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Karlsruhe 100 Tage Karlsruher Klimacamp - und jetzt? "Wir sind noch nicht so bekannt, wie wir gern wären"

100 Tage sind vergangen - und noch immer steht am Montag das Klimacamp auf dem Karlsruher Schlossvorplatz. Das bedeutet im Umkehrschluss: Die von den Aktivisten gesetzten Ziele wurden noch nicht erreicht, oder? Was sich seit Beginn vor 100 Tagen im Klimacamp verändert hat und was vor allem vom Klimacamp verändert wurde - ka-news.de hat mit den Aktivisten gesprochen.

Am 28. Mai 2021 schlug das Camp seine Zelte vor der Schlossfassade auf, am  darauffolgenden Tag war das Klimacamp offiziell eröffnet. Nun, am Montag, 6. September, wurde das Klimacamp 100 Tage alt.  Was haben die Aktivisten aus der bisherigen Zeit vor dem Schloss mitgenommen? 

Die Sommermonate hat das Camp schon ausgestanden - 100 Tage Klimacamp. | Bild: Lars Notararigo

Klar ist: Mit 100 Tagen Campleben soll es das nicht gewesen sein: "Wir wollen auch in Zukunft ein vielfältiges Programm bieten, weitere Aktionen planen und vor allem an unserer Außenwirksamkeit arbeiten", sagt Luna Däschner, Teilnehmerin seit der ersten Woche, im Gespräch mit ka-news.de. "Uns ist bewusst, dass wir mittlerweile ein Bild in der Öffentlichkeit hinterlassen und das wollen wir optimieren."

Luna Däschner sei seit der ersten Woche regelmäßig im Klimacamp vertreten gewesen. | Bild: Lars Notararigo

"Die Leute sollen sich hier willkommen fühlen"

Zu dieser "Optimierung" gehöre vor allem Öffentlichkeitsarbeit - aber auch das optische Bild des Camps: "Wir bemühen uns natürlich, alles sauber und freundlich zu gestalten, aber genauso wollen wir das Klimacamp so gestalten, dass es nicht mehr so verbarrikadiert wirkt", so Däschner. "Die Leute sollen sich hier willkommen fühlen", so die junge Aktivistin. Nur so entstehe ein Dialog.

Der Eingang des Klimacamps. | Bild: Lars Notararigo

Diese Öffentlichkeitsarbeit sei vor allem nötig, da "uns innerhalb der Klimaschutz-Szene zwar viele Menschen kennen, aber darüber hinaus sind wir noch nicht so bekannt, wie wir es gerne wären." Gerade mit der Bevölkerung, die das Thema Klimaschutz nicht allzu aktiv verfolge, wolle man im Klimacamp Kontakt aufnehmen.

Ein öffentlicher Infoflyer des Klimacamps. | Bild: Lars Notararigo

"Wir sind stolz, etwas bewegt zu haben"

"Nur wenn wir eine breite Bevölkerungsschicht mit Informationen versorgen, können wir bei den Themen, die uns wichtig sind, etwas bewirken. Zum Beispiel beim Rheinhafen-Dampfkraftwerk 7", sagt Däschner.

"Wir haben bereits für die Abschaltung demonstriert und Unterschriften gesammelt. So konnten wir zumindest dazu beitragen, dass das Thema im Gemeinderat präsent bleibt - und wir sind auch einigermaßen stolz, dort etwas bewegt zu haben."

Mehrere Umweltorganisationen, nicht nur das Klimacamp, sprachen sich für eine Abschaltung von Block sieben des Rheinhafen-Dampfkraftwerks aus. | Bild: Lars Notararigo

Vom Kohlekraftwerk abgesehen habe das Klimacamp natürlich auch andere Forderungen. Diese wurden bereits im Juni verkündet und sollten noch einmal im Dialog mit der Politik erörtert werden. "Wir sind auch schon mit verschiedenen Parteien ins Gespräch gekommen. Die Grünen und die Linken waren zum Beispiel schon hier und auch mit Ingo Wellenreuter von der CDU haben wir uns schon getroffen", sagt Däschner.

Die drei Forderungen des Klimacamps Karlsruhe. | Bild: Lars Notararigo

Wenig Unterstützung von den Karlsruher Parteien

Ob auch die Fraktionen des Karlsruher Gemeinderats auf die Forderungen eingehen, stehe aber auf einem anderen Blatt. "Die Parteien haben uns zwar für die Forderungen gelobt, aber konkrete Vorschläge, sie umzusetzen wurden noch keine genannt, geschweige denn eingeleitet", wie die Aktivistin erklärt. "Wirkliche Statements haben wir dazu auch nur auf Nachfrage bekommen."

