Karlsruhe "Jahrhundert-Projekt"

OB Fenrich (l.) und Dieter Ludwig erläutern den neuesten Stand der
"Kombi-Lösung" (Foto: ka-news)
Erfreuliche Nachrichten über die sogenannte "Kombi-Lösung" - für die Planer und Befürworter des Projekts. Denn die bisher geschätzten Kosten von 530 Millionen Euro werden wahrscheinlich nicht überschritten. Das gab am heutigen Freitag, 23. April, Karlsruhes Oberbürgermeister Heinz Fenrich auf einer Pressekonferenz bekannt. Die Planungen sind weit fortgeschritten und über Fördergelder nach dem Gemeinde-Verkehrs-Finanzierungsgesetz wird beraten.

Der neueste Stand sollte heute Mittag aufgezeigt werden. Dafür hatten der Oberbürgermeister, der Geschäftsführer der Karlsruher Schieneninfrastruktur-Gesellschaft (KASIG), Dieter Ludwig, und KASIG-Prokurist Gerhard Schönbeck eingeladen.Die im Jahr 2002 beschlossene "Kombi-Lösung" zur Entlastung der Innenstadt und des Nahverkehrs ist in der Planung "einen bedeutenden Schritt weiter". Das Projekt, das aus einer Stadttunnelbahn vom Durlacher Tor bis zum Mühlburger Tor mit Südabzweig am Marktplatz bis zur Augartenstraße und dem kompletten Umbau der Kriegsstraße vom Karlstor bis zum Mendelsohnplatz besteht, soll die Innenstadt schienenfrei gestalten. Daher wurde Mitte des vergangenen Jahres die KASIG gegründet. Sie ist für Planung, Bau und Betrieb zuständig.

Die Verantwortlichen wollen Gerüchten widersprechen, es würde nichts mehr in dieser Sache passieren. Fenrich: "Bei einem Großprojekt wird auch im Stillen gearbeitet, man muss Experten zurate ziehen, das braucht Zeit." Zwar sei die Planung heute noch nicht fertig, aber mittlerweile seien die Kosten abzuschätzen. Der geschätzte Kostenrahmen von 530 Millionen Euro wird eingehalten werden können, da die Zahlen bis jetzt sehr zuverlässig seien.

Aus zwei Röhren wird nun eine

Stolz sind die Veranstalter der Pressekonferenz auf die "Standartisierte Bewertung". Bei diesem Verfahren wird geprüft, ob der Nutzen dieses Projekts höher ist als die Kosten. Dies sei hier der Fall und somit sei die Grundlage für eine mögliche Förderung nach dem Gemeinde-Verkehrs-Finanzierungsgesetz gelegt. Denn die Realisierung des Großprojekts sei ohne Förderung nicht möglich. Der Fördersatz liegt bei 85 Prozent. 60 Prozent werden vom Bund und 25 Prozent vom Land getragen. Allerdings hat das Land angekündigt, den Anteil auf 20 Prozent zu kürzen.
Wichtig ist es, die Kosten auf zehn Jahre verteilt zu sehen, betont Fenrich. Die Bauzeit beträge zwar nur sechs bis acht Jahre, die Finanzierung nehme einen weit größeren Zeitrahmen in Anspruch.

Die KASIG wird die Detailplanung fortsetzen, sowie sich für die Bewilligung der Zuschüsse einsetzen. Gelobt wurde von Fenrich die kooperative Zusammenarbeit, welche "die schnelle Arbeit ermöglicht hat". Der Baubeginn werde an vielen Stellen gleichzeitig anfangen, da es schließlich ein "Jahrhundert-Projekt" sei, so Ludwig.Auch gab es in der Pressekonferenz "architektonische Neuerungen" zu berichten. Aus den einst geplanten zwei Röhren ist eine Röhre mit zwei Gleisen geworden. Das zieht kürzere Bauzeiten, geringere Kosten und eine bessere Fahrzeugdynamik nach sich, so die Sprecher.Zum Schluss wurde angekündigt, genaue Pläne zur Durchführung in den nächsten Wochen in den Medien vorzustellen.

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