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Günter Knappe: Journalist

Der längste Weg beginnt mit dem ersten Schritt, hat Laotse gesagt, und sagt auch Günter Knappe. Oder besser: Mit einer Schreibmaschine, einem Führerschein und einem Volontariat in Calw. Dass es ihn in die schreibende und sprechende Zunft verschlagen sollte, daran war schon sein Deutschlehrer am Gymnasium schuld. "Knappe, du kannst das doch besser als andere" hat dieser ihn zu seiner Ludwigsburger Schulzeit ermuntert, und so kam der gebürtige Stuttgarter immer näher in den badischen "Dunstkreis". Wohl auch, weil er sogar vom einstigen Oberbürgermeister der Fächerstadt, Otto Dullenkopf, liebevoll als "Vorzeigeschwabe" bezeichnet wurde.

Karlsruhe hatte eben schon immer etwas Positives für den Redakteur, Chefredakteur, Programmberater, Regisseur, Lehrbeauftragten und Autor. Sein Herz schlägt - schon lange - badisch, hier sind seine Freunde und hier hat sich der begeisterte Radler sein Leben aufgebaut. O-Ton des Multitalents: "Das Wichtigste ist, eine redliche, saubere Geschichte zu erzählen". Seine eigene hat so zahlreiche Stationen, dass es mehr als einen Atemzug braucht, um sie aufzuzählen. Abitur 1973 in Ludwigsburg, Studium der Germanistik und Anglistik an der Universität Stuttgart, Redakteur der Badischen Neuesten Nachrichten, später Programmdirektor beim lokalen Radiosender Welle Fidelitas und TV-Produzent, unter anderem für den SAT1 Gesundheitstipp. Und das sind noch längst nicht alle.

Um bei all diesem Engagement wieder Kraft zu tanken, gibt es neben seiner Heimat Leopoldshafen zwei bevorzugte Ziele für Knappe und seine Lebensgefährtin Evelyn: New York und Marbella. Der "Big Apple" lockt, wann immer sich eine Möglichkeit bietet. In Marbella besuchen die beiden Freunde, sitzen auf dem Berg und "schauen nach Afrika rüber". Alles, was er gemacht hat, habe sich irgendwo gelohnt, ist der 50-Jährige mit seinem bisherigen Leben und Wirken zufrieden. Überhaupt haben sich ihm "immer überall Chancen aufgetan, für die er hart gearbeitet und damit wiederum neue Türen geöffnet hat". Eine davon: Seine beiden Produktionsgesellschaften "Knappe 1a Productions" und "nina media Consult Concept". Eine andere: Der KSC, die BG Karlsruhe und die SG Kronau/Östringen. Spätestens hier wird dem ein oder anderen ein Licht, oder besser ein Ohr aufgehen.

Denn Knappe ist die Stimme der drei badischen Vorzeigevereine, deren Auftritte er aus allen Winkeln des Landes über den Äther ins heimische Wohnzimmer überträgt.

Beschreiben Sie sich mit drei Worten:
Offen, direkt, ehrlich.

Was ist Ihre größte Stärke?
Für eine Sache zu kämpfen und dafür alles zu geben.

Was ist Ihre größte Schwäche?
Ich gewähre häufig zu viel Vertrauensvorschuss.

Was war als Kind oder Jugendlicher Ihr Traumberuf? Haben Sie damals jemals daran gedacht, das zu werden, was Sie heute sind?
Das hatte mit meiner musikalischen Ausbildung zu tun. Ich lernte als Kind Akkordeon und Klavier, deshalb wollte ich Musiker und Dirigent werden.

Was würden Sie im Leben gerne noch erreichen?
Eine Musikrevue schreiben, die auch in New York aufgeführt wird.

Was nervt Ihre/n Partner/in am meisten an Ihnen?
Dass ich eine Antwort immer mehrfach bestätigen lasse, obwohl ich sie bereits gehört habe.

Auf welchen Gegenstand möchten Sie im Leben nicht verzichten?
Auf Gegenstände im Allgemeinen kann ich sehr wohl verzichten. Was ich jedoch keinesfalls missen möchte, ist privates Glück.

Wen würden Sie gerne auf den Mond schießen?
All jene selbsternannten Herrscher, die den Menschen weismachen wollen, dass sie Kriege gegeneinander zu führen haben, damit sie in Frieden leben können.

Welcher Mensch beeindruckt Sie?
Sir Peter Ustinov, da er uns als humorvoller, tiefsinniger Cosmopolit die Welt erklärt hat, wie sie sein könnte - friedlicher, wenn wir uns nur bemühen würden, einander mehr zu respektieren und zu verstehen.

Welche Musik (Interpret und Titel) und welcher Film haben Sie am meisten beeindruckt?
"Bohemian Rhapsody" von Queen und "Finding Forrester" mit Sean Connery im Film-Genre.

Welches Buch haben Sie als letztes gelesen?
"New York City" von ARD-Korrespondent Sven Kuntze.

Sie werden als Tier geboren. Als welches?
Da bleibe ich bei meinem Sternzeichen - als Löwe.

Sie tauschen einen Tag mit einer Person des anderen Geschlechts - wer wäre das?
Barbra Streisand, weil diese Frau als Künstlerin gerade in den Bereichen, die mich ebenfalls faszinieren, alles tun kann, was sie sich kreativ vorstellt. Dazu gehören vor allem: Schreiben, Filme machen und Musik produzieren.

Was finden Sie an Karlsruhe reizvoll?
Auch wenn es ein Klischee ist, das südliche Flair, die Gelassenheit des Klimas und die herrliche Lage zwischen Schwarzwald, Elsass und der Pfalz.

Was würden Sie an Karlsruhe ändern, wenn Sie Oberbürgermeister/in wären?
Ich würde versuchen, die Grundhaltung der Menschen, die alles eher beklagen als befürworten, zu beeinflussen und sie zu mehr Optimismus zu ermutigen. Und zwar ohne ständig auf die Schwaben zu schielen, die genug eigene Probleme haben und die Karlsruher ob ihres Lebensstils bewundern.

Welches sind die markantesten Karlsruher / deutschen Köpfe?
Vermutlich jene, die ich nicht kenne, weil sie im Verborgenen wirken. Und das ist das eigentlich Markante abseits der Mediengesellschaft.

Sie leben in einem anderen Land. Welcher Grund könnte Sie dazu bewegen beziehungsweise davon abhalten, nach Deutschland einzuwandern?
Die soziale Sicherheit, das friedliche Umfeld und die Lage mitten in Europa sprechen eher dafür, der Neidfaktor eher dagegen.

Es geht um das Glück der Republik. Welche Person, Gruppierung oder Idee sollte mehr Einfluss gewinnen?
All die, die andere respektieren, sie in Frieden leben lassen und für andere das einfordern, was sie selbst gerne möchten.

Wie und wo möchten Sie sterben?
Ruhig und friedlich. Wo ist mir egal.

Kommen Sie in den Himmel oder in die Hölle?
Das entscheidet ein anderer, an den ich glaube, und das ist gut so.

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