Chemnitz "Jaaa, endlich erstklassig!"

Meister der 2. Basketball-Bundesliga Süd: Die BG Post/Südstern Karlsruhe
(Foto: pr)
"Jetzt feiern wir erst mal, bis wir ins Koma fallen. Das hier ist alles einfach nur geil!" jubelte der Kapitän der Basketball-Gemeinschaft Post/Südstern Karlsruhe, Georg Vengert, nach dem überragenden 86:64 Auswärtssieg bei der BV TU Chemnitz, der den Aufstieg in die erste Bundesliga bedeutete. "Das ist mit Worten nicht zu beschreiben und ich kann das Ganze noch gar nicht fassen. Es wird noch Tage dauern, bis ich das realisieren werde!" kommentierte Topscorer Rouven Rössler die Geschehnisse in der Chemnitzer Richard-Hartmann-Halle.

Die BG hat es also tatsächlich geschafft. Nach einer sensationellen Saison sind die Mannen von Dr. Ivan Vojtko einen Spieltag vor Saisonende nicht mehr vom ersten Tabellenplatz der zweiten Bundesliga Süd zu verdrängen. Nach der Niederlage in Freiburg vor zwei Wochen schien das große Ziel "Aufstieg" zunächst in weite Ferne gerückt, zumal das Restprogramm mit schweren Kalibern aufwartete. Aber in dieser heißen Phase zeigten die BG-Spieler, dass sie im Laufe der Spielzeit zu einem echten Team zusammengewachsen sind. Jeder kämpfte und fightete für den anderen, und so wurden die Hausaufgaben gegen Nürnberg und Jena souverän erledigt. Jetzt galt es, in der alles entscheidenden Begegnung im Osten der Republik die Nerven zu bewahren und den "Matchball" zu verwandeln.

Auch Fans kämpften mit der Nervosität

Rund 150 mitgereiste Anhänger wollten ihre Helden bei diesem Vorhaben lautstark unterstützen. Zu ihnen gehörte auch der 27-jährige Christian Siewers. Der eingefleischte BG-Fan besucht seit fünf Jahren regelmäßig alle Heimspiele des Clubs und greift dabei sogar selbst zur Trommel, um im Fanblock für Stimmung zu sorgen. Eigentlich ist Siewers ein ruhiger und ausgeglichener Zeitgenosse, aber vor dem Spiel war es auch bei ihm mit der Ruhe vorbei: "Ich versuche, nicht zu viel über das Match nachzudenken, bin aber absolut zuversichtlich, dass die Jungs das packen werden." Aus seiner aktiven Zeit als Basketballer weiß er aber, dass die Handgelenke in einer so wichtigen Begegnung schnell die Konsistenz von Wackelpudding annehmen können. Doch die Vojtko-Truppe machte den 2.014 Zuschauern in der ausverkauften Arena von Beginn an klar, dass sie das Parkett als Meister und Aufsteiger verlassen würde.

BG-Motor lief auf Hochtouren

Den Karlsruhern kam zu Gute, dass die Chemnitzer auf ihren wichtigsten Spieler und Topscorer, Curtis McFall, verzichten mussten. Dieser war aufgrund einer groben Unsportlichkeit im letzten Spiel bei Avitos Lich bis zum Ende der Saison gesperrt worden. Doch den für die BG so geschichtsträchtigen Sieg an diesem Ausfall festzumachen, wäre zu einfach. Es ist gut möglich, dass der Erfolg bei einem Mitwirken von McFall nicht so deutlich ausgefallen wäre, aber der BG-Motor lief an diesem Abend einfach zu rund, als dass ihn irgendetwas hätte ins Stottern bringen können. Allein die Tatsache, dass die Badener niemals in Rückstand gerieten, spricht Bände. Bereits Sekunden vor Ertönen der Schlusssirene spielten sich auf dem Feld unglaubliche Szenen ab.

Von Jubelorgien, Champagnerduschen und Siegerzigarren

Obwohl die Begegnung noch im Gange war, lagen sich die Spieler bereits freudestrahlend in den Armen. Dann war Schluss - und der Jubel im Karlsruher Lager kannte keine Grenzen mehr. Das Spielfeld wurde gestürmt und die Meistermannschaft gefeiert. Und wie es sich für echte Sieger gehört, kamen sie natürlich auch in den Genuss einer ausgiebigen Champagnerdusche. Auch der während der Partie vor Anspannung nicht ansprechbare BG-Macher Matthias Dischler wirkte jetzt völlig losgelöst und mischte sich unter die feiernde Menge. Einzig Meistertrainer Dr. Vojtko brachte es trotz des phänomenalen Triumphes fertig, seine Emotionen gekonnt zu verbergen. Mit Siegerzigarren in den Mundwinkeln verabschiedeten sich die BG'ler schließlich in die Umkleidekabinen. Auf der sechsstündigen Heimfahrt machten Spieler und Fans dann die Nacht zum Tage. Bis in die frühen Morgenstunden wurde in den drei Bussen feucht-fröhlich gefeiert. Bleibt nur zu hoffen, dass sich keiner die Worte von Georg Vengert zu sehr zu Herzen genommen hat.

Für die BG trafen:

Scott Brakebill (23), Rouven Rössler (19), Stefan Svitek (14), Georg Vengert (11), Kresimir Miksa (9), Anton Gavel (7), Florian Moysich (3);

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