11  

Karlsruhe/Stuttgart Karlsruher Atomsuppe: Verglasung kann anlaufen

Nach langen Diskussionen hat das Umweltministerium am heutigen Mittwoch, 26. August, als Atomaufsichtsbehörde dem nuklearen Betrieb der Verglasungseinrichtung Karls­ruhe (VEK) der ehemaligen atomaren Wiederaufbereitungsanlage zugestimmt.

Damit gibt es grünes Licht für die geplante Verglasung von zirka 60 Kubikmetern hochradioaktiver Flüssigkeit (HAWC), die während des Betriebs der Wiederaufbereitungsanlage Karlsruhe (WAK) bis 1990 angefallen waren. Die Kosten für die Errichtung der Anlage einschließlich Inbetriebsetzung und die spätere Zwischenlagerung der produzierten Glaskokillen belaufen sich auf rund 350 Millionen Euro.

Die Zustimmung des Umweltministeriums zum nuklearen Betrieb hatte sich zuletzt verzögert, weil ein letzter Nachweis noch nicht vollständig vorlag, der bestätigen sollte, dass alle Verankerungen im Bauwerk auch im Falle eines Flugzeugabsturzes halten. Die nun von den zugezogenen Sachverständigen vorgelegten Prüfergebnisse bestätigten, dass die getroffenen baulichen Vorkehrungen die Anforderungen erfüllten, erläuterte ein Ministeriumssprecher. "Es steht nichts mehr im Wege, den Beginn der Verglasung einzuleiten."

Erste Glaskokillen schwächer radioaktiv

Der so genannte kalte Probelauf der Anlage ohne radioaktives Material habe bereits im Mai dieses Jahres erfolgreich abgeschlossen werden können. Zum ersten Mal könne nun schon in den kommenden Tagen radioaktive Flüssigkeit über die dafür vorgesehenen Verbindungsleitungen in die VEK transportiert werden. Der weitere nukleare Betrieb der VEK erfolge in mehreren Stufen. In einem ersten Schritt werde schwach radioaktive Flüssigkeit eingeleitet, um die Funktionssicherheit der Verbindungsleitungen abschließend zu bestätigen.

Nach erfolgreicher Funktionsprüfung könne danach erstmals eine zunächst geringe Menge hochradioaktiver Flüssigkeit (HAWC) in die VEK geleitet werden. Die daraus entstehende Mischung werde dann als erstes verglast. Die ersten Glaskokillen seien deshalb schwächer radioaktiv als beim künftigen Betrieb der Anlage. Der Anteil des hochradioaktiven Flüssigabfalls werde anschließend im Zulauf zum Verglasungsofen rasch auf bis zu hundert Prozent erhöht. Für den gesamten Verglasungsprozess wird bei reibungslosem Verlauf mit einem Zeitraum von etwa eineinhalb Jahren gerechnet.

"Wie schon bei den Vorarbeiten gilt allerdings auch beim Betrieb der Grundsatz: Sicherheit vor Schnelligkeit", betonte der Sprecher. "Wenn an irgendeinem Punkt der Verglasung offene Fragen auftreten, wird denen nachgegangen, auch wenn dadurch Verzögerungen entstehen könnten." Die Glaskokillen sollen nach Ende der Verglasung in Castor-Transportbehältern ins atomare Zwischenlager Nord bei Greifswald gebracht werden, so das Umweltministerium.

Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Unsere Sonderthemen
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (11)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
  • unbekannt
    (1076 Beiträge)

    27.08.2009 21:32 Uhr
    @qwerty
    Polen plant mindestens vier AKWs. Schon beim ersten hätte ich massive Bedenken, auch wenns erst 2025 ist. Du scheinbar nicht. Deine Bedenken richten sich wohl nur gegen deutsche AKW

    Soll man dich tatsächlich ernstnehmen? Die Uranvorkommen auf dieser Welt werden bis auf das letzte Gramm verbrannt werden. Da ändern auch irgendwelche Chaoten nichts daran. Wenn nicht hier, dann eben woanders.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  • unbekannt
    (16 Beiträge)

    27.08.2009 18:31 Uhr
    @Bajazzo
    Ja, die boesen und unzuverlaessigen AKWs in Polen. Wann soll da das _erste_ fertig sein? 2025? Wenn man also keine Ahnung hat EMDFH.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  • unbekannt
    (1076 Beiträge)

    27.08.2009 09:34 Uhr
    @kikeriki
    "glaubhaft andere Länder vom Atomausstieg überzeugen"

    Träum weiter! LOL
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  • unbekannt
    (415 Beiträge)

    27.08.2009 09:23 Uhr
    genug Strom
    Nein, wir müssen keinen (Atom-)Strom aus dem Ausland dazukaufen, wir haben genug Strom.

