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Stuttgart/Heidelberg/Karlsruhe Hilfe für Koalas in Australien: Karlsruher Zoo spendet 5.000 Euro - weitere Hilfen angekündigt

Artenschutz kennt keine Grenzen. Die Zoos im Südwesten engagieren sich für bedrohte Tiere in Australien. Bei den Buschfeuern sind mehr als eine Milliarde Säugetiere, Reptilien und Vögel ums Leben gekommen. Der Zoo Karlsruhe engagiert sich ebenso wie die Zoos in Heidelberg und Stuttgart.

Zoos im Südwesten wollen Tieren in Australien helfen, die von den verheerenden Buschbränden verletzt oder bedroht sind. So unterstützen die Zoos in Stuttgart und Heidelberg die Rettung von Tieren mit 50.000 Euro beziehungsweise 2.000 Euro aus ihren Artenschutzbudgets.

Die Mittel gehen an den Wildlife Conservation Fund des australischen Zooverbandes. "Wir hoffen, dass die Initiative mit vielen Spendengeldern gefördert wird, damit möglichst viele Tiere gerettet werden können", betonte der Direktor des Tiergartens Heidelberg Klaus Wünnemann.

Spendenaufruf gestartet

Der Zoo Karlsruhe ließ einer Koalastation 5.000 Euro aus seiner Artenschutzstiftung zukommen und hofft auf weitere Mittel durch einen Spendenaufruf. Es handele sich um eine Ersthilfe. "Da bleiben wir dran", sagte Zoo-Sprecher Timo Deible.

Zoo Eingang Bahnhof
(Symbolbild) | Bild: Paul Needham

Die Flammen vernichteten nach groben Schätzungen über eine Milliarde Tiere auf einer Fläche, die der Größe von Bayern und Baden-Württemberg zusammen entspricht. Die Lebensräume von mehr als 300 bedrohten Tier- und Pflanzenarten sind laut australischem Umweltministerium betroffen.

Buschbrände in Australien
Seit Beginn der großen Buschfeuer im Oktober verbrannten in Australien mehr als zehn Millionen Hektar Land. | Bild: Rick Rycroft/AP/dpa

Die Zoos in Heidelberg und Stuttgart zeigten sich überzeugt vom Drei-Phasen-Modell des australischen Zooverbandes: verletzte Tiere einsammeln und in Auffangstationen versorgen; danach mögliche künftige Lebensräume definieren und für die Tiere ausstatten und schließlich die genesenen Tiere in diese entlassen.

"Das ist mehr als verbrannte Koalapfoten zu behandeln, das ist ein Prozess von Jahren", erläuterte Stefanie Reska, Leiterin der Stabstelle Umweltbildung und Artenschutz der Wilhelma in Stuttgart. Die Australienhilfe beträgt etwa ein Drittel des jährlichen Artenschutzbudgets der Wilhelma. Von ihm und dem Artenschutz-Euro im Ticketpreis fördert der zoologisch-botanische Garten etwa Regenwaldschutzprojekte oder die Rettung von Nashörnern auf Sumatra.

30 Prozent der Koalas gestorben

Unabhängig von der Feuer-Katastrophe widmet die Wilhelma dem Kontinent und seinen Tieren ein eigenes Haus, das Ende 2021 fertig gestellt werden wird. Dort sollen Baumkängurus und Koalas samt Begleittieren leben. Zugleich fördert die Wilhelma ein Programm der Artenschutzstiftung Dreamworld Foundation in Sydney zum Erhalt der Koalas. Laut Reska sind 30 Prozent dieser Beuteltierart Opfer der Flammen geworden.

Bereits jetzt gehören zwei Dutzend australienstämmige Tiere zum Bestand der Wilhelma: vom Roten Riesenkänguru über das Australienkrokodil bis zum Australischen Lungenfisch. Auch in Heidelberg leben einige australienstämmige Tiere - Rote Riesenkängurus und die in Mitteleuropa als Brutvögel verschwundenen Braunen Sichler. In Karlsruhe sind zwei Känguruarten und einige Vogel-Arten von Down Under zu sehen.

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  •   malerdoerfler
    (5989 Beiträge)

    21.01.2020 16:00 Uhr
    Eine schöne Geste
    wobei die Australier finanziell sicherlich nicht zu den Bedürftigen gehören.
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  •   malerdoerfler
    (5989 Beiträge)

    21.01.2020 16:01 Uhr
    Koalas - immer nur Koalas
    Die Tiere mögen zwar "süß" sein, aber sind sie denn die einzig betroffenen Tiere?
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  •   Route66
    (2042 Beiträge)

    21.01.2020 17:18 Uhr
    Kannst ja anfangen
    und für die anderen Tiere spenden.
    Zumal ich glaube dass die Spenden sowieso für alle Tiere in Not verwendet werden.
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  •   andip
    (10012 Beiträge)

    22.01.2020 08:39 Uhr
    Davon kann man ausgehen
    Das Problem dürfte eher sein, wohin man die geretteten Tiere später wieder auswildert.
    Bis die ganzen abgebrannten Wälder wieder aufgeforstet und nachgewachsen sind, dürften diese bereits eines natürlichen Todes wegen Altersschwäche gestorben sein.
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