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Karlsruhe Karlsruhe will Spielhallen eindämmen und Wohnraum fördern

Macht man sich auf den Fußweg von der ehemaligen Haltestelle Durlacher Tor hin zum Kronenplatz, kommt der Karlsruher an zahlreichen Casinos und Spielhallen vorbei. Das neue Glücksspielgesetz des Landes Baden-Württemberg will einen solchen Wildwuchs aber nun verhindern. Spielhallen sollen demnach nur noch in einem Abstand von 500 Metern zueinander eröffnet werden dürfen. Doch was bedeutet das für Karlsruhe? ka-news hat bei der Stadt nachgefragt.

Seit Anfang des Jahres ist das neue Gesetz bereits in Kraft, das zudem vorsieht, dass Betreiber eines neuen Casinos ein Sozialkonzept vorlegen sollen. Darin soll die Schulung des Personals festgelegt und der Jugendschutz gewährleistet sein. Spielsüchtige sollen zudem direkt angesprochen und auf Hilfsangebote hingewiesen werden.

Spielhallen in Karlsruhe: Schließungen sind möglich

Auch wenn das Glücksspielgesetz nun bereits seit einigen Monaten in Kraft ist, konzentrieren sich im Zentrum an einigen Karlsruher Straßenzügen noch immer zahlreiche Spielhallen in einem geringeren Abstand als 500 Meter. Das liegt an einem Bestandsschutz für Einrichtungen, die vor dem 28. Oktober 2011 eröffnet wurden, erklärt eine Sprecherin der Stadt Karlsruhe auf Anfrage von ka-news. Dieser gilt noch bis Sommer 2017.

Alle Spielhallen, die nach dieser Frist im Oktober 2011 ihre Tore öffneten, hätten bis zum Februar diesen Jahres einen Antrag stellen müssen, um eine Härteklausel in Anspruch zu nehmen. Bei Genehmigung dieses Antrags dürften die Spielhallen ihre Konzession behalten, selbst wenn sie weniger als 500 Meter Abstand zu einer anderen Spielhalle hätten. Wenn nicht, müssten diese Ende Juni schließen, so die Sprecherin weiter. "Es liegt also durchaus im Bereich des Möglichen, dass in Karlsruhe Spielhallen schließen müssen." Derzeit betreffe dies zwölf Spielhallen, die nach dem 28. Oktober 2011 eröffneten.

Stadt: Spielhallen beeinträchtigen städtisches Erscheinungsbild

Insgesamt 69 solcher Spielhallen gab es nach städtischen Statistiken im Juli 2011 in Karlsruhe, seither gibt es noch keine neuen Zahlen. 683 Spielgeräte mit Gewinnmöglichkeit verteilen sich auf die 69 Lokalitäten, teilt die Sprecherin mit. Weitere 513 Gaststätten der Fächerstadt bieten ebenfalls Spielautomaten an. Geht es nach der Stadtverwaltung, soll die Ausweitung der Spielhallen in Zukunft eingedämmt werden - ganz im Sinne des Glücksspielgesetzes. Für mehr Anwohnerfreundlichkeit und eine Steigerung der Attraktivität für den Einzelhandel sollen neue Bebauungspläne für die Innenstadt sorgen. Für den westlichen Bereich ist dieser bereits in Kraft.

In den Ausführungen des Plans ist von einer "erneut und vermehrt zu beobachtenden Tendenz der Ansiedlung von Vergnügungsstätten, vorwiegend mit sexuell betonten oder der Spiellust dienenden Angeboten" die Rede (Link auf Pdf-Dokument der Stadt Karlsruhe). Diese könne zu einer "Verdrängung anderer Nutzungen und der bisher ausgewogenen Angebotsstruktur führen." Rückläufige Aufenthalts- und Umfeldqualitäten seien bereits zu beobachten, das städtische Erscheinungsbild werde zudem negativ beeinträchtigt. Für Wohnen und Handel in der Innenstadt habe das direkte Folgen, so die Meinung der städtischen Ämter.

Wohnen und Handel in der Innenstadt sollen gestärkt werden

In dem Plan für die westliche Innenstadt sowie den gerade in Beratung befindlichen östlichen Teil, sollen Vergnügungsstätten deshalb weniger berücksichtigt werden. "Wohnen und Handel sollen dort gestärkt werden", erkäutert die Sprecherin die städtischen Absichten.

