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Karlsruhe Inklusion an Karlsruher Schulen: 58 Kinder erfolgreich eingegliedert

Obwohl der Schulamtsbezirk Karlsruhe nicht zu den fünf Modellregionen des Landes gehört, die Möglichkeiten einer gemeinsamen Beschulung von Kindern mit und ohne Behinderung erproben, realisieren Karlsruher Schulen inklusive Bildungsangebote. Das geht aus dem Sachstandsbericht zum Schuljahr 2013/2014 hervor, den das Schul- und Sportamt jetzt dem gemeinderätlichen Schulbeirat in nichtöffentlicher Sitzung unter Leitung von Bürgermeister Martin Lenz vorlegte. Laut diesem nahmen im laufenden Schuljahr insgesamt 58 Kinder mit Handicap inklusive Bildungsangebote wahr.

"Das Spektrum der Beeinträchtigungen der Jungen und Mädchen reicht von Schwerhörigkeit bis zu gravierender körperlicher oder geistiger Behinderung. Allein in der Augustenburg-Gemeinschaftsschule Grötzingen werden acht Kinder mit Handicap in der Klassenstufe 5 unterrichtet. Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Grundschule Beiertheim, die eng mit der Albschule kooperiert", heißt von der Stadt in einer Pressemitteilung.

 

Stadt kommt für Kosten auf: 1,7 Millionen Euro im Schuljahr

Ein guter Teil der Kinder mit Beeinträchtigungen könne laut Stadt nur mit Begleitung auf eine Regelschule gehen. Die städtische Sozial- und Jugendbehörde übernehme ungeachtet der Meinungsverschiedenheit zwischen dem Land und den Trägern der Sozial- und Jugendhilfe über die Kostenträgerschaft für den Anteil der pädagogischen Leistungen die Kosten der Schulbegleitung.

Diese belaufen sich laut Bericht, der ungeteilte Zustimmung im Schulbeirat fand, für das laufende Schuljahr auf etwa 1,7 Millionen Euro. Dazu kommen 140.000 Euro für die Beförderung der Schüler.

Darüber hinaus bietet die Stadt gemeinsam mit dem Staatlichen Schulamt und mit Unterstützung des Vereins "Eltern und Freunde für Inklusion" (EFI) Elternforen an, die Mütter und Väter von Kindern mit Handicap an der Schnittstelle des Übergangs vom Kindergarten zur Grundschule über entsprechende Beratungsangebote informieren.

Ein Ergebnis des zweiten Elternforums war der "Runde Tisch Inklusion", der in einem gemeinsamen Papier den Einschulungsprozess eines Kindes mit Behinderung für die betroffenen Eltern transparent macht und den zeitlichen Ablauf darstellt.

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  •   karlsruher1955
    (1195 Beiträge)

    01.07.2014 05:24 Uhr
    Inklusion
    was für ein Wort. Ich denke und wünsche mir, es sollte eine Selbstverständlichkeit für unsere Gesellschaft sein, diese Menschenkinder jeden Alters voll und ganz in die Gemeinschaft einzubinden.
    Angebliche Kosten für das laufende Schuljahr etwa 1,7 Millionen Euro. Dazu kommen 140.000 Euro für die Beförderung der Schüler. Wie setzen sich denn diese Beträge zusammen ???
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  •   Beiertheimer
    (1032 Beiträge)

    01.07.2014 09:43 Uhr
    Kosten
    Abhängig vom Grad der Behinderung ist z.B. währende der Schulzeit ein Zivi bei dem Kind. Zusätzlich zum normalen Unterricht in der Klasse gibt es auch speziellen Einzelunterricht für die Kinder mit Beeinträchtigung.
    Wenn ich mal die Personalkosten für einen Lehrer mit 100.000 E/a rechne komme ich auf so 10 Lehrer, Geld für die Zivis plus spezielles Unterrichtsmaterial (grob überschlagen).
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  •   saavik
    (1477 Beiträge)

    01.07.2014 11:03 Uhr
    Barrierefreiheit
    Und die Kosten für den barrierefreien Ausbau von Schulen fehlen da auch noch!
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  •   candyman
    (7188 Beiträge)

    01.07.2014 09:34 Uhr
    Einzelfallentscheidungen
    Meiner Ansicht nach sollte jede Inklusion eine Einzelfallentscheidung sein. Wenn der/die Schüler/in trotz Behinderung in der Lage ist, den Stoff der jeweiligen Schulart bis zum Abschluss zu meistern, dann sollte alles dafür getan werden, dass der/die Schüler/in die Schule besuchen kann - inklusive Transport und Betreuung.

