Karlsruhe Grüne für mehr Solarenergie

Mindestens eine neue Solaranlage fordern die Grünen (Foto: ka-news)
"Karlsruhe hat mit über 1.600 Stunden pro Jahr weit überdurchschnittliche Sonnenscheinstunden, nutzt diese aber völlig unzureichend aus." Das ist der Vorwurf, den die Gemeinderatsfraktion der Grünen in einer Pressemitteilung an die Stadt richtet. Gleichzeitig beantragen die Grünen im Gemeinderat ein "umfassendes Programm zur Steigerung der Sonnenenergienutzung im Stadtgebiet". Wichtig sei, so der wirtschaftspolitische Sprecher der Gemeinderatsfraktion, Klaus Stapf, "der Einbezug aller städtischen Gebäude, Information und Beratung der Wirtschaftsunternehmen und ein zu entwickelndes Finanzierungsmodell zur Gewinnung von Investoren".

Stapf weiter: "Solarstromanlagen erleben derzeit einen Boom." Den sollten die Karlsruher nach Meinung der Grünen auch ausnutzen. Die Fraktionssprecherin der Gemeinderatsfraktion, Gisela Splett, erklärt, es sei völlig unverständlich, dass seit 2001 keine neue Solaranlage mehr gebaut wurde, an der sich Bürger finanziell beteiligen können, wie beispielsweise am Karlsruher Sonnendach. Es gebe nicht einmal systematischen Informationen über geeignete Dachflächen im Eigentum der Stadt oder städtischer Gesellschaften. Auch Betriebe seien nicht ausreichend informiert.

Stadt muss prüfen, welche Dächer geeignet sind

Gerade durch eine neue Einspeisevergütung, die dem "Erneuerbaren Energien Gesetz" für Solaranlagen folgt, würden sich solche Anlagen lohnen. Statt bisher 50,6 Cent pro Kilowattstunde gibt es jetzt, je nach Größe und Ausbau, zwischen 59 und 62,4 Cent pro Kilowattstunde als Vergütung. Bürger könnten somit an der Beteiligung an einer "Bürgersolaranlage" auf einem Dach im Besitz der Stadt ebenso verdienen wie Betriebsbesitzer, die eine Solaranlage auf dem eigenen Dach installieren. Ein weiteres Argument für einen raschen Ausbau der Karlsruher Solaranlagen sei zudem eine noch 21 Jahre laufende Förderung, die so lange wie möglich genutzt werden sollte, so Stapf.

In ihrem Antrag fordert die Gemeinderatsfraktion der Grünen eine genaue Erhebung seitens der Stadt, "welche eigenen Gebäude und Gebäude im Eigentum städtischer Gesellschaften" für die Errichtung von Solaranlagen nutzbar wären. Bei Neubauvorhaben und Dachsanierungen von Gebäuden im Besitz der Stadt solle die Möglichkeit, Solarenergie einzusetzen, geprüft werden. Die Stadt solle in Zusammenarbeit mit den Stadtwerken ansässige Wirtschaftsunternehmen über Solaranlagen auf Dächern und an Fassaden informieren. Gleichzeitig soll sie ein Modell zur Gewinnung von Investoren und zur privatwirtschaftlichen Umsetzung für den Bau und Betrieb von Solardächern entwickeln. Im letzten Punkt des Antrags sollen die Stadt und die Stadtwerke für den Ausbau der Solarenergienutzung in Karlsruhe werben, beispielsweise durch verstärkte Kundenberatung im Bereich der Solarenergie.

Neuanlage könnte zwischen 500 und 1.000 Quadratmeter groß sein

Konkrete Gebäudevorschläge hätte die Gemeinderatsfraktion nicht, erklärt Stapf auf Nachfrage von ka-news. Er ist sich sicher, dass es diese Dächer in Karlsruhe gibt: "Dazu muss man nur ein Luftbild von Karlsruhe ansehen." Auf so einem Bild wären viele flache Dächer zu erkennen, die sich für Solaranlagen anbieten würden. In ihrem Antrag fordern die Grünen dann auch, dass "auf mindestens einer der hierfür geeigneten Dachflächen möglichst noch in diesem Jahr eine neue Solarstrom-Gemeinschaftsanlage errichtet" wird, an der sich die Bürger dann "einkaufen" können und je nach Größe des gekauften Teils an den Vergütungen beteiligt werden.

Laut Stapf schwebe den Grünen mindestens eine Solaranlage der Größenordnung des "Sonnendachs" auf dem Gebäude der Stadtwerke vor: Diese 400 Quadratmeter würden im Jahr etwa 400.000 Kilowattstunden an Strom produzieren, was einer Kohlendioxid-Einsparung von 40 Tonnen entspreche. Würde sich ein geeignetes Gebäude finden, würden die Grünen aber in jedem Falle auch eine größere Anlage, zwischen 500 und 1.000 Quadratmetern, befürworten. Stapf begründet die gewünschte Größe damit, dass der Vorrat an zu verkaufenden Anteilen für die Bürger wieder eine gewisse Zeit ausreichen würde. Stapf betont zudem, dass der Bau dafür sorgen könnte, dass "neue Arbeitsplätze im Installationshandwerk und in der Fertigung" der Anlagen geschaffen werden. Er verweist darauf, dass andernorts schon entsprechende Firmen gegründet worden seien und es nicht sein könne, "dass auswärtige Firmen nach Karlsruhe kommen und Solaranlagen bauen. Die Arbeitsplätze sollen in Karlsruhe gehalten werden."

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