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Karlsruhe Karl-Apotheke am Stephanplatz: Seit 90ern Idee von höherem Neubau

Seit Monaten wird über die Zukunft der Karl-Apotheke an der Karlstraße diskutiert, wobei auch immer wieder von einer möglichen Umgestaltung des Stephanplatzes die Rede ist. Die Traditions-Apotheke bangt um ihre Existenz. Jetzt nimmt die Stadtverwaltung auf Anfrage der Freien Wähler den Wind aus den Segeln: "Ja, schon seit den 90ern denken wir über einen hochwertigeren Neubau nach" - aktuell bestehe aber kein Handlungsdruck, ebenso wenig wie für die Sanierung des Stephanplatzes.

Konkrete Pläne für die Apotheke und den Stephanplatz stritt Oberbürgermeister Frank Mentrup im Dezember gegenüber ka-news ab. Zunächst wurde der Mietvertrag des Geschäfts bis Ende 2018 verlängert - der Stephanplatz erst 2002 aufgehübscht. Dennoch stünden einige Ideen in der Warteschleife, über die man rechtzeitig mit allen Beteiligten sprechen wolle.

Stephanplatz und Apotheke: Ideen in der Warteschleife

"Zeit, klaren Wein einzuschenken" - damit fordern die Freien Wähler Karlsruhe, dass dieses Gemauschel ein Ende haben müsse. In einer Anfrage an die Stadtverwaltung forderte die Fraktion jüngst Aufklärung und Transparenz in Sachen Karl-Apotheke und Stephanplatz.

In einer Stellungnahme bestätigt die Stadtverwaltung nun, dass es seit den 90er Jahren tatsächlich Überlegungen gibt, wie man den Apotheken-Platz künftig besser nutzen könnte. Man denke nach wie vor darüber nach, an dieser Stelle ein "höheres und höherwertiges Gebäude zu verwirklichen", wovon der Stephanplatz selbst jedoch nicht betroffen wäre. "Auch stadträumlich und für die Belebung des Stephanplatzes könnte ein solcher Neubau ein Gewinn sein", so heißt es weiter seitens der Stadt Karlsruhe. Die architektonische Ausformung wäre über einen Planungswettbewerb zu ermitteln. Noch sei all das allerdings Zukunftsmusik: Bis Ende 2018 hat der Inhaber der Karl-Apotheke, Christian Giese, Planungssicherheit, somit seien jegliche Pläne rund um das Gebäude zunächst auf Eis gelegt. "Es besteht kein Handlungsdruck."

Karl-Apotheke: Haus diente früher als öffentliches WC

Dass die Debatte um die Karl-Apotheke die Karlsruher Gemüter erhitzt und ein Schnellschuss deshalb nicht lobenswert wäre, weiß dabei offenbar auch Mentrup. So sei der Stadtverwaltung bewusst, dass das Apotheken-Haus in Teilen der Bevölkerung als vertrauter Anblick einiges Ansehen genieße, geht aus der städtischen Stellungnahme hervor. Ursprünglich 1930 erbaut, wurde das Gebäude als Tankstelle mit Ladengeschäft und öffentlichem WC genutzt. Heute ist es nicht mehr im Originalzustand: "Das ursprünglich vorhandene markante auskragende Dach fehlt", so die Stadtverwaltung. Deshalb stehe das Haus heute auch nicht mehr unter Denkmalschutz - architektonisch sei es der Bauhaus-Ära zuzuordnen.

Im Falle eines Neubaus auf dem Grundstück der jetzigen Karl-Apoptheke wäre der Stephanplatz nicht von den Umbaumaßnahmen betroffen, das geht weiter aus der Stellungnahme der Stadt hervor. "Neue Pläne für den Stephanplatz gibt es nicht" - erst im Jahr 2002 wurde der Platz neu gestaltet. Ende vergangenen Jahres hatte OB Mentrup öffentlich erwähnt, dass er Veränderungen auf dem Stephanplatz im Bereich gastronomische Vermarktung nicht ausschließen wolle.

