Karlsruhe Karlsruher Start-Up-Szene boomt: "Hier ziehen alle am selben Strang"

Seine Idee in die Tat umsetzen, sein eigenes Unternehmen gründen: Das ist der Traum vieler Jung-Unternehmer. Dass Karlsruhe dabei eine Schlüsselrolle in der deutschen Gründer-Landschaft einnimmt, ist kein Zufall: Zwar kämpfen Gründer in der Fächerstadt mit den selben Problemen wie an anderen Orten - doch die Wege zur Lösung sind oft kürzer. Und das hat einen Grund.

"Karlsruhe ist definitiv eine Start-Up-Hochburg", stellt Jens Fahrenberg fest. Fahrenberg ist Leiter des Innovationsmanagement des Karlsruher Institut für Technologie (KIT), kennt die Start-Up-Szene in der Fächerstadt genau. Er untermauert: "Im bundesweiten Gründungsradar des Deutschen Stifterverbands landet das KIT auf dem dritten Platz. Im Vergleich mit anderen Städten in Baden-Württemberg ist Karlsruhe ohnehin Spitzenreiter."

Gründerallianz vernetzt Karlsruher Institutionen

Doch nicht nur das KIT bringt jährlich neue Unternehmen hervor. Fahrenberg erklärt: "Für den Karlsruher Erfolg sind vor allem drei Akteure verantwortlich. Das sind neben dem KIT das Cyberforum und die Wirtschaftsförderung." Dabei übernimmt jede Einrichtung andere Bereiche: Das KIT decke den wissenschaftlichen Bereich ab, das Cyberforum vor allem Gründungen der IT-Branche und die Wirtschaftsförderung die Kreativwirtschaft und die Dienstleistungen, erläutert Fahrenberg.

In dieser Vielfalt sieht er das Erfolgsgeheimnis des Karlsruher Gründer-Erfolgs. Er sagt: "Mit dieser Aufteilung sind alle Richtungen abgedeckt. Jeder kann andere Dinge und bringt diese auch ein." Damit das Zusammenspiel dauerhaft gesichert ist, wurde die Karlsruher Gründerallianz ins Leben gerufen. Sie umfasst eine ganze Reihe verschiedener Akteure der Karlsruher Gründer-Szene und der Wirtschaft - und vermittelt junge Unternehmer an die richtigen Adressen. Mit Blick auf die Allianz stellt Fahrenberg fest: "In Karlsruhe ziehen alle an einem Strang."

Doch trotz der guten Voraussetzungen in der Fächerstadt: Der Weg für ein junges Unternehmen ist oft steinig und weit. Fahrenberg nennt vor allem zwei Probleme, mit denen Gründer häufig zu kämpfen haben: "Zum Einen ist da die Frage nach der Finanzierung." Er erläutert: "Man hat eine Idee, aber wie kann man sie finanzieren?" Oft ein schwieriges Thema, für einige Start-Ups zu Beginn eine hohe Hürde. Doch auch in diesem Bereich sieht Fahrenberg Karlsruhe gut aufgestellt: "Über die Gründerallianz können beispielsweise auch Kontakte zu Banken entstehen."

"Die Rückmeldung ist sehr rege"

Und das zweite Hauptproblem? Fahrenberg erklärt: "Auch bei der Teamfindung gibt es immer wieder Hindernisse. Zum Beispiel, wenn sich ein Physiker und ein BWLer suchen." Dabei sei besonders dieser richtige Mix der Geschäftspartner entscheidend, denn: "Nicht jeder mit einer guten Idee, ist automatisch ein guter Unternehmer", erläutert Fahrenberg.

Haben sich diese Fragen geklärt, sehen sich junge Unternehmen oft auch vor infrastrukturellen Herausforderungen. Fahrenberg erklärt: "Wenn sich beispielsweise ein Unternehmen am KIT im Bereich Physik oder Chemie gründet, müssen Labors und andere Einrichtungen gefunden werden." Rund 20 dieser Gründungen gibt es allein am Karlsruher Institut für Technologie jährlich - eine Zahl, die Fahrenberg gefällt. Zwar lasse sich die genaue Zahl aller Start-Ups in Karlsruhe bisher nicht beziffern, doch der Experte sagt: "Insgesamt laufen sehr viele Projekte."

Aber auch in anderen Branchen stehen Gründer vor den gleichen Problemen. Für Unternehmen der Kreativwirtschaft gibt es deshalb das Perfekt Futur auf dem Gelände des Alten Schlachthofs im Karlsruher Osten. Allein im "Perfekt Futur", der Gründer-Einrichtung auf dem Gelände, sind zur Zeit rund 20 Jung-Unternehmen untergebracht. Sabrina Isaac-Fütterer, Verantwortliche des Kulturbüros K³ sagt: "Monatlich bekommen wir fünf bis sechs neue Bewerbungen." Und so stellt auch Isaac-Fütterer fest: "Die Rückmeldung ist sehr rege."

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