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Karlsruhe Hitze in Karlsruhe: Einsatzkräfte bereiten sich auf extreme Wetterlagen vor

Rund 300 Beteiligte, Helfer und Organisatoren, werden am Samstag, 23. Juni, in Karlsruhe mit den Folgen einer wochenlangen Hitzewelle konfrontiert. Ziel der Übung ist es, besser auf derartige Extremwetterlagen vorbereitet zu sein. Die Karlsruher sollen von der Übung möglichst wenig mitbekommen, versprechen die Verantwortlichen.

Mitteleuropa wird von einer mehrwöchigen Hitzewelle geplagt. Das führt zu Wasserknappheit, Dürren und einer Art Dauerstress für den menschlichen Körper und für die Tiere. Es ist eine Situation, wie sie durchaus eintreten kann, wie Bürgermeister Klaus Stapf und der Leiter der Branddirektion, Florian Geldner, am Montag in einem Pressegespräch verdeutlichen. Deutliche Temperatursteigungen seien vor allem in der Rheinebene zu erwarten.

Am Samstag wird sich Karlsruhe nicht in einer solch ernsten Lage befinden - dennoch "wollen wir es richtig heiß werden lassen - zumindest gedanklich", so Geldner. Bei einer Katastrophenschutzübung unter dem Motto "Heißer Fächer 2018" wollen 300 Beteiligte den fiktiven Ernstfall trainieren, damit es im echten Ernstfall glatt läuft. Zuletzt fand eine solche Übung vor zwei Jahren statt: Damals wurde ein  Chlorgasaustritt im Freibad Rüppurr  simuliert.

Folgen der Erderwärmung im Fokus

Dieses Mal wurde ein Thema zum Anlass genommen, welches aktueller nicht sein könnte: Wenige Tage nach Bekanntwerden, dass Deutschland seine Klimaziele nicht erreicht, beschäftigen sich die Einsatzkräfte mit den Folgen der Klimaerwärmung und der daraus resultierenden Extremwetterlage. Gleich an sieben Orten werden unter anderem Kräfte des Rettungsdienstes, der Feuerwehr, des städtischen Klinikums, der Stadtwerke und des technischen Hilfswerks etwa zur gleichen Zeit üben.

In der Integrierten Leitstelle laufen die Vorbereitungen für die Übung: Bürgermeister Klaus Stapf und Feuerwehr-Chef Florian Geldner (v. l.) lassen sich von Moritz Wolter die Arbeit im Führungsstab erläutern. | Bild: Florian Kaute

Die Organisatoren haben sich hierfür eigens eine Art "Drehbuch" ausgedacht, an dem sich die Beteiligten abarbeiten sollen. Darin festgehalten ist, welche angedachte Geschichte dem Szenario vorangegangen ist und in welcher Situation sich die Verletztendarsteller befinden. Dieses Drehbuch ist den beteiligten Rettungskräfte aber nicht bekannt - sie kennen nur einen groben Rahmenplan.

Vom Badeunfall über Waldbrand bis zum Fischsterben

Dieser Plan sieht ein massenhaftes Fischsterben am Baggersee Reitschulschlag und einen Waldbrand mit einer eingeschlossenen Schulklasse im Staatswald Füllbruch vor. Zudem üben die Rettungskräfte am Grötzinger Baggersee, wo ein Auto in eine feiernde Menge gefahren sein soll. Bei der Deutschen Flugsicherung wird ein Ausfall des Kühlsystems simuliert und bei der Gewerbeschule Durlach wird ein Versorgungszentrum für Verletzte eingerichtet, die bei einem größeren Musikfestival zu beklagen sind. Zuletzt wird ein Zusammenbruch der Wasserversorgung angenommen. Koordiniert wird die Einsatzlage vom Führungsstab in der Integrierten Leitstelle. Alle Szenarien sind fiktiv.

