Karlsruhe/Salem Kampf ums Kulturerbe

Eine Alternative muss gefunden werden - und das schnell
(Foto: ka-news)
"Das Dilemma ist da, aber es ist nicht alternativlos", umschrieb Bernhard Prinz von Baden am gestrigen Montag die Lage, in der sich Schloss Salem im Moment befindet: wegen der hohen Schuldenlast von 30 Millionen Euro droht der Verkauf (ka-news berichtete). Der Ruf nach der Rettung des historischen Gemäuers vor der Veräußerung wird unterdessen auch von politischer Seite immer lauter.

"Die Landesstiftung Baden-Württemberg muss mit Geldmitteln dafür sorgen, dass die Stiftung zustande kommt, mit der die für die Geschichte bedeutende Klosteranlage Salem erhalten werden kann", fordern die Vorsitzenden der Landesvereinigung Baden in Europa, Professor Robert Mürb und Ex-Regierungspräsidentin Gerlinde Hämmerle, in einem eindringlichen Appell an Ministerpräsident Günther Oettinger. Der solle daran erinnert werden, dass sich das Land Baden-Württemberg beim Verkauf des neuen Schlosses in Baden-Baden "seiner Verantwortung entzogen" habe. Deshalb bestehe weiterhin die Gefahr, dass "dieses bedeutende Bauwerk der badischen Geschichte" zumindest in Teilen zerstört werde.

"Salem darf uns auf keinen Fall verloren gehen"

Bei den Banken, denen das markgräfliche Haus Baden erhebliche Geldsummen schuldet, scheint die Geduld jedoch langsam zu Ende zu gehen. Daher müsse nun das Land Baden-Württemberg seinen Beitrag zum Erhalt der Klosteranlage leisten. Mürb und Hämmerle bekräftigen die Auffassung der Landesvereinigung, Salem dürfe niemals durch den Verkauf von wertvollen Kulturgütern finanziert werden. Aber es dürfe auch auf gar keinen Fall für die Öffentlichkeit verloren gehen.

Für die Grünen stehe es "außer Frage, dass es eine Lösung für Salem geben muss, aber der jahrzehntelange Streit um die Kulturgüter kann nur nach sorgfältiger Prüfung beigelegt werden", so Jürgen Walter, kulturpolitische Sprecher der Grünen im Landtag. Auch die SPD-Landtagsfraktion appellierte an die Regierung, Salem zu erhalten. "Die Landesregierung ist jetzt akut in der Pflicht, Salem für die Öffentlichkeit zu retten. Landesmittel für die Tilgung von Altschulden kommen jedoch nicht in Frage", sagte Fraktionsvize Nils Schmid gestern in Stuttgart.

Landesregierung hält sich bedeckt

Die Landesregierung hält sich indes weiter bedeckt. Ministerpräsident Oettinger hat sich öffentlich bislang nicht zu den Problemen um das Adelshaus geäußert. Wie Finanzminister Stratthaus erklärte, liefen Gespräche mit dem Haus Baden. Abzuwarten seien zunächst aber die Gutachten, die den Wert des Kulturdenkmals in der Immobilien feststellen sollen. Sobald diese vorliegen, würde man sich über das weitere Vorgehen beraten, so Stratthaus.

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