    Wie sollen wir glaubhaft andere Länder vom Atomausstieg überzeugen, wenn wir selbst nicht auf Atomstrom verzichten?

    Hier ein guter Artikel der sich mit den Scheinargumenten der Atomkraftbefürworter auseinandersetzt:
    http://www.taz.de/1/zukunft/umwelt/artikel/1/so-bleiben-sie-atomkraftgegner/
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  • unbekannt
    (1076 Beiträge)

    27.08.2009 08:30 Uhr
    @echterKarlsruher
    1.) Gewinne: die muß auch ein Energiebetreiber versteuern.

    2.) Rückbaukosten: der Steuerzahler blecht auch für Subventionen für Windkraft, Steinkohle usw. Dann doch lieber gleich auf die Stromkosten umlegen, und zwar auch die für die WIndmühlen.

    3.) Sicherheit 1: jedes Kraftwerk kann Hops gehen. Allerdings hab ich bei den AKWs in Frankreich, Tschechien, Ukraine, Polen und wo sie sonst noch stehen, ein bedeutend mulmigeres Gefühl.

    4.) Sicherheit 2: weltweit sind z.B. durch Kohleförderung ein vielfaches an Menschen ums Leben gekommen, als durch die friedliche Nutzung der Atomkraft.

    5.) um meine Bildung braucht sich jemand wie du nicht zu sorgen zwinkern
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   bobber
    (2119 Beiträge)

    26.08.2009 15:49 Uhr
    Wenn man bedenkt,
    seit der Stilllegung der WAK ANfang der 90er bis zum heutigen Tag, mußte die Suppe dauernd in Bewegung gehalten werden.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   ka87
    (532 Beiträge)

    26.08.2009 14:00 Uhr
    @echterKarlsruher
    Stichwort Lobbyisten zwinkern
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  • unbekannt
    (199 Beiträge)

    26.08.2009 13:38 Uhr
    @banjazzo
    Bildzeitung lässt Grüßen =)

    Nichts für ungut, aber man erkennt durch deinen Kommentar, wie du dich "Bild"est...

    Atomstrom is keineswegs billiger! Und die Kosten die danach entstehen, zahlt der Steuerzahler. Die Gewinne, die mehrere Milliarden betragen, bleibt bei den Konzernen. Und selbst das sicherste Kraftwerk kann hops gehen.

    Und das andere Atomkraftwerke haben, is doch auch kein Argument. Man muss in Technik investieren, die weg von Öl und Atom geht. Aber das kostet Geld, und die Konzerne bezahlen Politiker, dass es so weitergeht, wie bisher.

    Ich weiß, sowas steht alles nicht in der Bild, stimmt aber trotzdem :P
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  • unbekannt
    (85 Beiträge)

    26.08.2009 12:42 Uhr
    Ist doch egal,
    Die Energiekonzerne haben ihren Gewinn gemacht, für den Rest ist der Bund, also wir, zuständig.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  • unbekannt
    (1076 Beiträge)

    26.08.2009 12:36 Uhr
    Vorschlag zur Endlagerung:
    alternative könnte man sich ein Beispiel nehmen an den vielen anderen "Atomländern", die den Rest der weltweiten Uranvorkommen gerne in ihren untauglichen Reaktoren verheizen und ihren strahlenden Abfall einfach den Bach runterkippen, während wir unsere bedeutend sichereren Anlagen abschalten und den (Atom-)Strom aus dem Ausland dazukaufen.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten

Seite : 1 2 (2 Seiten)

Schreiben Sie Ihre Meinung
Ein neues Posting hinzufügen
Fett Kursiv Link Zitat
Sie dürfen noch Zeichen schreiben