Im Karlsruher Osten ist viel Blaulicht unterwegs

"Es ist ein echtes Mammutprojekt", so der Leiter der Branddirektion weiter. Etwas, das es in dieser Größenordnung in Karlsruhe noch nicht gegeben habe. Die Karlsruher selbst sollen von diesem Projekt nicht beeinflusst werden, auch wenn es rund um die Einsatzstellen zu lokalen Sperrungen kommen wird. "Wir werden für Aufsehen sorgen", so Bürgermeister Stapf. Vor allem im Karlsruher Osten soll viel Blaulicht und Martinshorn unterwegs sein, dass dann vor allem mit der Übung zusammenhängt. Für Zuschauer seien die Übungen aber nur bedingt geeignet: Es handelt sich hier um keine kommentierte Schauübungen, sondern um Einsatzübungen unter möglichst realen Bedingungen.

Auch wenn viele Rettungskräfte, rund 200 an der Zahl, am Samstag durch die Katastrophenübung eingebunden sind: Der Grundschutz der Stadt sei hierdurch nicht geringer. Feuerwehr und Rettungsdienst seien weiter "voll einsatzfähig", wie Geldner betont.

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Alles zur Feuerwehr in Karlsruhe: Die Berufs­feu­er­wehr der Stadt Karlsruhe verfügt über etwa 210 Einsatz­be­amte, die ihren Dienst auf 2 Feuer­wa­chen versehen. Zusätzlich verfügt die Stadt über eine leistungsfähige Freiwillige Feuerwehr, die 16 Abteilungen umfasst. Hier versehen rund 650 ehrenamtliche Helfer ihren Dienst. Hier gibt es eine Übersicht über Berichte rund um die Karlsruher Feuerwehr.
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Kommentare (5)
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  •   suedoschtkarle
    (186 Beiträge)

    19.06.2018 15:20 Uhr
    Liebe KA-News...
    ... die Überschrift "Hitze in Karlsruhe: Einsatzkräfte bereiten sich auf extreme Wetterlagen vor" ist nicht gut gewählt, denn heutzutage muß unbedingt "Übung: Heißer Fächer..." davorstehen, sonst glauben die Leute auch bei dem derzeit kühlen Wetter daran, wie man sieht... Zum Glück habt ihr nicht das mit dem Fischsterben in die Schlagzeile geschrieben, sonst würden sich die Hobbyangler am Baggersee knubbeln...

    Ich freu mich jedenfalls auf den samstag, werd mittendrin sein...
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  •   andip
    (9216 Beiträge)

    19.06.2018 08:32 Uhr
    ??
    Was haben Autounfälle und Verletzte bei einem Festival mit einer Hitzewelle zu tun?
    Die können jederzeit auch bei schlechtem und kaltem Wetter passieren.
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  •   kautef
    (11 Beiträge)

    19.06.2018 09:30 Uhr
    Möglichst große Einsatzlage
    Guten Morgen andip,

    das ist wahr, die beiden genannten Einsatzlagen sind relativ Unabhängig vom Wetter. Hier wird aber angenommen, dass viele Besucher auf einem Festival aufgrund der Hitze kollabieren. Der Autounfall am Badesee soll eine Verknüpfung unglücklicher Umstände darstellen: Viele Besucher am Badesee und ein Autofahrer, der, vielleicht auch aufgrund von hitzebedingter Gesundheitsprobleme, die Kontrolle über sein Fahrzeug verliert.

    Ziel der Übung ist aber nicht nur das Erreichen der einzelnen Ziele - sonder das Abarbeiten der vielen unterschiedlichen Einsatzlagen, die zur gleichen Zeit auftreten und daher für die Rettung und den Führungsstab viel Arbeit bedeuten.

    Viele Grüße aus der Redaktion!
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  •   Berty87
    (415 Beiträge)

    19.06.2018 06:31 Uhr
    Wow
    Mal wird es wieder 2 oder 3 Tage warm und alle drehen durch
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  •   Beiertheimer
    (957 Beiträge)

    19.06.2018 06:43 Uhr
    Artikel gelesen?
    Gelesen evtl, aber auch verstanden?
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