Browserpush
51  

Karlsruhe Karlsruhe will Spielhallen eindämmen und Wohnraum fördern

Macht man sich auf den Fußweg von der ehemaligen Haltestelle Durlacher Tor hin zum Kronenplatz, kommt der Karlsruher an zahlreichen Casinos und Spielhallen vorbei. Das neue Glücksspielgesetz des Landes Baden-Württemberg will einen solchen Wildwuchs aber nun verhindern. Spielhallen sollen demnach nur noch in einem Abstand von 500 Metern zueinander eröffnet werden dürfen. Doch was bedeutet das für Karlsruhe? ka-news hat bei der Stadt nachgefragt.

Seit Anfang des Jahres ist das neue Gesetz bereits in Kraft, das zudem vorsieht, dass Betreiber eines neuen Casinos ein Sozialkonzept vorlegen sollen. Darin soll die Schulung des Personals festgelegt und der Jugendschutz gewährleistet sein. Spielsüchtige sollen zudem direkt angesprochen und auf Hilfsangebote hingewiesen werden.

Spielhallen in Karlsruhe: Schließungen sind möglich

Auch wenn das Glücksspielgesetz nun bereits seit einigen Monaten in Kraft ist, konzentrieren sich im Zentrum an einigen Karlsruher Straßenzügen noch immer zahlreiche Spielhallen in einem geringeren Abstand als 500 Meter. Das liegt an einem Bestandsschutz für Einrichtungen, die vor dem 28. Oktober 2011 eröffnet wurden, erklärt eine Sprecherin der Stadt Karlsruhe auf Anfrage von ka-news. Dieser gilt noch bis Sommer 2017.

Alle Spielhallen, die nach dieser Frist im Oktober 2011 ihre Tore öffneten, hätten bis zum Februar diesen Jahres einen Antrag stellen müssen, um eine Härteklausel in Anspruch zu nehmen. Bei Genehmigung dieses Antrags dürften die Spielhallen ihre Konzession behalten, selbst wenn sie weniger als 500 Meter Abstand zu einer anderen Spielhalle hätten. Wenn nicht, müssten diese Ende Juni schließen, so die Sprecherin weiter. "Es liegt also durchaus im Bereich des Möglichen, dass in Karlsruhe Spielhallen schließen müssen." Derzeit betreffe dies zwölf Spielhallen, die nach dem 28. Oktober 2011 eröffneten.

Stadt: Spielhallen beeinträchtigen städtisches Erscheinungsbild

Insgesamt 69 solcher Spielhallen gab es nach städtischen Statistiken im Juli 2011 in Karlsruhe, seither gibt es noch keine neuen Zahlen. 683 Spielgeräte mit Gewinnmöglichkeit verteilen sich auf die 69 Lokalitäten, teilt die Sprecherin mit. Weitere 513 Gaststätten der Fächerstadt bieten ebenfalls Spielautomaten an. Geht es nach der Stadtverwaltung, soll die Ausweitung der Spielhallen in Zukunft eingedämmt werden - ganz im Sinne des Glücksspielgesetzes. Für mehr Anwohnerfreundlichkeit und eine Steigerung der Attraktivität für den Einzelhandel sollen neue Bebauungspläne für die Innenstadt sorgen. Für den westlichen Bereich ist dieser bereits in Kraft.

In den Ausführungen des Plans ist von einer "erneut und vermehrt zu beobachtenden Tendenz der Ansiedlung von Vergnügungsstätten, vorwiegend mit sexuell betonten oder der Spiellust dienenden Angeboten" die Rede (Link auf Pdf-Dokument der Stadt Karlsruhe). Diese könne zu einer "Verdrängung anderer Nutzungen und der bisher ausgewogenen Angebotsstruktur führen." Rückläufige Aufenthalts- und Umfeldqualitäten seien bereits zu beobachten, das städtische Erscheinungsbild werde zudem negativ beeinträchtigt. Für Wohnen und Handel in der Innenstadt habe das direkte Folgen, so die Meinung der städtischen Ämter.

