3  

Karlsruhe Kaputtes Licht ist Spitzenreiter - der Fahrrad-Fehler-Fuchs 2008

Zum Abschluss der Kampagne Fahrrad-Fehler-Fuchs 2008 waren am 16. Dezember von 9 bis 15 Uhr die Fahrrad-Fehler-Füchse, der Umwelt- und Arbeitsschutz, das Stadtplanungsamt, Bürgerservice und Sicherheit sowie das Berufliche Bildungs- und Rehabilitationszentrum Karlsbad zu Gast bei der Universität Karlsruhe. Im Foyer der Mensa konnte man sich über häufig auftretende technische Mängel am Rad informieren und einen kostenlosen Check und kleinere Reparaturen des eigenen Fahrrads vornehmen lassen. Ziel war eine Erhöhung der Verkehrssicherheit und des Radverkehrsanteils in Karlsruhe.

Die Fahrradexperten waren in den letzten Wochen an Karlsruher Schulen, der Hochschule für Technik und der Pädagogischen Hochschule unterwegs. In einem Wettbewerb mussten Schüler an einem fehlerhaften Rad mindestens fünf von zehn Mängeln finden. Wer das geschafft hatte, bekam die gelbe Warnweste mit dem Logo vom Fehlerfuchs. Die beste Klasse gewann 300 Euro für die Klassenkasse. Dabei schnitten die Mädchen mindestens genauso gut ab wie die Jungen. An der Uni Karlsruhe konnten die Studenten ebenfalls Mängel am Fehlerfuchsrad suchen und an einem Preisausschreiben teilnehmen, in dem es fünf Einkaufsgutscheine bei Karlsruher Fahrradhändlern zu gewinnen gab.

Rainer Kastner, der Organisator vom Fahrrad-Fehler-Fuchs, rief die Kampagne 2007 ins Leben und führt sie selber durch. Anlass für seine Idee war die Erkenntnis, dass acht von zehn Fahrrädern ohne Beleuchtung und in einem erbärmlichen technischen Zustand sind. "Man erwartet heute, dass ein Rad immmer funktioniert, aber auch ein Rad braucht Pflege", so Kastner. "Die meisten Menschen betrachten das Fahrrad als preiswertes Fortbewegungsmittel und behandeln es stiefmütterlich. Im Gegensatz dazu wird ein Auto einmal im Jahr geprüft."

Früher haben Väter und Großväter Wissen rund ums Fahrrad vermittelt

Kastner weist darauf hin, dass es früher üblich gewesen wäre, dass Väter und Großväter ihren Nachkommen die Technik, Wartung und Pflege von Fahrrädern erklärt hätten. Heute weise niemand mehr die Schüler darauf hin. In seiner Kampagne will er "vermitteln, was Väter und Großväter früher weitergegeben hätten". Sein Ziel ist, dass die Kinder nach der Teilnahme an seiner Aktion in der Lage sind, das Erlernte am Rad umzusetzen.

Das Pilotprojekt Fahrrad-Fehler-Fuchs wird zu 100 Prozent vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadt nach dem nationalen Radverkehrsplan gefördert, für diese drei Jahre stehen 40.000 Euro zur Verfügung. Es sei, wie Kastner betont, eine Zukunftsinvestition, weil es Schüler betreffe.

Die häufigsten Mängel sind defekte Lichtanlagen

Die häufigsten Mängel an Fahrrädern seien laut Kastner überwiegend defekte Lichtanlagen. Ursache für nicht funktionierendes Licht seien oft alte Dynamos. Ein alltäglich auftretender Fehler kann auch ein verstelltes Lenkkopflager sein. Dieses sollte man nicht selber, sondern im Fachhandel reparieren lassen. Ebenfalls sollte man bei einem "Achter" einen Fachmann aufsuchen. Viele Mängel könne man jedoch selber beheben, zum Beispiel mangelnden Luftdruck, einen losen Sattel oder lose Griffe. Bei Letzteren könne man abrutschen und mit dem Oberkörper auf den Lenker knallen. Ursache für solche Mängel seien Verschleiß, mangelnde Wartung und Pflege, Unkenntnis und Zeitmangel.

Kastner empfiehlt, alle vier Wochen wie beim Auto den Reifenluftdruck zu prüfen. Einmal im Jahr sollte man die Kette putzen und abschmieren und den Bremszug inspizieren und abschmieren oder ersetzen. Dies sei ganz einfach, wenn man sich damit befasse.

Kostenlos: Fahrradcheck und Reparaturen

Auf der Veranstaltung konnten Studenten auch ihr Rad gratis durchchecken und kleinere kostenlose Reparaturen vornehmen lassen. Aber auch bei Mängeln, die eine unmittelbare Gefahr für den Fahrer bedeuteten, wurde hier sofort unentgeltlich Hand angelegt. Check und Reparatur wurden von der Ausbildungsgruppe Fahrradmonteur/Zweiradmechaniker des Beruflichen Bildungs- und Rehabilitationszentrums Karlsbad durchgeführt.

Umwelt und Arbeitsschutz, Stadtplanungsamt und Bürgerservice und Sicherheit trugen in einer gemeinsamen Ausstellung über Radverkehrszeichen, Cityrouten und stadtplanerische Komponenten zum Informationsangebot bei. An einem Infostand zum Thema Radverkehr gaben sie Nachhilfe in Straßenverkehrsordnung speziell für Radfahrer und erläuterten aktuelle Veränderungen in der Verkehrs- und Infrastruktur. Damit wollten sie zur Erhöhung der Sicherheit im Radverkehr beitragen. Gleichzeitig warben sie für das Radfahren, da die Stadt sich bis 2015 circa 50 Prozent mehr Radfahrer wünscht.
Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Das könnte Sie auch interessieren
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (3)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Der Kommentarbereich wird 7 Tage nach Publikationsdatum geschlossen.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
  • unbekannt
    (29986 Beiträge)

    17.12.2008 22:12 Uhr
    @andip
    Fahrräder waren früher eben noch was Wertvolles für ihren Besitzer. Bis bei mir das Moped das Rad abgelöst hat war es mein bis dahin kostbarster Besitz und vollkommen logisch, dass es gehegt und gepflegt wurde, genauso wie danach das Moped und dann die Autos. Das hat sich inzwischen eben ein bisschen verschoben.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   nixblicker
    (342 Beiträge)

    17.12.2008 20:09 Uhr
    Radfahren anstrengend?
    Also mir wurde von meinen Eltern noch beigebracht, dass man gerade zu dieser Jahreszeit auf dem Rad IMMER mit Licht fahren muss und auch wie man eben solches regelmässig wartet und repariert..und genau dieses Wissen werde ich auch an meinen Sohn weitergeben, denn : Bei einem Unfall ist der Radler immer der Verlierer!
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   andip
    (9872 Beiträge)

    17.12.2008 15:19 Uhr
    Defekte Lichtanlagen?
    Nicht nur defekte Lichtanlagen ist der Grund,warum viele ohne Licht rumfahren.
    An vielen Rädern ist überhaupt kein Licht dran und vielen ist es zu anstrengend,gegen den Dynamo anzustrampeln.

    Kastner weist darauf hin, dass es früher üblich gewesen wäre, dass Väter und Großväter ihren Nachkommen die Technik, Wartung und Pflege von Fahrrädern erklärt hätten
    Wie kommt der denn darauf,die haben früher ihre Räder auch nicht besser gepflegt als die heutigen Menschen.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden.