Karlsruhe Karlsruher Team bei Allgäu-Orient-Rallye: Rollstühle für Temeswar gesucht

Sechs Karlsruher, drei alte Volvos und drei Wochen Zeit. Diese entschlossene Mischung ergibt das Team mit der Startnummer 100 bei der diesjährigen Allgäu-Orient-Rallye. Die Teilnehmer legen dabei 6.000 Kilometer von Oberstaufen nach Jordanien zurück - alles für einen karitativen Zweck. Das Karlsruher Team will sich besonders um die rumänische Partnerstadt Temeswar bemühen und auf dem Weg nach Jordanien gespendete Rollstühle, Krücken oder Rollatoren abliefern.

Bereits im achten Jahr rollt die humanitäre Allgäu-Orient-Rallye (AOR) am 27. April von Oberstaufen im Allgäu nach Jordanien. Autos, die entweder älter als 20 Jahre sind oder nicht mehr als 1.111,11 Euro kosten dürfen, werden dabei am Ziel für einen guten Zweck verkauft. Und auch auf der Reise dorthin müssen die Teilnehmer soziale Aufgaben erfüllen.

Rollstühle und Rollatoren gesucht

In diesem Jahr stellt sich auch ein Karlsruher Team dem Abenteuer und hat zusätzlich eine ganz besondere Aufgabe im Gepäck: "Wir fahren auf dem Weg nach Jordanien die Karlsruher Partnerstadt Temeswar in Rumänien an und verteilen dort gespendete Mobilitätshilfen wie Rollatoren, Rollstühle und Krücken aus dem Karlsruher Raum an Bedürftige", erläutert Teammitglied Alexander Kast.

Unterstützt werden die sechs Freunde dabei vom "Freundeskreis Temeswar" in Karlsruhe. Dorthin haben sie sich mit ihrer Idee gewandt und erhielten sofort Unterstützung in Form von Kontakten zu Krankenhäusern und Altenheimen. Die Spenden wollen sie mit zwei Anhängern transportieren und diese anschließend der Caritas vor Ort überlassen, damit sie weiter benutzt werden können.

Abgesehen vom Temeswar-Projekt warten auch andere Aufgaben auf das Team mit der Startnummer 100. Wie alle anderen Teilnehmer auch müssen sie ein Musikinstrument organisieren, das von einem Konkurrenten nach Istanbul transportiert wird. Nachdem jedes Team ein Musikstück zum Besten gegeben hat, werden die Instrumente an eine Musikschule gespendet.

Autos haben 250.000 Kilometer auf dem Buckel

Bis zu diesem Zwischenstopp darf jeder seine Strecke frei wählen, dann fahren alle in festgelegten Etappen weiter in Richtung Königreich Jordanien. Schlafen werden die sechs Karlsruher übrigens in ihren Autos: Dafür haben sie die Volvos selbst ausgebaut. Weil allerdings jedes der drei Fahrzeuge eine viertel Million Kilometer auf dem Buckel hat, wird die Reise auch deshalb ein wahres Abenteuer. "Falls ein Auto schlapp macht, haben wir zwar einen Kfz-Mechaniker an Bord - notfalls müssen wir es aber zurücklassen", erzählt Teammitglied Jens Scholl im Gespräch mit ka-news.

An Kosten kommen auf jeden im Karlsruher Team um die 3.000 Euro zu. Dieser Betrag soll zumindest mit verkauften Werbeflächen auf den Autos und anderem Sponsoring gedrückt werden. Dennoch bleibt das Unterfangen eine idealistische Angelegenheit. "Der Spirit der Rallye ist für uns neben dem sozialen Zweck einfach das Abenteuer. Die Erfahrung kann uns keiner mehr nehmen", sind sich Kast und Scholl einig. Offiziell läuft die AOR als Low-Budget Rallye: Die Autos müssen entweder älter als 20 Jahre sein oder dürfen nicht mehr als 1.111,11 Euro gekostet haben. Übernachtet werden darf zwar im Hotel - allerdings nur an maximal 11 Tagen und nur, wenn das Zimmer nicht mehr als 11,11 Euro kostet.

Spenden-Wunschliste auf der Webseite

Das Karlsruher Team besteht aus sechs Mitgliedern zwischen 31 und 55 Jahren. Auf der Webseite www.karlsruhe-hilft.com stellen die Freunde sich selbst, ihre Autos und ihr Projekt vor. Es gibt eine Liste von Sponsoren und eine Wunschliste, welche Utensilien für die Reise noch gespendet werden können.

Insgesamt starten bei der Rallye 110 Teams à sechs Personen und drei Fahrzeugen. Auf der Strecke dürfen keine Autobahnen und keine mautpflichtigen Straßen liegen, außerdem sind weder Navis noch andere GPS-Geräte erlaubt. Nicht der erste am Zielort gewinnt, sondern das Team mit den meisten Punkten aus den bewältigten Aufgaben. Der Hauptpreis ist übrigens ein Kamel, das vom Jordanischen Königshaus gespendet wird. Es verbleibt im Land und wird in der Regel einem Nomaden geschenkt.

Mehr Infos gibt es auch unter www.allgaeu-orient.de.

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