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Karlsruhe Karlsruher Bildungsmesse Learntec: Mit 3D-Brille im Klassenzimmer

Ob mit 3D-Brille im Klassenzimmer oder vor dem Computer im Büro, die Karlsruher Bildungsmesse Learntec steht auch dieses Jahr wieder ganz im Zeichen des spielerischen Lernens. Das diesjährige Motto der bereits zum 20. Mal stattfindenden Messe lautet "Lernen weltweit vernetzt". Besucher können noch bis 2. Februar die neuesten IT-Neuheiten begutachten.

Eine Traube von Menschen starrt mit bunten Hornbrillen auf einen Bildschirm und wedelt mit den Armen in der Luft herum. Was tun diese Menschen nur in aller Öffentlichkeit? In der Messe Karlsruhe stellen derzeit zahlreiche IT-Unternehmen ihre neuesten Entwicklungen rund um das Thema "Lernen weltweit vernetzt" vor.

Die Menschen mit den Hornbrillen schauen jedoch nicht auf irgendeinen Bildschirm, sondern auf einen Prototyp des "cyber-classrooms". Die Idee hinter dem virtuellen Unterricht ist es, Schülern den Lernstoff möglichst plastisch nahe zu bringen. Neben der Darstellung von magnetischen Feldern, DNA-Strukturen und Kurvendiskussionen können auch Muskeln bei der Arbeit und Kunstwerke angeschaut werden.

Spielend lernen - auch im Beruf

Das Problem des effektiven Lernens stellt sich allerdings nicht nur in der Schule. Auch in der Arbeitswelt wird durch immer neuere Innovationen ein umfangreiches Fachwissen gefordert. Um dieses Wissen möglichst effizient und schnell zu vermitteln, reichen klassische Bildungsformen alleine längst nicht mehr aus, erklärt Patrik Blum, Geschäftsführer der inside Unternehmensgruppe. Die Konsequenz dieses Wandels sei die Notwendigkeit eine neue Form des Lernens zu ermöglichen, die sich individuell auf die Bedürfnisse der Mitarbeiter ausrichtet.

"Wann immer wir spielen, lernen wir auch - das ist Bestandteil unserer Evolution", erklärt Kongresskommitee-Mitglied Peter Henning. Es sei daher ein wichtiger Schritt, dass ernsthafte Lernen um spielerische Elemente zu erweitern. Dies ist wohl auch der Grund, warum sich zahlreiche Firmen der Messe mit der spielerischen Auseinandersetzung des Lerninhaltes beschäftigen.

Das Learntec Orakel

Seit ein paar Jahren wird Peter Henning, Professor für Informatik an der Karlsruher Hochschule für Technik und Wirtschaft, als "Learntec Orakel" bezeichnet. Wie schon die alten Griechen wagt er einen Blick in die Zukunft. Allerdings nicht um drohendes Unheil vorzeitig zu erkennen, sondern um die aktuellen IT-Trends auf ihre Zukunftstauglichkeit zu prüfen.

Die Bildungstrends des Jahres, also spielebasiert und mobil, sind laut dem Orakel auch in den nächsten Jahren noch "in". Besonders die Mobilität werde in Zukunft eine große Rolle spielen, ist er sich sicher. Kommen doch heute schon 20 Smartphones auf ein neugeborenes Kind.

Eine für Henning nur logische Konsequenz ist daher, dass "Lehrende endlich lernen, dass Computer und Smartphone Kommunikationsgeräte sind die als Bestandteil des Lernens akzeptiert werden müssen." Wann technische Spielereien wie Tablet-PC´s jedoch in den Unterricht integriert werden "da ist selbst ein Orakel überfragt."

Das wird geboten

Besucher können sich auf der Learntec über innovative Lernmethoden und die neuesten Trends in Sachen Bildung informieren. Neben Vorträgen können Besucher aber auch selbst tätig werden und die Neuheiten direkt vor Ort ausprobieren.

So kann am Stand von Staying Alive in einer 3D Welt Erste Hilfe geleistet werden. Die Benutzer des Systems können Beispielsweise anhand eines simulierten Herzstillstandes ihre Kenntnisse in der Ersten Hilfe verbessern. Nach der erfolgreichen Rettung des virtuellen Patienten, zieht das System Bilanz und gibt Tipps für den nächsten Versuch.

Im Rahmen der Veranstaltung findet in diesem Jahr erstmals der Vortragswettbewerb HRInnovationSlams statt. Die Teilnehmer stellen hierbei ihre neuesten Ideen, Projekte und Produkte für das Personalwesen vor. Die Jury ist bei diesem Wettbewerb das Publikum. Auch die  Preise D-Elina (deutscher E-Learning-innovations-und Nachwuchs-Award) und eureliA (European Award of Technologie suported Learning) werden auf der Messe verliehen.

Von den Anfängen der Messe

Die Learntec öffnete im Jahr 1992, mit gerade einmal 27 Ausstellern, zum ersten mal ihre Pforten. Britta Wirtz, Geschäftsführerin der Karlsruher Messe- und Kongress-GmbH, erinnert sich, dass die Zahl der Teilnehmer rasch anstieg. So sei 1999 mit 109 Ausstellern bereits die 100er-Marke geknackt worden.

Mit dem 21. Jahrhundert kam das Thema E-Learning in aller Munde. Diese neue Popularität eröffnete für die Messe die Möglichkeit in Verbindung mit anderen IT-Bereichen zu treten; immer mehr Unternehmen nutzten die Möglichkeit sich dort vorzustellen. Und in diesem Jahr stünden die Zeichen mit 200 Ausstellern gut das sich dieser Trend vorsetzt, so Britta Wirtz.

"20 Jahre sind für eine It-Messe ein beträchtlicher Zeitraum, besonders wenn man die Schnelllebigkeit der Branche und deren Trends betrachtet", resümiert Britta Wirtz. Die Learntec sei jedoch all die Jahre immer Gradmesser und Radar für die Entwicklungsprozesse der Branche gewesen.

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Kommentare (1)
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  • unbekannt
    (1272 Beiträge)

    01.02.2012 16:47 Uhr
    Mit 3D-Brille ins Klassenzimmer
    und mit Epilepsie wieder heim.
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