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Karlsruhe 130 Straftaten weniger im vergangenen Jahr: Wie gefährlich ist der Europaplatz wirklich?

Die Menschen in Karlsruhe fühlen sich an einigen Plätzen in der Stadt unsicher - besonders der Europaplatz rückt dabei in den Fokus. Das geht aus dem im Sommer erhobenen Sachstandsbericht der Stadt hervor. Dem stehen die Zahlen der Polizei in der aktuellen Kriminalstatistik gegenüber: Im letzten Jahr gab es am Europaplatz 130 Straftaten weniger als im Jahr zuvor. Wie passt das zusammen?

Am Europaplatz in Karlsruhe ist so gut wie immer etwas los: Tagsüber, wenn dort viele Menschen an der Haltestelle ein- und aussteigen - aber auch in der Nacht, da sich rund um den Europaplatz zahlreiche Restaurants, Kneipen und Cafes befinden.

Aber: Rund 59 Prozent der Karlsruher geben an, den Europaplatz aus Sicherheitsgründen im Dunkeln lieber meiden zu wollen. Das geht aus dem Bericht der Stadt Karlsruhe zum Sicherheitsempfinden der Bürger aus dem Jahr 2018 hervor. Der Europaplatz ist dabei Spitzenreiter: Es ist der Ort in Karlsruhe, an dem sich die Menschen am wenigsten sicher fühlen - noch vor dem Kronen- und dem Werderplatz. 

Sicherheitsempfinden der Bevölkerung in der Innenstadt bei Nacht. | Bild: Stadt Karlsruhe/Amt für Stadtentwicklung

Subjektives Sicherheitsgefühl weicht von tatsächlichen Straftaten ab

Doch ist der Europaplatz tatsächlich ein so gefährliches Pflaster? Die Zahlen der Kriminalstatistik des vergangenen Jahres sprechen hier eine andere Sprache: "Die konkreten Zahlen geben es überhaupt nicht her, dass Plätze wie der Europaplatz oder der Kronenplatz weniger sicher geworden sind", sagt Polizeipräsidentin Caren Denner bei der Vorstellung der Statistik am Montag.

Polizeipräsidentin Caren Denner | Bild: Melissa Betsch

So seien im Jahr 2017 noch 904 Straftaten am Europaplatz registriert worden, 2018  hingegen nur noch 774 - ein Minus von 130 Straftaten. "Der größte Teil der Delikte, die am Europaplatz aufgenommen werden, sind Ladendiebstähle", teilt das Polizeipräsidium auf Nachfrage von ka-news mit.

(v.l.) Polizei-Pressesprecher Raphael Fiedler, Christian Ostertag (Leitung Direktion Reviere), Caren Denner (Polizeipräsidentin), Thomas Rüttler (Leiter Kriminalpolizeidirektion)
v.l. Christian Ostertag (Leitung Direktion Reviere), Caren Denner (Polizeipräsidentin), Thomas Rüttler (Leiter Kriminalpolizeidirektion). | Bild: Leonie Wiegel

"Bei Licht fühlen sich die Menschen wohler"

Wie kann also das subjektive Sicherheitsgefühl der Bürger wieder gestärkt werden? Aus Sicht der Polizeipräsidentin kann gerade an Orten wie dem Europaplatz städtebaulich dazu beigetragen werden, dass die Menschen sich dort wieder sicherer fühlen: "Beispielsweise durch eine bessere Beleuchtung. Bei Licht fühlen sich die meisten Menschen in der Nacht wohler", erklärt Caren Denner.

Sicherheitsempfinden der Bevölkerung bei Nacht und bei Tag.
Sicherheitsempfinden der Bevölkerung bei Nacht und bei Tag. | Bild: Bild: Stadt Karlsruhe/Amt für Stadtentwicklung

Im Moment ist das allerdings noch nicht der Fall: Die sinkenden Zahlen der Straftaten sind scheinbar wohl noch nicht in den Köpfen der Karlsruher Bürger angekommen. Ob die Zahlen ihren Trend beibehalten und in den kommenden Jahren weiterhin stetig sinken werden, bleibt abzuwarten.

