20  

Karlsruhe Karlsruher Grüne: Kürzung von Eingliederungsmitteln zurückzunehmen

Die Grüne Gemeinderatsfraktion in Karlsruhe nimmt mit Sorge eine aktuelle Untersuchung der Bundesagentur für Arbeit zur Kenntnis, wonach der Abbau der Langzeitarbeitslosigkeit immer schwieriger wird. Mit dem Kahlschlag bei der Arbeitsförderung raube das Bundesarbeitsministerium den Langzeitarbeitslosen jegliche Chance auf eine berufliche Zukunft. Auch in Karlsruhe sei das Budget der Eingliederungsmittel durch die Bundesregierung gekürzt worden.

Aus einer Gemeinderatsanfrage der Grünen gehe dabei hervor, dass für das Jahr 2011 die Mittel um 5,71 Millionen Euro beziehunsgweise um fast 30 Prozent gekürzt worden seien. Für das Jahr 2012 (-1,5 Millionen Euro) werde es zu weiteren Einschnitten kommen.

Dies werde sich direkt in Karlsruhe auswirken. "In der Südstadt gab es noch vor kurzem einen bis zu zehn Mann starken Straßenfegertrupp der Diakonie Karlsruhe, der aufgrund der Kürzungen radikal verkleinert werden musste. Nun haben nur noch zwei Personen die Möglichkeit sich dort zu betätigen", so die Stadträte Michael Borner und Uta van Hoffs in einer Pressemitteilung der Fraktion. Auch das Amt für Abfallwirtschaft sei von den Sparvorgaben hart getroffen: Von 16 Stellen wurden 14 abgebaut.

"Bei den Langzeitarbeitslosen schlummert eine stille Fachkräftereserve, die es zu heben gilt", ergänzt die Bundestagsabgeordnete Sylvia Kotting-Uhl die Stellungnahme der Gemeinderatsfraktion. Mit dieser schwarz-gelben Arbeitsmarktpolitik blieben jedoch Ältere, Alleinerziehende und Geringqualifizierte, die als Fachkräfte dringend gebraucht würden, auch weiterhin auf Hartz-IV-Leistungen angewiesen.

Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Links
Rechts
Das könnte Sie auch interessieren
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (20)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Der Kommentarbereich wird 7 Tage nach Publikationsdatum geschlossen.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
  •   runsiter
    (11986 Beiträge)

    26.09.2011 22:07 Uhr
    Sobald
    einer über 3 Monaten aus dem Job raus ist und über 30 (okay 35) ist, zählt er nicht mehr als Fachkraft.

    Diese Personalheinies sollten mal umdenken.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Propagandahilfskraft
    (1824 Beiträge)

    27.09.2011 02:22 Uhr
    Umdenken ...
    ... geht nur wenn man überhaupt mal angefangen hat zu denken. Daher scheitert Dein Vorschlag in der Praxis.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (8066 Beiträge)

    26.09.2011 18:21 Uhr
    @Propagandahilfskraft, schick doch deine Kommentare als offenen Brief mal an die großen Zeitungen. Mal sehn ob die so viel Wahrheit drucken würden.
    Also ich würde deine Ausführungen vollumfänglich unterschreiben.

    Respekt.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (2030 Beiträge)

    26.09.2011 17:31 Uhr
    wonach der Abbau der Langzeitarbeitslosigkeit immer schwieriger wird
    Sollte wohl heißen der statistische Abbau der Langzeitarbeitslosigkeit.
    Viele Billigkräfte mussten im Rahmen einer Bildungsmaßnahme in öffentlichen Bereichen arbeiten um die VerwaltungsBeamtenlöhne zu erhalten.
    Eine Chance zur Übernahme gab es nie....Bsp. Museumswärter
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Propagandahilfskraft
    (1824 Beiträge)