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Landtag verabschiedet neues Glücksspielgesetz

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  •   andip
    (11230 Beiträge)

    21.05.2013 10:41 Uhr
    Die
    Stadt sollte sich mal fragen,warum überall nur Spielhallen aufgemacht werden.
    Könnte es vielleicht sein,dass andere Ladenbetreiber dort überhaupt nichts aufmachen wollen oder auch z.B.wegen zu hoher Mieten nicht können?
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  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (2 Beiträge)

    21.05.2013 10:03 Uhr
    Heuchlerisch
    Habe den obigen Artikel zufällig im Netz entdeckt und möchte mal anmerken, dass die Stadt jede einzelne dieser Daddelbuden genehmigt hat, obwohl durch die Baunutzungsverordnung auch andere Möglichkeiten gegeben hätte. Die Aussicht auf Vergnügungssteuereinnahmen war wohl verlockender. Jetzt ist der Mainstream gegen Spielhallen und da spricht man dann von Wildwuchs. Das ist heuchlerisch!
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  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (2 Beiträge)

    21.05.2013 09:52 Uhr
    Heuchlerisch
    Habe obigen Artikel zufällig im Netz entdeckt und möchte einmal darauf hinweisen, dass die Stadt jede einzelne dieser Daddelbuden genehmigt hat, obwohl sie die per Baunutzungsverordnung auch hätte verhindern können. Die Einnahmen aus der Vergnügungssteuer waren wohl zu verlockend. Jetzt ist der Mainstream gerade gegen Spielhallen, und da spricht man dann von Wildwuchs. Ich finde das heuchlerisch.
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  •   hambi
    (544 Beiträge)

    21.05.2013 06:21 Uhr
    Ich denke, ich unterlasse...
    ...das posten hier in Zukunft...kommt doch zu 90 Prozent sinnloses Gelalle bei raus...
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  •   spital8katz
    (1178 Beiträge)

    20.05.2013 18:08 Uhr
    Es gibt in KA zahlreiche Dönerbuden,
    die dienen garantiert nicht dem Unterhalt ihrer Betreiber.
    Wenn man sich nur einmal den Publikumsverkehr (=Umsatz) anschaut.

    Pleite machen sie aber auch nicht. Das muss mit einem hohen Fachwissen und Können in der Gastronomie zusammenhängen...
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    unbekannt
    (1444 Beiträge)

    20.05.2013 17:04 Uhr
    Warum verbieten?
    Last doch die Dinger auf! Die meisten Spielsüchtigen verzocken ihre letzten Euros um dann zum Amt zu rennen und Nachschub zu fordern. Das ist ein ewig dauernder Konsumkreislauf und kurbelt die Wirtschaft an.
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    unbekannt
    (1981 Beiträge)

    20.05.2013 17:14 Uhr
    so spricht
    ein wahrer Insider...
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    unbekannt
    (1444 Beiträge)

    20.05.2013 17:29 Uhr
    Insider nicht direkt...
    ...aber mit der Wartung und Unterhaltung verdiene ich meine Knete, um damit auch Spielsüchtige zu unterstützen.
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  •   rockinsteven
    (1210 Beiträge)

    20.05.2013 15:50 Uhr
    Spielhöllen
    Ich habmal nen Bericht über die unterschiedliche Entwicklung west- und ostberliner Bezirke gelesen, da hat man die Anzahl von Spielcasinos der Anzahl von Bioläden gegenüber gestellt und so das soziale Gefälle dargestellt. Klingt einleuchtend. Ausserdem ist es schade um dieses eigentlich wirklich schöne Eck Karlsruhes wie ich finde.
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  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (11392 Beiträge)

    20.05.2013 16:34 Uhr
    Im Grunde...
    ...ist eigentlich sogar alles zwischen Marktplatz und Zast ein heruntergekommenes Viertel. Das fängt schon östlich von C&A an. Ab da kommt die Döner- und Euroshopmeile, ab dem Berliner Platz dann noch mit Casinos und paar Copyshops. Und Kneipen gibts da auch, war ich sogar schon in welchen drin, das sind die 3mal5 Meter großen Löcher... Einmal und nie wieder!

    Bin auch schon nachts durch diese Gegend, mehr als einmal. Da treibt sich alles mögliche rum. Aber sogar noch angenehmer als damals der Europaplatz (vor zwei Jahren, weiß nicht wie es heute dort ist) - da waren fast nur "Südländer"...

    Wirklich schöne, empfehlenswerte Ecken gibts auf dieser Achse eigentlich keine. Es hätte zweifelsohne das Potential, aber bei dem Gesockse das sich da rumtreibt...
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