    Kritisch sehe ich es, wenn z.B. Kinder mit geistiger Behinderung, die mit nahezu an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht die Lernziele erreichen werden, nur um der Inklusion willen in eine Schulart integriert werden, deren Abschluss sie nicht schaffen können.

    Ich sehe in Fall 2 nur Leidtragende: Der/die behinderte Schüler/in wird irgendwann abgehängt; Klasse und Lehrer müssen im Lerntempo und der Stoffvermittlung auf jemanden Rücksicht nehmen, der/die den Abschluss (mit hoher Wahrscheinlichkeit? Mit Sicherheit?) nicht schaffen wird.

    Daher muss das immer einzeln abgewogen werden.

    Jemand meiner Meinung? Jemand anderer Meinung? Würde mich interessieren.
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  •   saavik
    (1477 Beiträge)

    01.07.2014 11:01 Uhr
    Gut ausgedrückt
    Bin da ganz deiner Meinung. Es muss im Einzelfall entschieden werden. Dafür sollte man aber auch irgendwelche 'Tests' zu Rate ziehen können, damit betroffene Lehrer und Eltern nicht allzu unterschiedliche Vorstellungen über die 'Erreichung des Klassenziels' haben.
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  • unbekannt
    (3577 Beiträge)

    01.07.2014 10:51 Uhr
    Inklusion geschieht vorrangig um der Ideologie willen
    das Wohl der Kinder hat Ideologen, die v.a. im grünen Lager beheimatet sind, noch nie gekümmert.

    Die Ideologen unter den "Pädagogen" übersehen gerne, dass Kinder sehr grausam zueinander sein können. Mitgefühl kann man nicht erzwingen.

    Lernbehinderte Kinder, die nicht mit anderen Kindern konkurrieren können, brauchen einen Freiraum, wo sie nicht die tolerierten, bemitleideten Außenseiter sind. D.h. sie brauchen Gruppenerlebnisse, wo sie unter sich sind.
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  •   candyman
    (7188 Beiträge)

    01.07.2014 11:32 Uhr
    Gruppenerlebnisse ist das Stichwort
    Und zwar Erlebnisse sowohl mit behinderten Kindern, die die Situation kennen, als auch Erlebnisse mit nicht-behinderten Kindern, um den Anschluss an das "normale" (bewusst in Anführungszeichen!) Leben nicht zu verlieren.

    Und ich spreche nicht (zumindest nicht ausschließlich) von lernbehinderten Kindern... Behinderungen haben so viele Facetten. Von der körperlichen Einschränkung (Arm ab, Querschnittslähmung, Erblindung) zu teilweise geistigen Einschränkungen (Probleme bei der Sprache, aber Begabung bei mathematisch-analytischen Themen?) bis hin zu Mehrfachbehinderungen.

    Und daher muss jeder Fall individuell betrachtet werden. So kann doch zum Beispiel jemand mit großen Defiziten bei Sprache und Schreiben immer noch ein technisches Gymnasium besuchen, wenn man ihm Freiräume bei den sprachlichen Themen lässt.

    Bei mir war damals auf dem Gymnasium ein Junge mit Asperger-Syndrom im Jahrgang. Klar, der bekam bei seinen problematischen Fächern eine Sonderbehandlung, aber (Ff)
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  •   candyman
    (7188 Beiträge)

    01.07.2014 11:36 Uhr
    Fortsetzung
    trotzdem hat der in den Fächern, die ihm keine Probleme bereitet haben, ganz normal mitgemacht.

    Ich weiß nicht, was in seinem Abizeugnis stand, weil er einige Fächer nicht oder nicht richtig belegen konnte, aber das hat damals ganz flexibel und ohne großes Bohei funktioniert, und da hat noch niemand von Inklusion gesprochen.

    Jetzt hat meine alte Schule einen Aufzug und Räume für Betreuer, und da gehen mehrere behinderte Schüler hin, für die man individuelle Lösungen gefunden hat.

    Es gibt sie, diese Lösungen, und sie kosten kein Vermögen. Als es noch keinen Aufzug gab, war die Klasse mit der Rollstuhlfahrerin halt nur in EG-Räumen unterwegs. Geht doch. Man muss nur wollen.

    Daher... wenns geht, nehmt die behinderten Schüler ohne großes Hallo mit rein. Aber man muss auch ehrlich sein und Schülern, die es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht schaffen werden, immer noch auf Behindertenschulen schicken können, ohne deshalb gesteinigt zu werden.
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