Wohnen und Handel in der Innenstadt sollen gestärkt werden

In dem Plan für die westliche Innenstadt sowie den gerade in Beratung befindlichen östlichen Teil, sollen Vergnügungsstätten deshalb weniger berücksichtigt werden. "Wohnen und Handel sollen dort gestärkt werden", erkäutert die Sprecherin die städtischen Absichten.

Mehr zum Thema Glücksspielgesetz:

Landtag verabschiedet neues Glücksspielgesetz

Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Links
Rechts
Das könnte Sie auch interessieren
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (51)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Der Kommentarbereich wird 7 Tage nach Publikationsdatum geschlossen.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
  •   robertdaxxtor
    (160 Beiträge)

    20.05.2013 10:25 Uhr
    Richtig & wichtig...
    ... das man endlich mal Schluss macht mit der Ausbreitung der Spielhöllen.

    Es kann nicht sein, das in jede(s) 2. Restaurant / Kneipe in Karlsruhe, die dicht macht, eine Glücksspiel Location einzieht.

    Übrigens auch die zahlreichen Dönerbuden-Ansiedlungen könnte man auch mal auf diese Weise entflechten. Nichts gegen lecker Jufka aber 4 Läden innerhalb von 50 m - das braucht niemand und dient bestimmt nicht der gastronomischen Vielfalt in der Stadt. Denke auch die Betreiber machen dann bessere Umsätze.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Xapoklakk
    (650 Beiträge)

    20.05.2013 13:49 Uhr
    Über die gastronomische Vielfalt
    braucht sich die Politik nicht zu kümmern, das entscheidet der Konsument unter Berücksichtigung seines Einkommens.

    Wichtig wäre also ein bedingungsloses Grundeinkommen, welches jedem Bürger den täglichen Besuch eines Feinschmeckerlokals (Rindersbacher, zum Ochsen, zum Löwen u.s.w.) ermöglicht.

    Wer die Piraten wählt, der bekämpft damit auch Dönerbuden, Bratwurststände und andere Junkfoodvertriebe.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (14337 Beiträge)

    20.05.2013 20:36 Uhr
    Wenn schon
    dann bitte Rinderspacher und nicht Rindersbacher. Das mit dem -bacher ist Griesbacher zwinkern
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   runsiter
    (11986 Beiträge)

    20.05.2013 11:07 Uhr
    Wenn man sich
    die Anzahl der Kundschaft in manchen Dönerladen anschaut, kommt man zu dem Schluss, dass das Verkaufen von Speisen nicht die Hauptfunktion dieser Läden sein kann.

    Man könnte problemlos die Hälfe zu machen, ohne das es der Vielfalt der Gastronomie schaden würde.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (10716 Beiträge)

    20.05.2013 11:33 Uhr
    @run: das selbe dachte ich auch als ich dich neulich im Doenerladen gesehen habe.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   runsiter
    (11986 Beiträge)

    20.05.2013 12:03 Uhr
    Fühlst du dich
    persoenlich beleidigt? Das wuerde ich nicht verstehen. Du bist doch nicht etwa ein tuerkischer Nationalist?
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (10716 Beiträge)

    20.05.2013 13:47 Uhr
    P. Angesprochen? Nein, I am just very amused
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (1981 Beiträge)

    20.05.2013 11:24 Uhr
    man könnte auch problemlos
    die Hälfte der Spacken hier auf den Mond schießen ohne dass es Karlsruhe schaden würde - im Gegenteil.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   runsiter
    (11986 Beiträge)

    20.05.2013 12:01 Uhr
    Solang
    die es die richtige Hälfte ist - ohne Zweifel wäre das ein Gewinn.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (1981 Beiträge)

    20.05.2013 12:36 Uhr
    wenn du den Mond als erster betrittst kannst du sagen
    That's one small step for mankind but a giant leap for Karlsruhe ^^
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten

Seite : 1 2 3 4 5 6 (6 Seiten)

Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden.
ka-news-logo

Es gibt neue Nachrichten auf ka-news.de

Abbrechen