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Karlsruhe KIT braucht mehr Geld: Streichung von Studienplätzen droht

Im Rahmen eines landesweiten Aktionstages hat das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) am Mittwoch eine Podiumsdiskussion unter dem Motto "weiter sparen heißt schließen" veranstaltet. Dabei wurde deutlich: Geht es mit der knappen Finanzierung durch Bund und Land so weiter, muss knallhart gespart werden - auch zu Lasten der Studienanfänger. Die Verantwortlichen fordern endlich ein Umdenken.

"Hochschulbildung ist ein ganz wesentlicher Faktor für materiellen und ideellen Wohlstand", eröffnete KIT-Präsident Holger Hanselka die Podiumsdiskussion, bei der Verantwortliche vom KIT sowie des AStA (Allgemeiner Studierenden Ausschuss) Stellung bezogen. Beispielhaft nennt der Präsident, dessen Rede rund 250 Interessierte verfolgten, eine Studie der Landesrektorenkonferenz: "Aus dieser wird ersichtlich, dass jeder Euro, der netto in die Universitäten fließt, die Wertschöpfung im Land um 2,30 Euro erhöht." Ohnehin hält Hanselka die Bedingungen für Unis in Deutschland für schwierig - Zustände, wie beispielsweise in Dänemark oder Südkorea, wo im Vergleich zu Deutschland ein Vielfaches des Bruttosozialproduktes in die Bildung zurückfließt, seien illusorisch.

"Zumindest teilweise ein Inflationsausgleich schaffen"

Dennoch macht er deutlich: Das KIT und andere Hochschulen im Land leiden massiv unter den Sparauflagen von Bund und Ländern. Obwohl seit 1998 die Studierendenzahlen um fast die Hälfte angestiegen sind, wurde die Grundfinanzierung der Unis kaum merklich erhöht. Dies gehe nun mehr und mehr zu Lasten der Studierenden und der Mitarbeiter: "Ohne eine entsprechend angepasste Grundfinanzierung können wir die jetzigen Angebote in Forschung und Lehre nicht aufrechterhalten", sagte der Präsident.

Das KIT unterstützt dabei acht Kernforderungen, die von der Landesrektorenkonferenz ausgearbeitet wurden: Dabei geht es unter anderem darum, die Grundfinanzierung landesweit um jeweils drei Prozent zu erhöhen. "Damit könnte zumindest teilweise ein Inflationsausgleich geschaffen werden", betont Hanselka. Außerdem enthalten die Forderungen die "Auflösung des Sanierungsstaus an Hochschulen": Bislang finanziere das Land Sanierungen und Bauprojekte ausschließlich, wenn die Universität sich selbst an den Kosten beteiligten. "Mit diesen indirekten Budgetkürzungen muss endlich Schluss sein", heißt es in dem Schreiben weiter.

Mit Postkarten für die Landesregierung will auch der AStA auf die massiven Probleme aufmerksam machen. Die stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses, Alexa Schnur, ist Studienbotschafterin und sagt: "Ich stelle immer wieder fest, dass viele Schüler weiterhin den Wunsch haben, später zu studieren." Um diesem Wunsch Rechnung tragen zu können, sieht auch sie dringend Handlungsbedarf: "Dafür müssen schlicht und einfach die entsprechenden Strukturen vorhanden sein."

Hanselka: "Die Botschaft ist in Stuttgart angekommen"

Alexander Wanner, Vizepräsident für Lehre und Akademische Angelegenheiten am KIT, macht klar: "Wenn die derzeitige Entwicklung auch in den kommenden Jahren anhält, können wir bald nicht mehr so viele Studienplätze anbieten. Konkret würde das ein Wegfall von rund einem Drittel aller Studienanfänger bedeuten." Präsident Hanselka zeigte sich optimistisch, diesen Einschnitt nicht vollziehen zu müssen: "Ich bin davon überzeugt, dass die Botschaft in Stuttgart angekommen ist", gibt er sich kämpferisch.

Dazu passt, dass auch aus der Politik zahlreiche Reaktionen folgten: Sowohl aus dem Regierungslager, als auch von der Opposition gab es offenene Briefe, die Hanselka entgegen dem Wunsch der Autoren auf der Veranstaltung nicht verlas: "Wenn ich das jetzt anfangen würde, wären wir in drei Stunden noch nicht damit fertig", sagte er.

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"Weiter sparen heißt schließen": KIT protestiert gegen Finanznot

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  • unbekannt
    (335 Beiträge)

    22.05.2014 14:23 Uhr
    Hey
    Dem KIT gehts wie 50% aller Bürger. zwinkern
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  •   rheiniheini
    (1454 Beiträge)

    22.05.2014 15:51 Uhr
    vielleicht könnte man viel Geld sparen
    wenn man die Zahl der Studienpläze reduziert. Das wäre nämlich auch der Qualität zuträglich.
    Seit der Umstellung auf Bachelor / Master nähern wir uns ohnehin amerikanischen Verhältnissen an, wo jeder Lokomotivführer "engineer" ist.
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  •   rheiniheini
    (1454 Beiträge)

    22.05.2014 15:52 Uhr
    und weniger Zauseln
    gäb's dann auch!
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  • unbekannt
    (335 Beiträge)

    22.05.2014 16:02 Uhr
    Mal kurz nachdenken ....
    nein grinsen
    Ganz ehrlich, Zausel, was auch immer genau das sein mag, sind mir 10x Lieber als besoffene Stammtisch Proleten die auf Tiere und Bäume keinen Cent geben. Ja, genau die denen Leben nichts Wert ist und sie selbst nicht blicken das genau ohne diese seine Welt auch kaputt geht. zwinkern
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  •   rheiniheini
    (1454 Beiträge)

    22.05.2014 22:15 Uhr
    was haben die Stammtischproleten
    jetzt mit dem Thema zu tun?
    Ausserdem verstehe ich ihre Ausage nicht. Vielleicht sollten Sie sich mal um korrekten Satzbau bemühen.
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  • unbekannt
    (50 Beiträge)

    22.05.2014 11:10 Uhr
    @ Gelbsocke
    Danke für den Hinweis, wir haben die beiden Tippfehler korrigiert.
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  •   Gelbsocke
    (3959 Beiträge)

    22.05.2014 11:07 Uhr
    @ka-news
    Studienfänger, Bedinungen - sind damit Studienanfänger und Bedingungen gemeint?
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