bei der Polizei werden aber derzeit E-Bikes und Fahrräder in der Statistik noch nicht getrennt erfasst.

Wenig Hoffnung auf Aufklärung bei Fahrraddiebstahl

Viel Hoffnung dürfen sich bestohlene Fahrradbesitzer nicht machen.  Wie Florian Herr, Sprecher der Karlsruher Polizei, im Gespräch mit ka-news bestätigt, ist die Aufklärungsquote in der Region ähnlich niedrig wie im ganzen Land: "Im vergangenen Jahr lagen wir in den Diebstahlfällen unter erschwerenden Umständen bei einer Aufklärungsquote von 4,2 Prozent." Auf Landesebene liegt die Aufklärungsquote bei 7,7 Prozent. 

Auch in den vorangegangenen Jahren habe sich die Zahl immer um die Quote von fünf Prozent bewegt. Damit liegt sie noch unter dem Landesschnitt. Etwas positiver sieht es bei den Diebstählen ohne erschwerende Umstände aus: Hier wurden 2016 15,6 Prozent der Fälle aufgeklärt.

Wie Pressesprecher Herr berichtet, gestalten sich die Ermittlungen bei Fahrraddiebstählen schwierig. Zwar verfügen Fahrräder über Rahmennummern, die ähnlich wie die Fahrgestellnummer beim Auto jedes Rad unverwechselbar machen - doch diese Nummer könnte von den Dieben leicht entfernt werden. Zudem würden viele Diebstähle unbemerkt geschehen und nur selten von Zeugen beobachtet.

Zu wenig Abstellmöglichkeiten?

Auch beim Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) sind Fahrradiebstähle ein Thema. "Für einen entscheidenden Grund halten wir fehlende, hochwertige Fahrradabstellanlagen im Zentrum und auch in den Stadtteilen von Karlsruhe." Dieser Mangel sei aber nicht nur mit den vielen Baustellen zu erklären, "sondern liegt auch im fehlenden Bereitschaft mehr Abstellplätze zu anzubieten", so Büttner weiter.

"Dabei liegt es nicht nur am politischen Willen der Stadt, sondern auch am Widerstand der Anwohner oder Gewerbetreibenden gegen die Umwandlung von Auto-Parkplätzen in Fahrradabstellanlagen", sagt Büttner weiter. Er fordert hier ein Umdenken im Parkierungskonzept der Stadt. Zudem solle laut ihm mehr bei der Polizei in die Verhinderung und Aufklärung der Diebstähle investiert werden.

ADFC empfiehlt hochwertige Schlösser und Codierung

Er sieht aber auch die einzelnen Radfahrer in der Verantwortung, einen geeigneten Schutz für die Räder zu schaffen: So sollte man sein Rad nicht nur abschließen, sondern mit zwei verschiedenen, hochwertigen Schlössern sichern. Eine Faustregel besagt dabei, dass das Schloss etwa fünf bis zehn Prozent des Fahrradwertes kosten soll.

Als weitere Präventionsmethode wird vom ADFC auch die Codierung empfohlen. Dabei wird eine eine Verschlüsselung am Rahmen angebracht, die zum einen Abschrecken soll und zum anderen einer schnellen Aufklärung dienen soll, wenn das Fahrrad wieder auftaucht.

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Kommentare (28)
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  •   Ludwigsstammtischbruddler
    (711 Beiträge)

    04.09.2017 17:56 Uhr
    Kostenloser ÖPNV ist
    nicht genug, ich fordere kostenlose Fahrräder, am besten sogar kostenlose Taxifahrten für unsere "Freunde". grinsen
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  •   Skudder
    (162 Beiträge)

    04.09.2017 16:44 Uhr
    5 bis 10 Prozent
    des Fahrradwertes ist eine bescheuerte Angabe. Ich würde auch ein 200 Euro-Rad mit einem hochwertigen Bügelschloss sichern. Für um die 100 Euro ist man da sehr gut dabei. Das wichtigste ist halt, den Rahmen anzuschließen, und das an einem möglichst gut einsehbaren Ort. Leider gibts zu wenige vernünftige Fahrradständer.

    Bzgl. Diebstähle: Da gibts bestimmt auch eine hohe Dunkelziffer. Bei den minimalen Chancen, das Rad zurückzubekommen, wird der Diebstahl gerade billiger Räder sicher oft gar nicht erst gemeldet.
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  •   betablocker
    (945 Beiträge)

    04.09.2017 17:07 Uhr
    Der Kardinalfehler
    schlechthin. Es gibt immer noch genug (vornehmlich Frauen) die das Rad am Vorderrad anschliessen. Und dann auch noch eins mit Schnellspannern. Allerdings lohnt sich das Klauen eines Rades ohne Vorderrad natürlich nur dann wenn mans gleich irgendwo einladen kann.
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  •   Rundbau-Gespenst
    (9734 Beiträge)

    04.09.2017 16:56 Uhr
    vielleicht lösen wir das Problem auf die schweizer Art:
    dort hat das Velo ein Nummernschild auf dem Schutzblech hinten. Das heißt allerdings auch, dass die zauseligen MTB-Fahrer ein Schutzblech anbringen müßten, wollten sie am Straßenverkehr teilnehmen.
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  •   Ludwigsstammtischbruddler
    (711 Beiträge)

    04.09.2017 17:37 Uhr
    Hmmm,
    mit Nummernschild könnte man die Zausel ja endlich für ihre Verkehrsverstöße belangen. Das schweizer Model gefällt mir. grinsen
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  •   betablocker
    (945 Beiträge)

    04.09.2017 19:31 Uhr
    Dazu müsste
    man auf der Bußgeldstelle (allein in KA) etwa 1000 Leute einstellen.
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  •   Rundbau-Gespenst
    (9734 Beiträge)

    04.09.2017 20:05 Uhr
    wie viele Arbeitslose mit kaufmännischem "Background"
    gibt's im Bezirk der Karlsruher "Agentur"?
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  •   NeoTiger
    (427 Beiträge)

    04.09.2017 15:37 Uhr
    "Garantie"
    Garantie ist eine freiwillige vertragliche Leistung des Herstellers und unterliegt den vereinbarten Garantiebedingungen, die den beiliegenden Dokumenten zum Rad entnommen werden können.

    Die gesetzliche Gewährleistung hingegen würde nur dann durch die Kodierung beeinträchtigt, wenn die Gravur nachweislich für den eingetretenen Schaden verantwortlich wäre, also der Rahmen z.B. an dieser Stelle rosten oder gar brechen würde. Ein Defekt an der Gangschaltung oder Beleuchtung bliebe davon unberührt.
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  •   rosi
    (297 Beiträge)

    04.09.2017 11:44 Uhr
    Warum?
    Die Stadt sorgt für jede Menge Parkplätze für Autofahrer quasi umsonst, wenn man die lächerliche KfZ-Steuer zu Stellplatzmieten ins Verhältnis setzt. Und die Mineralölsteuer ist für Fernstraßen und als Ökosteuer gedacht also nichts was einen Radfahrer betreffen würde
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  •   cc91
    (135 Beiträge)

    04.09.2017 10:56 Uhr
    Heute
    schreiben hier mal wieder nur die Nazis...
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