Karlsruhe Hilfe für Burundi

Hoyem (l.) und Denecken übergeben die Schecks an Ziser (r.) (Foto: ka-news)
Hilfe für das ostafrikanische Land Burundi haben sich die Stadt Karlsruhe und die Europäische Schule (ESK) auf die Fahnen geschrieben. Am gestrigen Dienstag überreichten der Direktor der ESK, Tom Hoyem, sowie Bürgermeister Harald Denecken jeweils einen Scheck an Philipp Ziser von der Organisation Burundikids (ka-news berichtete).

Von der Stadt erhielt Ziser einen Scheck über 2.750 Euro für seine Arbeit. Das Geld stammt aus der "Partnerschaftsbörse Dritte Welt", die Karlsruhe unterhält. Ein Gesamtbetrag von 25.000 Euro wird dafür aus dem Haushalt abgezweigt. Die Europäische Schule hatte dagegen zahlreiche Aktionen für Burundi gestartet, so wurden zum Beispiel ein Burundimarkt und ein Burundiabend veranstaltet (ka-news berichtete). Auch private Spender konnten gewonnen werden. Die Schule erzielte mit ihrem Engagement den beachtlichen Betrag von 8.000 Euro, der nun an Ziser überreicht wurde. Doch damit ist das Ende der Fahnenstange für die Lehranstalt noch nicht erreicht, zahlreiche weitere Aktionen für das ferne Land sind schon in Planung.

"Das ist auch ein Signal nach Stuttgart"

Das Geld soll der Bildung und Ausbildung der Menschen in Burundi zu Gute kommen, erklärte Ziser und bedankte sich bei den Spendern. Konkret dient das Geld dazu, die Gehälter der Lehrer in dem Land zu sichern, pro Monat verdienen sie 80 Euro. Ziser, der gerade erst wieder für vier Wochen vor Ort war, berichtete über die Fortschritte, aber auch die Rückschläge, die er in Burundi erlebt hatte. Eine Frau, die er kannte, sei leider mittlerweile an Aids verstorben, sagte er betroffen, "aber ich konnte auch Fortschritte sehen". So sei es gelungen, Straßenkinder wieder in ihre Familien zu integrieren. "Das zeigt mir, dass es etwas bringt, dass man weiter machen muss", meinte der Karlsruher Journalist.

Mit dem Geld sollen die Kinder eine gute Ausbildung erhalten (Foto: Philipp Ziser)

Ziser zeigte sich zudem erfreut, dass sich zunehmend auch die Politik mit dem Thema befasst. So komme er seinem großen Ziel, die Freundschaft zwischen Baden-Württemberg und Burundi zu stärken, immer näher. Eine Fernsehsendung über seine Tätigkeit habe ein großes Echo ausgelöst, "ich werde ständig darauf angesprochen", sagte er. "Das ist auch ein Signal nach Stuttgart."

"Eine Ausbildung ist die beste Entwicklungshilfe"

Der Direktor der Europäischen Schule, Tom Hoyem, unterstrich bei der feierlichen Scheckübergabe den Wert einer Ausbildung, sowie den Wert von Bildung generell. Damit könne den Menschen in Burundi wirklich geholfen werden. Zudem liege das Ziel der Hilfsaktionen auch darin, den verhältnismäßig privilegierten Schülern zu zeigen, wie es in anderen Teilen der Welt zugehe.

Denecken hob in seiner Rede ebenfalls die Wichtigkeit einer Ausbildung hervor. "Eine Ausbildung ist die beste Entwicklungshilfe, die es gibt", meinte er. Es sei zudem besser, wenn die Menschen direkt in ihrer Heimat Hilfe erfahren, und nicht erst, wenn sie nach Deutschland kommen. Er selbst habe fünf Jahre in einem Bildungszentrum in Peru gearbeitet und sich dort unter anderem um die Entwicklung der Lehrpläne gekümmert. Am Ende überreichte er Ziser spontan noch einmal zusätzlich 150 Euro für seinen Einsatz in Burundi - das mag neben den hohen Scheckbeträgen wenig erscheinen, ist aber für das leidgeplagte Land eine ganze Menge.

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