13  

Karlsruhe Karlsruhe: Phishing-Bande ergaunert mehr als 100.000 Euro

Die Karlsruher Polizei hat einen banden- und gewerbsmäßigen Computerbetrug aufgedeckt. Die mehrköpfige Bande, die in weiten Teilen des Bundesgebietes tätig war, nutzte Unsicherheiten und teilweise den sorglosen Umgang betroffener Onlinebanking-Teilnehmern aus, um deren Kontodaten auszuspionieren und anschließend Überweisungen zu tätigen - sogenanntes Phishing.

Die Täter nutzten nach Polizeiangaben Software, die auf die Rechner der Geschädigten geschleust wurden. Diese Trojaner registrierten die Zugangsdaten zu den Onlinebankkonten und meldeten diese an die Betrüger weiter.

Auch Finanzagenten in Karlsruhe rekrutiert

Anschließend wurden mit professionell aufgemachten Abfragemasken, die dem Aussehen der echten Bankseiten täuschend ähnlich waren, bei den Onlinenutzern deren TAN-Nummern abgefragt. Damit konnten die Betrüger im Anschluss ihre illegalen Überweisungen ausführen. Auf diese Art wurden von einzelnen Bankkunden bis zu 100 TAN-Nummern preisgegeben. Anschließend landeten die von den Tätern ausgeführten Überweisungen auf Konten weiterer Personen, die zuvor als Kontogeber angeworben wurden.

Diese Finanzagenten wurden mit einer dargestellten Legende und einer Provisionsvergütung dazu überredet, die Geldbeträge auf ihren Konten anzunehmen und anschließend an die Täter zu übergeben. Ein 33 Jahre altes Mitglied der Bande war dabei maßgeblich am Aufbau und Betrieb des Netzwerkes zur Erlangung von Bargeld beteiligt. Dieser Mann trat im Sommer 2011 vermehrt in Karlsruhe und Umgebung auf, um hier die Finanzagenten anzuwerben und Gelder über deren Konten in Empfang zu nehmen und anschließend ins Ausland zu transferieren.

110.000 Euro ergaunert

Nach mehreren unberechtigten Überweisungen konnte die Finanzermittlungsgruppe der Kriminalpolizei Karlsruhe eine Spur des Täters entdecken und die Tatverdächtigen ins Visier nehmen. Gegen den 33-jährigen mutmaßlichen Haupttäter sowie den 21 Jahre alten Mann wurde auf Antrag der Staatsanwaltschaft Karlsruhe vom zuständigen Richter Haftbefehl erlassen. Bislang können die Täter mit zirka 60 durch unberechtigte Überweisungen erfolgten Taten in Verbindung gebracht werden, wobei sich die abgebuchte Gesamtsumme auf etwa 110.000 Euro beläuft.

Für die Ermittlungsgruppe der Kriminalpolizei und die Staatsanwaltschaft ist dieser Fall noch nicht abgeschlossen, denn es dürfte sich bei den bislang festgestellten Taten nur um die Spitze eines Eisberges handeln. Durch die Ermittlungen war nachzuweisen, dass die sehr konspirativ arbeitende Bande strukturiert und arbeitsteilig vorgegangen ist, wobei die führenden Bandenmitglieder von Zentralasien aus operierten.

Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Unsere Sonderthemen
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen