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Karlsruhe Hygiene in Karlsruher Restaurants: 500 Kontrollen fielen 2018 aus, Stadt ist dennoch zufrieden

Lebensmittelkontrollen – darauf muss man sich als Verbraucher verlassen können. Sie gewährleisten Sauberkeit und Hygiene in gastronomischen Betrieben. Deutschlandweit sind die Zahlen besorgniserregend - es gibt zu wenig Kontrolleure. Auch Karlsruhe kann die gesetzlich vorgeschriebene Quote nicht erfüllen: 500 Kontrollen fielen 2018 aus.

Wie gut arbeiten die Lebensmittelbehörden in Deutschland? Die Organisation "Foodwatch" wollte es genau wissen und hat eine groß angelegt Studie mit dem Titel "Kontrolle ist besser" veröffentlicht.

Das Ergebnis ist erschreckend: "Landesweit schaffen die Behörden nur gut sechs von zehn Kontrollbesuchen", steht es in dem Bericht.

In Baden-Württemberg konnten nur der Landkreis Heidenheim und die Stadt Ulm ausreichend viele Kontrollen durchführen, sieben Kommunen schafften nicht einmal die Hälfte.

In der Zeitspanne von 2007 und 2017 ist laut einem Bericht des Europäischen Verbraucherverbandes (BEUC) die Anzahl der Kontrollen in Deutschland um 22 Prozent gesunken.

Diese Zahlen wirken besorgniserregend. Wie schneidet sie Stadt Karlsruhe in Sachen Lebensmittelhygiene ab? Müssen die sich Bürger in den Restaurants, bei den Imbissen und Bäckern der Stadt um ihre Gesundheit sorgen?

In Karlsruhe fallen 500 Kontrollen aus

Die aktuellsten Zahlen stammen aus 2018. Im Vergleich zu anderen Städten steht die Fächerstadt gut da: 3.720 Kontrollen hätten im Jahr 2018 stattfinden sollen, 3.209 wurden tatsächlich durchgeführt.

In anderen Worten: 500 Kontrollen blieben aus und Karlsruhe hat lediglich rund 86 Prozent der gesetzlich vorgegebenen Anzahl erreicht. Doch: "Mit der aktuellen Personalausstattung ist eine solche Erfüllungsquote bei den Routinekontrollen als sehr gut anzusehen", so das Statement der Stadt auf ka-news.de-Anfrage.

Wie sauber die Köche arbeiten, wird vom Ordnungsamt der Stadt Karlsruhe überprüft. | Bild: Thomas Riedel

In Karlsruhe sind neun Lebensmittelkontrolleure in Vollzeit beschäftigt, die laut "Foodwatch" für rund 4.500 Restaurants, Cafés und weitere Betriebe zuständig sind. "Die durchschnittliche Kontrollfrequenz einer Speisegaststätte beträgt zur Zeit zwölf Monate", teilt die Stadt mit. 

Dabei müssen einige Betriebe öfter überprüft werden als andere. So wird eine Gaststätte, die Fleisch verarbeitet, strenger überwacht als beispielsweise ein Kiosk. 

Wo sieht man das Ergebnis der Kontrollen?

Neben den Routinekontrollen sind die Mitarbeiter im Jahr 2018 zusätzlich rund 1.000 Mal ausgerückt. Sowohl bei Beschwerden aus der Bevölkerung, auf Verdacht oder im Zuge von Rückrufaktionen. 

Zwischen einer und eineinhalb Stunden sind die Kontrolleure am Werk, um ein Restaurant zu überprüfen. Das Ergebnis der Kontrollen kann auf Nachfrage jeder einsehen. Nur sehr schwerwiegende Verstöße werden veröffentlicht. 

Wie hygienisch geht es insgesamt in den Küchen der Stadt zu? Die Antwort drückt sich in den Zahlen aus: Im letzten Jahr wurden in 60,1 Prozent aller Betriebe im Stadtkreis Karlsruhe kleinere oder größere Mängel festgestellt. 

Die Verstöße können dabei sehr variieren, im schlimmsten Fall folgt die Schließung des Betriebes. Weniger ins Gewicht fallen dabei leichte Verschmutzungen, überschreiten die Lebensmittel bestimmte gesetzliche Grenzwerte, müssen die Betriebe mit härteren Strafen rechnen. Bei den Lebensmittelproben wurden im letzten Jahr in Karlsruhe rund 40 Prozent beanstandet.

Vorbild Dänemark? Smileys zeigen in Restaurants Hygienebewertung an

In anderen Ländern können sich Betriebe eine schlechte Bewertung der Kontrolleure nicht so leicht erlauben: Beispielsweise werden in Dänemark die Ergebnisse direkt in den Restaurants ausgehängt, anhand einer Smiley-Skala. Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg setzt sich für ein ähnliches Bewertungssystem ein.

Abteilungsleiterin Lebensmittel und Ernährung,  Verbraucherzentrale Baden-Württemberg
Christiane Manthey, Abteilungsleiterin Lebensmittel und Ernährung, Verbraucherzentrale Baden-Württemberg | Bild: Verbraucherzentrale Baden-Württemberg

"Das sorgt für mehr Transparenz für die Kunden", sagt Christiane Manthey, Abteilungleiterin für Lebensmittel und Ernährung im Gespräch mit ka-news.de. "Damit haben sich die Hygienestandards in anderen Ländern deutlich verbessert."

Karlsruhe hat ein eigenes Siegel

Auch wenn es bundesweit noch kein solches Bewertungssystem gibt, hat Karlsruhe bereits einen eigenen Weg eingeschlagen – und selbst ein eigenes Siegel entwickelt. Betriebe, die bei den Kontrollen gut bis sehr gut abschneiden, bekommen von der Stadt eine Urkunde: das "Karlsruher Hygienesiegel".

Es soll für die Betriebe einen positiven Anreiz schaffen und den Verbrauchern signalisiert der gelbe Smiley: Hier wird besonders auf die Hygiene geachtet.

ka-news.de Hintergrund: Was verbirgt sich hinter "Foodwatch"

Foodwatch ist ein deutscher Verein, der sich im Bereich des Lebensmittelrechts für die Verbraucher einsetzt. Gegründet wurde die Organisation bereits im Jahr 2002.

„Die Regeln und Gesetze in Europa und den EU-Mitgliedsstaaten für unsere Nahrung müssen konsequent die Interessen der Verbraucherschaft in den Vordergrund stellen. Denn Essen geht alle an“, heißt es auf der offiziellen Website des Vereins.

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  •   ALFPFIN
    (7073 Beiträge)

    22.01.2020 13:29 Uhr
    Beim Landrastsamt Karlsruhe
    ist das Amt für Lebenshygiene angesiedelt.
    Hier sind auch diverse Untersuchungsergebnisse von Lokalen veröffentlicht.
    https://www.landkreis-karlsruhe.de/Service-Verwaltung/Verwaltung/Dezernate-Ämter/Recht-Ordnung/Amt-für-Veterinärwesen-und-Lebensmittelüberwachung

    oder
    www.karlsruhe.de › buergerdienste › luv › Lebensmittel
    Auch Info über den Karlsruher Hygienesiegel

    Was den Zeitaufwand betrifft, es wird ja nicht nur die Küche kontrolliert, sondern auch die Lageräume,
    alle Aufbewahrungsorte von Lebensmittel und auch wie es "unten drunter" also unter den Spülen usw.,
    da könnten sich auch einige "liebe" tierische Mitgenossen aufhalten, schlimmstenfalls. Also wer da genau kontrolliert, braucht auch Zeit. Ist ja auch im Interesse der Kunden.
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  •   mill_house
    (27 Beiträge)

    22.01.2020 12:10 Uhr
    Hier stimmt doch was nicht
    "Die durchschnittliche Kontrollfrequenz einer Speisegaststätte beträgt zur Zeit zwölf Monate", teilt die Stadt mit.

    Wenn man 4500 Betriebe hat, aber nur 3209 Kontrollen pro Jahr durchführt, wie soll dabei ein Schnitt von 1 Jahr rauskommen? Dazu wären offensichtlich min. 4500 Kontrollen notwendig.

    Nächster Punkt: "Eine Kontrolle dauert durchschnittlich 1 bis 1,5 Std". Gehen wir wohlwollend vom Maximum aus. 2018 gab es in BaWü 250 Arbeitstage. Minus 30 Tage Urlaub Minus 10 Tage Krankheit = 210 echte Arbeitstage.
    Bei 9 Kontrolleuren sind das nach Adam Riese 1890 Tage.
    Es werden also 3209 / 1890 = 1,7 Kontrollen von jedem Kontrolleur pro Tag "geschafft". 1,7 x 90 Minuten = 153 Minuten.

    Tipp an KA-News für investigative Journalistenfrage: was treibt ein Kontrolleur die restlichen 5 Stunden?
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  •   mcclaney
    (1470 Beiträge)

    22.01.2020 12:25 Uhr
    ...
    Ein Kontrolleur ist nicht die ganze Zeit in Betrieben, um die Einhaltung der Vorschriften zu kontrollieren....Büroarbeit gehört auch noch dazu.
    Abgesehen davon: Ein bisschen Wegstrecke dürfte auch noch zwischen den einzelnen Stationen sein.
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  •   mill_house
    (27 Beiträge)

    22.01.2020 12:41 Uhr
    ...
    Schon klar. Aber rund 3 Stunden für Fahrt (innerhalb Karlsruhes) und ausfüllen der Vordrucke (es werden ja schon während der Kontrolle alle Sachverhalte notiert)? Kommt mir etwas viel vor.
    Und wenn die Fahrt so viel Zeit frisst, dann könnte man doch auch vor Ort gleich mal 2-3 Betriebe unter die Lupe nehmen, wenn man eh schon in der Ecke ist.
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  •   mcclaney
    (1470 Beiträge)

    22.01.2020 12:48 Uhr
    ...
    Wenn man eh schon in der Ecke ist spricht sich das unter Umständen rum - Gastronomen sind gut vernetzt. Da wird dann unter Umständen nochmal unter den Schränken und Regalen gewischt. Kannste Dir dann auch schenken, so ne Kontrolle.
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  •   Gevatter
    (104 Beiträge)

    22.01.2020 11:42 Uhr
    Fielen auf
    sollte es denke ich heißen. Wenn 500 Kontrollen ausfallen wäre dies allerdings auch nicht gut.
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  •   schmidmi
    (2256 Beiträge)

    22.01.2020 13:56 Uhr
    Nein
    Die Zahlen im Artikel sagen, dass die Kontrollen nicht durchgeführt wurden, also ausgefallen sind
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  •   Route66
    (2267 Beiträge)

    21.01.2020 19:27 Uhr
    Wo sind
    denn diese Karlsruher Hygienesmileys zu finden? Werden die am Eingang aufgeklebt oder neben der Kasse?? Ich habe diese bisher noch nicht bemerkt. 🤔
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  •   schmidmi
    (2256 Beiträge)

    22.01.2020 11:48 Uhr
    Meistens
    an der Eingangstür
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  •   Route66
    (2267 Beiträge)

    22.01.2020 15:40 Uhr
    ..
    danke, muss mal besser drauf achten 🙂
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