    26.09.2011 17:40 Uhr
    Bisher war das ganz einfach ...
    ... mit dem statistischen Abbau der Langzeitarbeitslosigkeit. Sobald ein Arbeitsloser in eine Qualifikation oder EEJ kommt wird er aus der registrierten Arbeitslosigkeit nach SGB-III abgemeldet. Nach Ende der Maßnahme wird er dann wieder angemeldet ... oder auch vergessen. Und die Berechnung der registrierten Langzeitarbeitslosigkeit basiert auf dem Datum der letzten Anmeldung in die registrierte Arbeitslosigkeit. D.h. 3 Monate Abgammeln auf Wunsch und Weisung der BA nimmt den Betroffenen 15 Monate aus den Zahlen. Dadurch werden die Zahlen der BA schon seit Jahren um weit über eine Mio. Langzeitarbeitslose entlastet. Jetzt müssen die EEJ durch anderen Unsinn ersetzt werden, um auf ähnlich gute Werte zu kommen.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   mic1000
    (336 Beiträge)

    26.09.2011 21:22 Uhr
    stimmt so nicht ganz
    in jeder Arbeitslosenstatistik gibt es den Punkt "Unterbeschäftigung". Man muss natürlic wissen, wonach man suchen muss. Sie sind aber vermerkt. Für Karlsruhe ist das z.B. ganz konkret: ca. 4% Arbeitslose plus ca. 2,5% sog. Unterbeschäftigte.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Propagandahilfskraft
    (1824 Beiträge)

    27.09.2011 02:05 Uhr
    Aber natürlich stimmt das genau so ...
    ... und währen der Zeit der Massnahme sind die Betroffenen nur in der Gruppe der Unterbeschäftigten gezählt, danach werden sie u.U. wieder als registrierte (Neu-) Arbeitslose nach SGB-III erfasst. Und erst nach Ablauf des obligatorischen Jahres können diese wieder Langzeitarbeitslos gezählt werden. Ich bezog mich in meiner Aussage nur auf die Gruppe der Langzeitarbeitslosen und deren Hybschungen.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   mic1000
    (336 Beiträge)

    26.09.2011 15:10 Uhr
    doch nicht ideologisch
    sicher kan man die 1€ jobber kritisch sehen. wir müssen aber auch anerkennen, dass Menschen gibt, die mit ihren Leistungen, sozialen Gefüge auf dem sog. 1. Arbeitsmarkt absolut keinerlei Chancen haben. Für diese Menschen müssen Arbeitsgelegenheiten geschaffen werden, die relativ niederschwellig sind. Und die werden mit den Kürzungen der Eingliederungsmittel geradezu vernichtet. Auch wenn es immer weniger Arbeitslose gibt, kommen wir jetzt auch wenn es hart klingt an den Bdensatz der Gesellschaft an und die brauchen maßgeschneiderte Lösungsansätze für ihre teilweise multiplen Problemlagen.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Propagandahilfskraft
    (1824 Beiträge)

    26.09.2011 16:28 Uhr
    In der Realität ...
    ... wurden die EEJ geschaffen und preiswert an qualifizierten Menschenmaterial heranzukommen. Bereits die Verteilung der Qualifikationen unter den EEJ weicht extrem von der vorgegebenen Begründung ab. Facharbeiter mit abgeschlossener Lehre und Berufserfahrung sind extrem überproportinal bei EEJ zu finden. Die im ersten Arbeitsmarkt Unverwertbaren ohne Schulabschluß sind unterproportional repressentiert. Verschiedene Auswertungen der IAB haben dies eindeutig aufgezeigt.

    Die vorgeschobene Begründung war nur dazu da, unsere Gutmenschen und die restliche intellektuelle Unterstschicht zu beruhigen, schließlich sollen die unteren 90% der Bevölkerung nix merken.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   mic1000
    (336 Beiträge)

    26.09.2011 21:32 Uhr
    IAB
    hier ein Link zur IAB
    http://doku.iab.de/discussionpapers/2011/dp1711.pdf
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten

Seite : 1 2 (2 Seiten)

Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden.