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Karlsruhe Hygiene-Mängel? Das sagt die Paracelsus-Klinik zu den Vorwürfen

Die Karlsruher Paracelsus-Klinik hat auf einen Medienbericht reagiert, wonach "gravierende Mängel" bei der Aufbereitung von Sterilgut wie OP-Instrumenten festgestellt worden seien. Man habe unmittelbar einen externen Dienstleister engagiert, erklärt die Klinik. Bis heute habe es keine Hinweise auf eine höhere Infektionsrate in dem Krankenhaus gegeben.

Der "Mannheimer Morgen" hatte in seiner Ausgabe am Mittwoch berichtet, dass bei einer Routinekontrolle in der Karlsruher Paracelsus-Klinik "gravierende Mängel" bei der Aufbereitung verschiedener Medizinprodukte festgestellt wurden. Die Kontrolle wurde laut dem Blatt durch das Regierungspräsidium Karlsruhe durchgeführt.

Klinikum begründet Engpässe mit höheren Patientenzahlen

Ein Sprecher der Behörde bestätigt das im Gespräch mit ka-news: "Vor rund drei Wochen wurde eine Routinekontrolle durchgeführt. Dabei wurden Mängel festgestellt." Diese seien in ihrem Ausmaß jedoch bei weitem nicht mit den Mängeln vergleichbar, die vor einiger Zeit im Mannheimer Krankenhaus entdeckt wurden, erklärt er.

Unmittelbar nach der Beanstandung der Kontrolleure habe die Karlsruher Paracelsus-Klinik reagiert, so der Sprecher. Das bekräftigt auch das Klinikum. In einer Pressemitteilung heißt es: "Die Paracelsus-Klinik Karlsruhe hat vor einigen Wochen in enger Kooperation mit dem Regierungspräsidium Karlsruhe einen externen Dienstleister für die Sterilgutversorgung des Krankenhauses engagiert."

Grund dafür seien "deutlich mehr Patienten im Vergleich zu den Vorjahren", beispielsweise in der Orthopädie, so die Klinik. Dadurch seien kapazitive und räumliche Engpässe eingetreten. Deshalb habe die Klinikleitung im Nachgang zu einer routinemäßigen Begehung des Regierungspräsidiums "aktiv und in Absprache mit dem Regierungspräsidium einen externen Dienstleister engagiert". Dieser solle nun so lange arbeiten, bis die hauseigene Sterilisationsanlage umgebaut und betriebsbereit ist, erklärt die Klinik in der Mitteilung.

Bis heute habe die Klinikleitung keinerlei Hinweise auf eine erhöhte Infektionsrate durch selbst aufbereitete Medizinprodukte. Dies sei durch regelmäßige mikrobiologische Untersuchungen durch ein externes Labor und durch die Teilnahme an dem Krankenhaus-Infektions-Surveillance System (KISS) in der Orthopädie /Endoprothetik sichergestellt worden, erklärt die Klinik.

Mehr zum Thema bei ka-news:

Karlsruher Paracelsus-Klinik: "Gravierende Mängel" bei der Hygiene

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Kommentare (11)
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  •   ckckck
    (421 Beiträge)

    06.08.2015 07:00 Uhr
    Mittlerweile muss man Angst haben
    wenn man ins Krankenhaus muss... Traurig, traurig. Da ist die
    Geiz ist Geil (danke Saturn) auch schon längst angekommen...
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  •   babydoll2508
    (173 Beiträge)

    06.08.2015 01:52 Uhr
    Herrlich die Begründung...
    so als würde mein Autohaus nach nem Unfall sagen:" Sorry Reifen ham wa nicht festgemacht, haben zuviel Kunden."
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  •   taschentuch
    (394 Beiträge)

    05.08.2015 22:48 Uhr
    Völlig klar.
    Natürlich kann das Krankenhaus hier nur Hygiene-Mängel aufweisen, dann sämtliche Karlsruhe Hygiene-Experten haben sich in der Kommentarsektion hier versteckt und geben nun ihr breites mikrobiologisches, medizinisches und hygiene-bezogenes Wissen zum Besten.

    Mir ist ohnehin völlig schleierhaft, warum es in diesem Land Probleme gibt. Schaut man sich die Kommentarbereiche an... nur Experten, wohin man sieht. Wie beim Fußball. Lauter Bundestrainer unter den Zuschauern.
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  •   jtlyk
    (111 Beiträge)

    05.08.2015 21:56 Uhr
    Für mich unvorstellbar.
    Hab das Richt-Krankenhaus, heutige Paracelsus-Klinik, nur in bester Erinnerung. Ist allerdings schon Jahre, besser Jahrzehnte, her.
    Das ehemalige Richt-Krankenhaus, unter der Leitung des Erbauers Robert Richt, war mal das Vorzeigekrankenhaus überhaupt in der gesamten Umgebung. Allerdings war mein letzter "Kontakt" vor ca. 20 Jahren. Schade drum.
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  •   DreiFragezeichen
    (1402 Beiträge)

    05.08.2015 20:13 Uhr
    Die Stellungnahme der Klinik
    (im anderen Thread) hat mich nicht überzeugt.
    Nett, dass sie überhaupt gekommen ist, aber es war leider ein Heruntergeleiere von Prospektphrasen.
    Fragen wurden nicht beantwortet. Schade!
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  •   lynx1984
    (3119 Beiträge)

    05.08.2015 19:33 Uhr
    Originalbericht?
    Gibt's den Bericht der Behörde irgendwo nachzulesen?

    Kann mir nämlich irgendwie nur schwer vorstellen wie es zu einer Mängelbeanstandung kommt, wenn ein "erhöhtes Patientenaufkommen" als Ausrede her halten muss. Viele Patienten können durchaus mal zu einem Engpass führen - aber das darf nicht zu einer Mängelbeanstandung führen. Engpass und Mangel ist was anderes. Ein richtiger und ordnungsgemäßer Umgang mit der Situation führt niemals zu einem Mängelbericht.

    Ach ja und jetzt auf einmal wird umgebaut. Das riecht schon sehr nach größeren Mängeln und "hätte so nicht geschehen dürfen"...
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  •   Paddelpfote
    (243 Beiträge)

    05.08.2015 19:59 Uhr
    Natürlich gibt es einen Rückstau bei den Patienten.
    Denn infizieren diese sich, bleiben sie länger krank und die Heilung wird erschwert.

    Übrigens glänzt auch das Städtische Krankenhaus nicht. Denn in der Notaufnahme und dem Wartebereich vor dem OP Saal hingen neulich richtige Wollmäuse von den Lüftungsschlitzen an der Decke.
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  •   Mysza
    (7 Beiträge)

    05.08.2015 17:58 Uhr
    Klar.....mehr patienten...
    Vielleicht sollte man einer der ehrlichen Mitarbeiter fragen, was hinter den Kulissen so los ist!
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  •   ObenLang
    (2745 Beiträge)

    05.08.2015 18:54 Uhr
    Na so viele Snowdens gibt es leider nicht auf der Welt
    Interna sind leider oft einen kleinen Kreis beschränkt welcher die Anonymität der Whistleblower automatisch gefärdet- LEIDER!
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  •   karlsruher1955
    (1161 Beiträge)

    05.08.2015 16:14 Uhr
    Klinikum begründet Engpässe mit höheren Patientenzahlen
    das ist doch keine Begründung, einfach beängstigend
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