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Karlsruhe Kampf um "bedrohtes Idyll" Mastweide

Wenn der Stadionneubau am "Gleisdreieck" realisiert wird, wäre das für die betroffenen Anwohner und Kleingärtner eine Katastrophe. Nun mobilsieren sich die Durlacher, um gegen das Projekt zu demonstrieren und "mit einer gemeinsamen Strategie zu kämpfen." Bei einer Versammlung auf dem Gelände des Kleingartenvereins Mastweide wurden am Freitagabend die weitere Vorgehensweise besprochen, um den KSC-Stadionbau des Hamburger Investors Newport zu verhindern.

Während draußen die Gartenzwerge friedlich im Nieselregen ausharrten, standen sich die Kleingärtner im überfüllten Raum in der Mastweiden-Gaststätte gegenseitig auf den Füßen: Die über 100 besorgten Parzellenbesitzer und Anwohner wollten wissen, wie die Zukunft ihrer Gärten am "Gleisdreieck" aussieht - wann demonstriert wird, was die rechtlichen Möglichkeiten sind und ob es denn überhaupt noch Hoffnung gibt.

"Es geht nicht nur um uns, es geht hier um alle 30.000 Durlacher"

Zunächst wird es parallel zur Gemeinderatssitzung - bei der über das Modell "Stadion am Gleisdreieck" abgestimmt wird - eine Demonstration geben.

Am kommenden Dienstag sollen die Durlacher "Schilder mitbringen und was draus machen! Aber wir sind keine Rabauken, wir werden uns zivilisiert verhalten", so der Initiator Thees. Auf ka-news-Nachfrage bestätigte Günter Cranz, stellvertretender Leiter des Bürgerservices der Stadtverwaltung, dass "bei der angemeldeten Demonstration sicherlich alles einwandfrei ablaufen dürfte."

Iris Holstein, Vorsitzende des Bürgervereins Untermühlsiedlung, forderte ihre Mitstreiter in der Gaststätte auf, für die Lebens- und Wohnqualität zu kämpfen: "Wir müssen die Gemeinderäte zum Denken bringen, bevor sie in die Sitzung gehen. Es geht nicht nur um uns, es geht hier um alle 30. 000 Durlacher." Und die Gemeinderatssitzung sei nur die erste Runde des Kampfes um das Karlsruher Idyll: "Am Dienstag wird noch nicht endgültig beschlossen, dass gebaut wird", beruhigt Petra Stutz, Ortschaftsrätin der Durlacher CDU, die Anwesenden.

"Wir müssen unsere Kräfte bündeln und die weiteren Schritte planen."

Doch wie geht es danach weiter? Ortschaftsrätin Roswitha Henkel stimmte die erbosten Kleingartenbesitzer ("Es geht denen doch nur ums Geld", "CDU und FDP fallen uns in den Rücken" und "Newport, die sollen doch einfach in Hamburg bleiben") auf eine "gemeinsame Strategie" ein und forderte genau wie Thees: "Wir müssen unsere Kräfte bündeln und die weiteren Schritte planen."

Die Grundtendenz der weiteren Vorgehensweise war also klar: Die Stadt mag zwar am längeren Hebel sitzen, weil bei einem Baubeschluss das Gelände innerhalb von sechs Monaten gekündigt werden kann. Doch es mache Mut, dass die rechtlichen Möglichkeiten noch lange nicht ausgeschöpft seien. Rudolf Lehmann, Vorsitzender des Kleingartenvereins Mastweide, fügte etwas resigniert an: "Das Wildparkstadion hätte schon vor zehn Jahren gebaut werden können. Wir sind heute nur hier, weil sich unser Oberbürgermeister nicht durchsetzen kann."

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  •   treuerkscfan
    (666 Beiträge)

    21.04.2009 11:45 Uhr
    Wie viele Kleingärten
    Wie viele Kleingärten gibt es denn in der Mastweide? Das weis ich nicht.
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  •   treuerkscfan
    (666 Beiträge)

    21.04.2009 11:36 Uhr
    Stadionbau
    Ich dachte, irgendwo auf höhe von Bosch wäre ein guter platz für ein Stadion, denn dort ist nur Industriegebiet, A5, B10 und Gleise, die Ausfahrt KA-Nord ist nicht weit. Die DB Gleise hätte man für Anreise mit ÖPNV nmutzen können, Platz für Parkmöglichkeiten wäre auch gewesen, aber nach dem da gleich ein Strich durch die Rechnung gemacht wurde, muss ich halt zur Lösung GD tendieren. Ich darf auch nicht in KA wählen, da ich nicht in KA wohne. Die Nachteile im WP sind ja zu groß: Schlechte Anbindung an ÖPNV, kaum parkmöglichkeiten, mann muss relativ lange von der A5/B10/B36 fahren, bis man am Stadion ist, nach dem Spiel ähnliches. Dort ist alles anturschutzgebiet, das heißt, es wird wohl auch keine zusätzlichen Parkplätze geben, eine Nordtangente wird es auch nicht geben, was für eine verbesserte an und abreise sorgen würde, Bahngleise würde es auch nicht geben, ist zu Teuer und der Verkehr würde im moment auch zum großen Teil über die Durlacher Allee fließen.
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  •   treuerkscfan
    (666 Beiträge)

    21.04.2009 11:29 Uhr
    @aumer
    Ich hatte von 30.3. bis 17.4. Zwangsurlaub. diese Woche habe ich Spätschicht, das heißt, ich fange 14:30 Uhr an zu Arbeiten, daher kann ich morgens kommentare schreiben.
    Wenn ich mir die Bilder von der Demo anschaue, wegen Hooligans kann ich nur sagen: Fußballfans sind keine Verbrecher. Das war kein Blöder vorschlag mit dem Wildpark besser als in die untere Hub. die Brüllaffen sind dann nämlich weg. Und ja, ich habe auch etwas besseres zu tun. Ich respektiere sachliche kritiken und meinungen und genau das erwarte ich auch von anderen.

