Karlsruhe Hochwasser-Becken bei Karlsruhe rückt näher: "Wollen kein Gepolter um den Polder"

Hochwasser am Rhein ist in Karlsruhe nicht unüblich, damit diese Überflutungen zukünftig nicht mehr vorkommen, wurde vor 30 Jahren ein Hochwasserschutzkonzept verabschiedet. Aktuell befindet sich das Projekt noch immer im Planungsausschuss - weitere Prüfungen sollen folgen.

Der Hochwasserschutz in der Fächerstadt muss verbessert werden, darüber ist man sich seit nun mehr als 30 Jahren einig. Der Plan: ein gesteuerter Polder samt vier Meter hoher Spundwand soll her. Da das "Bauwerk" in unmittelbarer Nähe der Rappenwörter Idylle errichtet werden muss, traf das Projekt in der Vergangenheit nicht gerade auf die bürgerliche Begeisterung. Die Eingriffe in die Landschaft und aufwendige Bauarbeiten, wie die Erhöhung der Herrmann-Schneider-Allee, förderten die Bedenken der Karlsruher.

Nachdem das Regierungspräsidium nun kürzlich ergänzende Antragsunterlagen zum Hochwasserschutzkonzept "Integriertes Rheinprogramm" veröffentlicht hat, nahm der Gemeinderat in seiner Mai-Sitzung nun Stellung. Das Fazit: Das Hochwasserbecken muss her - doch nicht ohne weitere Prüfungen. Insbesondere die Höherlegung der Herrmann-Schneider-Allee, eine sichere Straßenbahnverbindung und die größtmögliche Reduktion sowie Begrünung der Spundwand, sollen überprüft werden.

"Unerträgliche optische Eingriffe"

Die CDU-Fraktion wollte nicht voreilig sein und eine Stellungnahme des Regierungspräsidiums abwarten. "Wir möchten kein Gepolter um den Polder", sagte Tilman Pfannkuch - allerdings wies das CDU-Mitglied ebenfalls auf einen sensiblen Umgang in Bezug auf "unerträgliche optische Eingriffe" und die Sorgen der Bürger hin. Dass das Land zunächst reagieren müsse, dem stimmte auch Michael Zeh (SPD) zu. "Die Polderdiskussion beschäftigt uns seit über 30 Jahren – es ist auch ein großer Eingriff in die bestehende Fläche. Wir wollen so viel wie möglich vermeiden und ökologisch denken. Die Landschaft dort wird sich dort ganz erheblich ändern", fügte er hinzu.

"Höherlegung nicht notwendig"

Der ökologische Aspekt steht zweifelsfrei auch bei der Grünen-Fraktion im Vordergrund - allerdings wurde auch die Notwendigkeit des Vorhabens erkannt. Renate Raststätter: "Angesichts der Dringlichkeit des Hochwasserschutzes, stimmen wir der Planung des gesteuerten Polders zu. Bei unserem Beschluss, fordern wir, dass die Herrmann-Schneider-Allee nicht höhergelegt wird. Der Wille, eine andere technische Lösung zu finden, muss da sein." Auch die Kult-Fraktion stimmte dem "grundsätzlichen Polderbau" zu. Das große "Aber" sieht Erik Wohlfeil ebenfalls bei der geplanten Höherlegung der Herrmann-Schneider-Allee. "Die Höherlegung würde einen zweistelligen Millionenbetrag kosten und ist nicht notwendig. Es hätte nur den Vorteil, dass das Rheinstrandbad auch bei Hochwasser zugänglich ist", so Wohlfeil.

Maximaler Schutz - minimaler Eingriff

Tom Høyem (FDP) wies darauf hin, dass die Höherlegung als Teil des kompletten Poldersystems zu verstehen sei. "Wenn dann muss das gesamte System geprüft werden", so Heyen. Bei einer Prüfung der Höherlegung sieht Friedemann Kalmbach (GfK) dagegen Schwierigkeiten: "Welchem Sachverständigen kann man glauben - frägt man zehn Menschen, bekommt man zehn Meinungen."

Dr. Paul Schmidt (AfD) versetzte sich in die Lage der Bürger: "Die bisher auf dem Tisch liegende Lösung beinhaltet eine maximale Veränderungen der Landschaft. Gesamtziel ist es, den gesamten Bereich des Polders zu durchfluten. Davon betroffen sind die Bürger in Daxlanden. Darum fragen sich die Bürger, ob es nicht einem anderen Weg gibt." Freie-Wähler-Mitglied Jürgen Wenzel fasste die aktuelle Situation zusammen: "Wir brauchen einen maximalen Wasserschutz und wollen den minimalsten Eingriff."

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