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Karlsruhe 20 Jahre nach den Anschlägen: Wie erinnern sich Karlsruher an den 11. September?

Am frühen Morgen vor genau 20 Jahren wirkten die USA unangreifbar, das Stadtbild New Yorks zierten zwei gewaltige Türme und der Weltfrieden schien so nahe wie nie. Dann kam es zu jenem Moment, der durch sämtliche Medien der Welt ging. Ein Moment an den sich auch viele Karlsruher haargenau erinnern. ka-news.de hat seine Leser gefragt: Wo wart ihr, als der Anschlag am 11. September stattfand?

Der sogenannte "Krieg gegen den Terrorismus" den die damalige US-Regierung unter George W. Bush ansagte, begann mit an diesem Tag: Der 11.September 2001 hat sich als weltweiter Wendepunkt ins kollektive Gedächtnis der Moderne eingeprägt - so sehr dass fast jeder noch immer sagen kann, wo er in dem Moment war, als die Türme fielen.

"Mein Lehrer stand noch einen Monat zuvor auf dem Nordturm"

So erzählt uns beispielsweise eine anonyme ka-Reporterin, dass sie vor 20 Jahren zum ersten Schultag der fünften Klasse angetreten sei. "Nachmittags war ich bei einer Freundin zum spielen, ihr Bruder kam ins Zimmer und meinte, in Amerika seien zwei Häuser eingestürzt. Ich habe mir recht wenig Gedanken gemacht, da es weit weg war und, nun ja, zwei Häuser, passiert halt."

(Symbolbild) Das durch den Anschlag von 2001 zerstörte World Trade Center in New York.
(Symbolbild) Das durch den Anschlag von 2001 zerstörte World Trade Center in New York. | Bild: pixabay.com

In den nächsten Schultagen sei das Thema allerdings sehr ausgiebig in der Schule aufbereitet worden: "In bildende Kunst haben wir zum Beispiel Bilder von den Attacken gemalt, in Deutsch darüber geredet, was wir tun wollen, wenn wir nur noch einen Monat zu leben hätten, und mein Mathelehrer berichtete uns, dass er einen Monat zuvor noch auf dem Nordturm der Twin Towers stand."

"Ich glaubte es gibt einen Weltkrieg"

Eine weitere, nun in Karlsruhe ansässige ka-Reporterin mit Namen Katherine, berichtet wie sie auf den Anschlag reagiert habe: "Ich bin zu meinem Arbeitsplatz gekommen , und mein Kollege sagte mir, 'Kennst du diese beiden Türme in New York? Die gibt’s nicht mehr' und zeigte mir Bilder im Internet. Ich hatte zuerst nichts verstanden – es war zu viel, um es zu begreifen. Dann bin ich nach Hause gefahren und habe mit meinem Sohn die Reportagen geschaut. Da sind wir stundenlang vor dem Fernseher geblieben und ich sagte ihm: 'Ich glaube, es gibt einen Weltkrieg'.“

Die Türme des World Trade Center am 11.09.2001.
Die Türme des World Trade Center am 11.09.2001. (Symbolbild) |

Einige Tage später hätten sich die Menschen noch immer öffentlich vor die Fernseher gedrängt, obwohl sie "die Szene bestimmt schon20 Mal gesehen hatten. Ich weiß noch, damals wollte niemand alleine sein. Man ist raus und unter die Menschen gegangen, einfach um mit anderen zusammen zu kommen. Man hat die Nähe und die Wärme von anderen Lebewesen gesucht."

"Was würde es für Deutschland bedeuten?"

Die Furcht vor einem Krieg, schlug sich auch bei anderen Menschen nieder, so berichtet ein Leser über Social Media: "ich saß damals im Büro als die Nachricht reinkam, dann haben wir alle versucht über die Nachrichtenseiten mehr Infos zu bekommen, aber nix ging mehr. Man hatte ja keine Ahnung ob das nicht zu sofortigem Rückschlag der Amerikaner führt und auch was das als Bündnisfall für Deutschland bedeutet hätte."

"Erschreckend, wozu Menschen fähig sind"

Andere wiederum wurden einfach nur von Fassungslosigkeit gepackt -gerade jene, die vor 20 Jahren noch Kinder waren: "In der Schule, 3. Klasse schauten wir uns eine Dokumentation im TV über Meereslebewesen in Biologie, als dann die Breaking News kamen und live darüber berichtet wurde. Waren fassungslos zu dem Zeitpunkt."

Für wieder andere, waren die Twin Towers selbst Kindheitserinnerungen, was die Fassungslosigkeit noch weiter verstärkte: "Ich war zu Hause vor dem TV. Ich konnte es nicht glauben, ich war als 5 Jähriger in New York und diese Stadt hat mich sehr beeindruckt als Knirps. Alles so hoch und riesig. Empire State Building, Freiheitsstatue und natürlich das WTC, als die Türme einstürzten, liefen die Tränen - erschreckend zu was Menschen fähig sind!"

War es vielleicht gar nicht real?

Dann schließlich gab es einige Menschen, die das Ereignis zunächst gar nicht als Realität anerkannten. Zu unvorstellbar, zu absurd wirke ein solch schrecklicher Anschlag: "Ich war mit meinem 3-jährigen Sohn gerade auf Menorca essen und dachte: 'Müssen die in einem Familienhotel echt so ein Actionfilm beim Essen ausstrahlen?' Echt", erzählt eine weitere Leserin.

Nun, genau 20 Jahre später, hat sich der Blickwinkel auf den 11. September natürlich gewandelt - ebenso wie die westliche Welt. Ein Wandel, für den die Ereignisse am 11. September 2001 sicherlich keine geringe Rolle spielen. 

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