    Ich war immer gegen einen Stadionbau im GD, da ich persönlich die Untere hub bevorzugt hätte, aber das war ja auch nicht recht. Da wären keine Kleingärten.
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  • unbekannt
    (505 Beiträge)

    21.04.2009 10:56 Uhr
    ka am
    WIE BITTE ??Das wirkliche Interesse war nicht zu erkennen???Auf welcher Demo warst Du denn???Und was heißt hier 50 Kleingärtner??? Bei der Demo waren allein schon 187 Leute vertreten. Hast wohl ein bißchen Probleme mit Zahlen.
    treuerkscfan: In den Wildpark brauchen wir nicht, da stehen doch schon die ganzen Brüllaffen,die nur saublöd daher labern.Hast Du den ganzen Tag eingentlich NICHTS besseres zu tun?Wenn ich mir Deine Uhrzeiten von Deinen Komentaren anschaue,stell ich mir die Frage: Wann arbeitest Du???
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  •   ka
    (20 Beiträge)

    21.04.2009 10:07 Uhr
    tja...
    das wirkliche Interesse z.B. war bei der Demo ja nicht wirklich zu erkennen. Warum sollen alle mindestens 30 000 fußballinteressierten eigentlich wegen der 50 Kleingärtner auf das Stadion verzichten?
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  •   treuerkscfan
    (666 Beiträge)

    21.04.2009 08:48 Uhr
    Kleingärtner
    Ein neuer Standort für die Kleingärtner: Im wildpark, dort wäre Platz, dort ist es ruhig, Strom und Wasser ist ja von der bestehenden "Rumpelburg" vorhanden, Sanitäre Anlagen kann man vernünftige noch schaffen, Platz für ein neues Vereinsheim wäre auch und für die Forderung nach ÖPNV kann man bestimmt auch noch lösen.
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  • unbekannt
    (29986 Beiträge)

    20.04.2009 22:54 Uhr
    @kleineelfe
    Vielen Dank für deine tolle Rechnung. Bei Anwendung derselben auf die Tabellenspitze kann ich mich jetzt in Ruhe zurücklehnen und warten bis der VfB die Meisterschaft eingefahren hat. Sind ja nur 6 Punkte Rückstand... grinsen
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  • unbekannt
    (94 Beiträge)

    20.04.2009 22:14 Uhr
    @aumer
    Woher kommt eigentlich deine "Alle anderen haben Angst vor einem Bürgentscheid"-Theorie ?

    Nur gibt es doch folgende Fragen:
    - Worüber soll genau abgestimmt werden?
    Nur Standort, oder kann man auch komplett gegen ein Stadion stimmen, oder auch noch Varianten (Wildpark kleiner oder großer Umbau).
    - Wie weit kann man über die Entscheidung des KSC oer Newport abstimmen.
    (Was passiert z.B. wenn der Bürgenentscheid für Gleisdreieckbau wäre, aber KSC und Newport sich nicht über die Miete einigen können...)
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  • unbekannt
    (48 Beiträge)

    20.04.2009 20:08 Uhr
    meinung von idyll
    ja ja leut, so ist es, "irgendjemand wird es immer treffen, in der politik, bei der politik, beim wetter, du kannschs halt net jedem recht mache, also reg ich mich jetzt erscht mla über nix auf, sondern hol den alten spruch aus de trommel: nix wird so heis gesse, wie's gekocht wird, und letztendlcih kommt so en blickfänger an de autobahn auch jedem karlsruher zu gute, irgenwie.... zwinkern)
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  •   mixe
    (1183 Beiträge)

    20.04.2009 19:29 Uhr
    Newport
    hat schon mal jemand darüber nachgedacht, ob das ganze Theater, welches in der Stadt wegen dem Stadion herrscht, nur vorgeschoben ist? Ist nicht der Superinvestor auch der, welcher das Schelling Gebäude am Mrktplatz baut und dann betreibt? Hat unser Stadtrat nicht schon lange mit Newport gemauschelt und ihnen lukrative Aufträge zugeschanzt? Marktplatz- beste Citylage? Stadion als Sahnehäubchen? Ein Schelm der da auf andere Gedanken kommt. Unseren hoffentlich bald nicht mehr "Stadtoberen" traue ich eine solche Betrügerei zu. So lange wir uns Gedanken machen, was gut ist für unsere Stadt, verschachert der OB und der Rest im Rathaus die Glaubwürdigkeit der Karlsruher.Ist meine Meinung.
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