Nichtsdestotrotz wolle man an den Forderungen festhalten - ebenso am Hauptziel des Klimacamps, möglichst viele Menschen an das Thema Klimaschutz heranzuführen. "Ein paar Leute kommen jetzt schon täglich vorbei und befassen sich mit unserer Sache", erklärt Däschner. Und auf dieser Anzahl an Besuchern wolle man immer weiter aufbauen. 

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Kommentare (58)
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  •   Reger
    (756 Beiträge)

    08.09.2021 14:01 Uhr
    Wiederholung
    Man muss irgendein Thema oft genug und immer wieder publizieren, dann wird es ein gesellschaftliches Thema. So auch in diesem Fall.
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  •   dipfele
    (5986 Beiträge)

    08.09.2021 21:17 Uhr
    Oder KA News könnte...
    .... über die dämnächst geplante Abholzung der gesunden Platanen in der Kaiserstrasse berichten. Oder über die Nonsensforderung der Klimaschützer, die eine Verlängerung der Turmbergbahn verhindern wollen. Immerhin würden dann ca. 700 qm Rasen verloren gehen. Undneun Parkplätze !!! Wenn dagegen bis 2025 zusätzlich 500 km Autobahnen unberüherte Natur zerstören, ist das kein Thema für diese Leute.
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  •   Motorhead
    (976 Beiträge)

    08.09.2021 21:52 Uhr
    Das sind keine Klimaschützer
    sondern Anwohner 😉
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  •   AhmedDerAufklärer
    (773 Beiträge)

    08.09.2021 15:18 Uhr
    Statt
    über KLimaprotest könnte ka-news natürlich auch über die "schönsten Brunnen von Karlsruhe" berichten... zwinkern
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  •   Reger
    (756 Beiträge)

    08.09.2021 18:11 Uhr
    Könnte,
    tut ka-news jedoch nicht, weil das kein gesellschaftsveränderndes Thema wäre. 😉
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  •   silberahorn
    (11052 Beiträge)

    08.09.2021 18:01 Uhr
    In Wahlkampfzeiten
    gäbe es noch andere Themen. Bei Klima kommt immer sofort: Fianzierung.

    Ich frage mich aber z.B. welches Ministerium dafür zuständig wäre, dass der Zinssatz in § 44 SGB I angepasst wird. Der Staat zahlt immer noch 4 Prozent, also so viel wie keine Bank. Da liegt der höchste Satz aktuell bei 0,65 und das auch nicht in Deutschland. Gegen hohe Zinesn, wenn der Staat dir etwas schuldet, wird kein Bürger klagen. Man klagt eher gegen sechs Prozent bei Steuerschulden.

    Also würde mich tatsächlich interessieren, welches Ministerium zuständig wäre und warum das keinen stört.
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  •   Reger
    (756 Beiträge)

    08.09.2021 18:15 Uhr
    Geld vom Staat?
    Bringen Sie mal ein Beispiel.
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  •   silberahorn
    (11052 Beiträge)

    08.09.2021 18:28 Uhr
    Mich selbst
    hat das betroffen, weil unsere hiesigen Sozialbürgermeister ignorant waren.

    Eigentlich hätte ich, obwohl ich in jedem Antrag auf Vorleistungen richtig angab, dass bei einer Landesbehörde von mir noch ein Widerspruch nicht bearbeitet wurde, zumindest so begleitet werden können, dass es dann nicht zu hohen jahrelangen Nachzahlungen kommen muss.
    Nach den Antworten, die ich zum Theman bekam, gehe ich nicht davon aus, dass sich bei solchen Fällen etwas geändert hat. Ich war selbst überrascht, dass das was mich 2014 betraf im Jahr 2021 immer noch so hoch bezinst werden würde, weil der Paragraph immer noch vier Prozent vorsieht.

    In meinem Fall war der an mich zu zahlende Zinsbetrag mit Zinseszins fünfstellig! Den Betrag, der durch Hochnäsigkeit im hiesigen Rathaus entstand, zahlt auch der Bund. (SPD, als Finanzexperten, stört das nicht)
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  •   silberahorn
    (11052 Beiträge)

    08.09.2021 18:41 Uhr
    In meinem Fall
    habe ich den Betrag für einige gute NGOs gespendet und freiwillig wieder für Ausgleich gesorgt. Das kann man aber nicht voraussetzen.
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  •   Schillerlocke
    (609 Beiträge)

    07.09.2021 17:17 Uhr
    Treffer 3
    +++ Das Posting verstößt gegen unsere AGB und wurde daher von der Redaktion gesperrt +++

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