Nach Fertigstellung der Kombilösung: Mehr Gastronomie auf Stephanplatz?

Im Dezember hatte Erste Bürgermeisterin Margret Mergen darüber hinaus gegenüber dem Apotheken-Inhaber Giese geäußert, dass man mit dem Gedanken spiele, den Platz eventuell nach Beendigung der Kombilösungsbauarbeiten aufzuwerten. Außerdem wurde ihm wohl geraten, sich langfristig nach einem neuen Standort umzuschauen. Damals monierte Giese gegenüber ka-news: "Wir stellen in ihren Augen offensichtlich eine Abwertung dar." Laut ihm sei diese Anmaßung unfair - und einen Umzug, den könne er sich nicht leisten.

Nun wird in der Stellungnahme der Stadt versichert: "Mit dem Mieter wurde durch den Oberbürgermeister persönlich geklärt, das er bis Ende 2015 über den Bestand des Gebäudes über 2018 hinaus informiert wird." Vom Bestand des Gebäudes abweichende Planungen würden mit dem Gemeinderat und mit der Verwaltung im Rahmen von politischen Grundsatzentscheidungen oder städtebaulichen Planungsprozessen diskutiert.

Mehr zur Karl-Apotheke am Stephanplatz bei ka-news:

Karl-Apotheke am Stephanplatz: Inhaber bangt um Existenz

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  •   ObenLang
    (2745 Beiträge)

    25.03.2014 08:31 Uhr
    Noch so eine "Verschönerung"?
    Wird in Karlsruhe noch nicht genug zerstört und fürs Ego wichtige Ideen einzelner Politikern, "Wirtschaftler" und Bauverkünstlern zur "Freude" aller verwirklicht? Kronenplatz? Aussichtsplatformen auf Bautstellen sind noch nicht genug?
    Und nächstes reißen wir das Rathaus ab?

    Enttäuschend wenn der neue OB Unterschriften, Bürgerwillen und Erhalt der Stadt so behandeln würde wie der ausgeschiedene!
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  •   melotronix
    (2258 Beiträge)

    25.03.2014 08:00 Uhr
    es ist noch Beton da...!
    ein Klotz für die Belebung des Stepansplatzes...aha..
    wie mein Vorredner schon bemerkte...Ich dachte die gösste Sünde wäre schon mit dem grässlichen "monumentalen" Betonentree" Douglass- und Karlstrasse passiert.
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  • unbekannt
    (29986 Beiträge)

    25.03.2014 16:56 Uhr
    Douglas
    und Karl haben keine gemeinsame Ecke, was meinst du?
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  • unbekannt
    (156 Beiträge)

    25.03.2014 07:33 Uhr
    Die hässliche Beton-Würstchenbude daneben
    zeigt, welch ätzende Zukunft architektonisch auf uns wartet.
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  • unbekannt
    (3 Beiträge)

    25.03.2014 07:21 Uhr
    Zerstörung der Stadt-Geschichte!
    Ich bin zu dem Thema komplett auf Hetfields Seite.
    Alles soll durch Neubauten ersetzt werden. Geschichte ist so wertvoll. Karlsruhe erzählt an jeden wunderbaren Gebäuden und Denkmälern eine andere.
    Sehr traurig traurig
    Wir haben doch noch genug andere Fläche im Industriegebiet auf denen Betonglötze gestellt werden können. Warum dann Geschichte zerstören?
    Stadtgeburtstag ist irgendwann hinfällig, da die Stadtgeburtstage nicht mehr zählen, da irgendwann nichts mehr übrig ist was die Jahreszahl rechtfertigt!
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  •   80er
    (5534 Beiträge)

