Karlsruhe/Germersheim Hirnhautentzündung

Die gefährliche Infektionskrankheit kann innerhalb Stunden töten (Foto: ka-news)
Ein dreijähriger Junge ist am vergangenen Donnerstag Abend im Karlsruher Klinikum an einer infektiösen Hirnhautentzündung verstorben. Zuvor wurde er in einem hoffnungslosen Zustand in die Klinik eingeliefert. Das Kind litt an einer so genannten Meningokokken-Meningitis. Nachdem als Todesursache eine Hirnhautentzündung feststand, wurden Personen im nahen Umkreis des Jungen untersucht.

Hierbei kamen vorsorglich einige Kinder ins Krankenhaus, mittlerweile befinden sich jedoch alle wieder zu Hause. Nach der genauen Ursache der Erkrankung wird derzeit noch gesucht. Laut Klinik-Informationen bestehe jedoch keine Gefahr für andere Karlsruher Patienten, außerdem wurden die zuständigen Gesundheitsämter informiert.

Acht Millionen Deutsche tragen Meningokokken in sich

In Deutschland werden jährlich zwischen 650 und 1.000 Fälle gemeldet. Die Infektionskrankheit ist weltweit verbreitet. Besonders gefährdet sind immun schwache Personen, also Babys, Kleinkinder, ältere und kranke Menschen. Bei jedem fünften Erkrankten treten trotz Behandlung Komplikationen und Spätfolgen auf - jeder zehnte stirbt an der Hirnhautentzündung.

Etwa acht Millionen Deutsche tragen Meningokokken in sich, erkranken jedoch nicht daran. Da diese Bakterien außerhalb des menschlichen Körpers nicht lange überleben, ist für die Übertragung enger Kontakt notwendig. Fachleute sprechen deswegen von einer so genannten "Tröpfcheninfektion", welche durch direktes Anhusten oder -niesen verursacht wird.

Gefährlichste Infektionskrankheit Mitteleuropas

In Land- und Stadtkreis Karlsruhe gab es in diesem Jahr genau einen Fall von Meningitis, im vergangenen Jahr fünf, so das Karlsruher Gesundheitsamt auf Anfrage von ka-news. Der letzte tödlich verlaufene Fall liegt bereits einige Jahre zurück. Die Symptome der Krankheit seien grippeähnlich, allerdings mit sehr hohem Fieber verbunden. Oft werden kleine Kinder befallen.

Man könne zwar sagen, dass dies die "gefährlichste Infektionskrankheit Mitteleuropas" sei, die im schlimmsten Fall innerhalb von Stunden zum Tod führen könne, aber sie sei auch extrem selten. Es gibt in Karlsruhe eine empfohlene Vorsorgeimpfung, die zwar nicht alle Erreger abdecke, aber einen guten Schutz gegen eine Infektion biete.

Anstecken könne man sich nicht so einfach, so das Karlsruher Gesundheitsamt, meist werden nur Personen, die sehr engen Kontakt mit dem Kranken hatten, wie Familienmitglieder oder Partner, infiziert. Daher würde dieser Personenkreis, meist vorsorglich mit Antibiotikum behandelt.

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