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  •   schmidmi
    (2750 Beiträge)

    27.03.2019 11:22 Uhr
    Hab ich doch
    Und nicht so verquast, wie Sie.
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  •   Prof.Baerlapp
    (755 Beiträge)

    26.03.2019 21:36 Uhr
    Mit der
    rosaroten - oder vielleicht sollte man besser sagen: grünen - Brille, die heute viele tragen, bleibt sogar das Offensichtliche im Dunkel.
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  •   HerrNilson
    (1700 Beiträge)

    26.03.2019 22:03 Uhr
    Ach
    wird jetzt wieder Grünenbashing betrieben? Wenn nichts mehr geht, auf die Grünen können wir alles schieben oder?
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  •   Winston_Smith
    (742 Beiträge)

    27.03.2019 02:58 Uhr
    Grün abzulehnen, ist in einer Demokratie nach wie vor eine legitime Ansicht
    Bei Grün fällt mir ein Smiley ein:

    🤮🤮 Und nein, nicht ICH habe diesen Smiley programmiert.
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  •   HerrNilson
    (1700 Beiträge)

    26.03.2019 17:43 Uhr
    Sie wissen also mehr
    als die Polizeistatistik. Dann nennen Sie uns doch einmal Ihre Quellen, damit auch wir uns dieses Wissen aneignen können.
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  •   Winston_Smith
    (742 Beiträge)

    26.03.2019 18:09 Uhr
    Es geht nicht um "mehr Wissen als die Polizeistatistik"
    Lesen Sie mein Posting erneut und versuchen Sie's nochmal. zwinkern
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  •   HerrNilson
    (1700 Beiträge)

    26.03.2019 18:24 Uhr
    Ich muss das nicht noch mal lesen.
    Sie stellen Behauptungen auf, wie so oft, und können auf Nachfrage nicht liefern.
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  •   Winston_Smith
    (742 Beiträge)

    27.03.2019 02:34 Uhr
    Ich habe grundsätzlich Ihre "Forderungen?" nicht zu befolgen - wer bitte sind Sie denn?
    Es ist noch Stand jetzt (Mi, 2.20 h) auf der ersten Seite dieses Mediums ein Artikel aus Rastatt zu lesen. Vergleichen Sie den mit der Originalpressemitteilung des zuständigen Polizeipräsidiums Offenburg.
    Sie werden die üblichen eklatanten und, durch das Verschweigen von Fakten erschreckende, Unterschiede finden.
    Solange Sie und Ihre GesinnungsgenossInnen nicht zu den Fakten stehen können und glauben, diese mit an den Haaren herbeigezogenen lächerlichen Begründungen, v o r e n t h a l t e n zu müssen, zu können oder zu sollen, machen Sie sich zu Bütteln totalitärer Ideologien.

    Oder um es ganz einfach zu sagen: Alle Fakten zu jeder Zeit auf den Tisch. Punkt.

    Alles andere hat nichts, aber auch gar nichts mehr, mit Demokratie zu tun.
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  •   Lipa
    (813 Beiträge)

    27.03.2019 18:11 Uhr
    Hallo Winston
    bitte seien Sie so nett und geben mir Hinweise, wo ich das alles leicht finde. Geht das? im voraus ein Danke
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  •   HerrNilson
    (1700 Beiträge)

    27.03.2019 07:33 Uhr
    Sie stellen
    hier im Forum Behauptungen auf und auf Anfrage nach Quellen kommt wie immer: nichts (weil es keine seriösen Quellen gibt?) oder es folgt ein unverständliches Geschwurbel. Sie kennen das doch: wer behauptet muss belegen, ansonsten darf er gerne schweigen. Da kann sich jeder selbst seinen Teil dazu denken. Ganz einfach. Ach ja: sparen Sie sich weiteres Geschwurbel auf meine Antwort, ich werde nicht mehr weiter darauf eingehen, weil es mir def. zu blöd ist. Bitte, gerne.
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