    25.03.2014 13:36 Uhr
    Es wird keine Geschichte zerstört.....
    ....Geschichte läßt sich nicht zerstören. Der Grundgedanke der Stadt - die Fächerstadt - bleibt ja erhalten. Keine Stadt sieht heute mehr so aus wie zu ihrer Gründung. Ein Stadt lebt, eine Stadt verändert ständig ihr Gesicht. War schon immer so und wird immer so bleiben. Wer das nicht akzeptieren kann ist fehl auf dieser Welt.
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  • unbekannt
    (29986 Beiträge)

    25.03.2014 13:55 Uhr
    Darum gehts nicht,
    man muss manche Dinge modernisieren, zB weil sie mit dem Alter im Unterhalt einfach dermassen unwirtschaftlich werden, dass man es nicht mehr bezahlen kann. Aber es gibt zwischen allem Modernen noch so Ecksteine die versuchen dran zu erinnern wie das mal ausgesehen hat. Und die Apotheke ist durchaus so ein Gebäude.
    Die Postgalerie ist schon ein sehr massives Gebäude das den Platz beherrscht, da muss man keine Konkurrenz hinstellen.

    Es sei denn: Man behält den Grundriss bei und macht unten eine vollverglaste Bar rein. Dann kriegen wir eine Symbiose aus Edward Hoppers 'Nighthawks' und dem Flat Iron Building in New York.

    grinsen
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  • unbekannt
    (29986 Beiträge)

    25.03.2014 03:03 Uhr
    Ums Verrecken
    alles Alte wegmachen.

    Wann wird eigentlich dieses dämliche Schloss weggemacht? Vollkommen sinnloser Bau, uralt, kein Zeitgeist, da könnte man doch einen Neubau der Käsig hinstellen. Platz wär dann ja genug.

    Dieses Gebäude ist ein absoluter Klassiker, alle Stadtoberen die über dessen Abriss nachdenken gehören umgehend aus dem Dienst entfernt. Eine ist ja zum Glück schon weg zu den Russen. Liegt ihr bestimmt besonders am Herzen, wie grad noch Karlsruhe.

    Frankie, tu das nicht! Bitte nicht!
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  •   andip
    (8307 Beiträge)

    25.03.2014 15:52 Uhr
    Naja
    Umgekehrt muss man nicht alles erhalten,nur weil es alt ist.
    Das Gebäude ist eine ehemalige Tanke,wäre heute noch eine drin,würde keiner für deren Erhalt sein.
    Natürlich ist das blöd für den Apotheker,aber kein Mieter kann darauf vertrauen,für immer im Mietobjekt bleiben zu können.
    Allerdings könnte man ja versuchen,die Apotheke irgendwie in einen evt. Neubau zu integrieren.
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  • unbekannt
    (29986 Beiträge)

    25.03.2014 16:43 Uhr
    Das ist
    ja meine Kernaussage, wenn du meinen anderen Beitrag auch gelesen hast.
    Ehrlich gesagt interessieren mich die Befindlichkeiten des Apothekers weniger als das Gebäude selbst. Das Ding ist ein Klassiker dessen Erhalt nicht übertrieben teuer sein kann.
    Wenn ein halbwegs gebildeter Gast unserer Stadt das sieht, dann denkt er nicht: Oh jesses, haben die da Schrott rumstehen. Er denkt: Das sieht ja aus als wärs mal ne Tankstelle gewesen!

    Dieses Gebäude ist einfach prägend für diesen Platz und herrlich nostalgisch. Und um 80er aufzugreifen: Es kommt nicht immer nur drauf an Investoren anzuziehen die vielleicht ein paar Arbeitsplätze schaffen. Die Stadt muss auch lebenswert für die Menschen bleiben. Und dazu gehört der Erhalt solcher Gebäude.

    Dort ein Hochhaus (wie hoch?) hinzustellen wäre schlicht und einfach bescheuert. Dann können sie mittig auf den Platz gleich noch eins bauen, dann wirkts etwa so deplaziert wie der Potsdamer Platz in Berlin. Auch scheisse.
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