Johannes Stober - SPD-Landtagsabgeordneter

"Mein schönster Geburtstag war 1998, als die SPD phänomenal nach 16 Jahren Helmut Kohl die Regierung übernommen hat", erzählt Johannes Stober, der seit 2006 SPD-Landtagsabgeordneter ist. Bevor es Stober, der am 28. September 1968 in Karlsruhe geboren wurde, zur SPD zog, begann er nach seinem Abitur 1988 eine Ausbildung zum Mathematisch-technischen Assistenten. Danach studierte er Informatik an der Universität Karlsruhe. 1992, noch während des Studiums, trat er in die SPD ein, um weitere sechs Jahre bis zu seinem "schönsten Geburtstag" zu warten.

Zu Beginn seiner politischen Laufbahn war Stober hauptsächlich in der Juso-Hochschulgruppe Karlsruhe aktiv. 1995 wurde er Landeskoordinator der Juso-Hochschulgruppen Baden-Württemberg, zwei Jahre später wurde er zum Sprecher des Juso-Kreisverbands Karlsruhe-Stadt gewählt. Seit 2003 ist der Karlsruher, der gerne in Skandinavien wandert und gerne joggt, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Oberreut. Aber neben der Politik hat Stober auch einen "anständigen" Beruf: Seit 2001 ist er bei der PTV AG als Diplom-Informatiker im Bereich Verkehrstelematik beschäftigt.

Im Landtag befasst sich der Sozialdemokrat im Umweltausschuss mit den Schwerpunkten Wasser- und Bodenschutz, im Ausschuss für Wissenschaft, Forschung und Kunst mit der sozialen Situation Studierender. Stober, der gerne Gesellschaftsspiele spielt und bei KSC-Spielen dabei ist – er besitzt eine Dauerkarte im Stehblock A4 –, wollte Landtagsabgeordneter werden, um etwas bewegen und gestalten zu können. "Ich denke ich kann in der Politik etwas bewegen und habe gerade richtig Spaß an der Politik. Ich erhalte Einblicke in Dinge, die man sonst nicht bekommen würde, und das ist sehr interessant. Ich habe Erfahrungen gemacht, die ich im bürgerlichen Leben nicht mache, auch wenn es gerade sehr anstrengend ist."

Beschreiben Sie sich mit drei Worten:
Bodenständig, zielstrebig und lebensfroh.

Was ist Ihre größte Stärke?
Hartnäckigkeit, wenn mir etwas wirklich wichtig ist.

Was ist Ihre größte Schwäche?
Zu große Nachgiebigkeit, wenn mir Dinge auf den ersten Blick nicht wichtig genug erscheinen.

Was war als Kind oder Jugendlicher Ihr Traumberuf? Haben Sie damals jemals daran gedacht, das zu werden, was Sie heute sind?
Als kleines Kind wollte ich natürlich Lokomotivführer werden. Dass ich irgendwann mal Landtagsabgeordneter werde, hatte ich da natürlich nicht gedacht.

Was würden Sie im Leben gerne noch erreichen?
In den nächsten fünf Jahren erstmal als Landtagsabgeordneter möglichst viel für Karlsruhe erreichen. Alles andere wird sich danach zeigen.

Was nervt Ihre/n Partner/in am meisten an Ihnen?
Zurzeit ist da niemand, dem ich auf die Nerven gehen könnte.

Auf welchen Gegenstand möchten Sie im Leben nicht verzichten?
Gegenstände sind allesamt ersetzbar. Die Erinnerungen, die mit ihnen verbunden sind, aber oft nicht.

Wen würden Sie gerne auf den Mond schießen?
George W. Bush und Osama Bin Laden, da die Welt dann wesentlich friedlicher sein könnte.

Welcher Mensch beeindruckt Sie?
Michail Gorbatschow, weil ohne seinen mutigen Einsatz als Generalsekretär der KPdSU der Kalte Krieg nicht zu Ende gegangen wäre.

Welche Musik (Interpret und Titel) und welcher Film haben Sie am meisten beeindruckt?
Als Film "Gandhi" - was übrigens auch mein erster Kinofilm war, den ich sah. Als Musik Klaus Lage mit seinem Titel "Monopoly", weil er meine kritische Haltung zum "real existierenden Kapitalismus" geprägt hat.

Welches Buch haben Sie als letztes gelesen?
Klaus Kordon: "Hundert Jahre und ein Sommer"

Sie werden als Tier geboren. Als welches?
Als Vogel, in der Hoffnung ganz neue Perspektiven zu bekommen.

Sie tauschen einen Tag mit einer Person des anderen Geschlechts - wer wäre das?
Mit Gro Harlem Brundtland in ihrer Zeit als norwegische Ministerpräsidentin, da an diesem Tag sehr viel über die Vorzüge des skandinavischen Wohlfahrtsstaats lernen könnte.

Was finden Sie an Karlsruhe reizvoll?
Dass Karlsruhe eine "Stadt im Grünen" ist und mit dem Hardtwald ein riesengroßes Naherholungsgebiet praktisch bis in die Stadtmitte reicht – auch wenn wir das als Karlsruherinnen und Karlsruher oft übersehen.

Was würden Sie an Karlsruhe ändern, wenn Sie Oberbürgermeister/in wären?
Die Ideen der Bundesgartenschau 2015 umsetzen und endlich Karlsruhe als "Stadt im Grünen" - nicht parteipolitisch - ins Zentrum des Stadtmarketings rücken anstatt sich mit dem Slogan "Karlsruhe. Viel vor. Viel dahinter." weiter lächerlich zu machen.

Welches sind die markantesten Karlsruher / deutschen Köpfe?
In Deutschland: Willy Brandt; in Karlsruhe: Günther Klotz und Gerlinde Hämmerle

Sie leben in einem anderen Land. Welcher Grund könnte Sie dazu bewegen beziehungsweise davon abhalten, nach Deutschland einzuwandern?
Schwierig vorzustellen. Eine interessante Aufgabe würde mich aber sicher reizen, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus bestimmt abhalten.

Es geht um das Glück der Republik. Welche Person, Gruppierung oder Idee sollte mehr Einfluss gewinnen?
Natürlich die SPD. Denn ich denke wir könnten Baden-Württemberg deutlich besser regieren als CDU und FDP.

Wie und wo möchten Sie sterben?
Hoffentlich vorerst nicht. Wenn es aber so weit ist zuhause im Kreise meiner Freunde und meiner Familie.

Kommen Sie in den Himmel oder in die Hölle?
Das hat jemand anderes zu entscheiden.

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