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Karlsruhe/Stuttgart Greenpeace: Atommüll aus Frankreich in Philippsburg lagern

Atommüll aus Frankreich soll nach Auffassung von Greenpeace in Philippsburg statt in Gorleben zwischengelagert werden. Nach einer Studie für die Umweltorganisation ist das Zwischenlager beim Atomkraftwerk im Kreis Karlsruhe sicherer als das in Niedersachsen. Grünen-Politikerin Sylvia Kotting-Uhl fordert die AKW-Betreiber auf, künftig Atommüll an den AKW-Standorten zu lagern.

Castor-Behälter im Zwischenlager in Philippsburg
Frankreichs Atommüll soll nach Phillipsburg - kürzerer Weg. Foto: Uli Deck |

Laut Greenpeace seien die Transportwege für die Castoren nach Philippsburg deutlich kürzer als nach Gorleben. "Die Grünen brechen ihr Wort, wenn sie jetzt nicht den Weg für eine sichere Einlagerung in Philippsburg frei machen", sagte Greenpeace-Energieexperte Tobias Münchmeyer am Mittwoch in Stuttgart. Der Energiekonzern im Besitz des Landes und einiger oberschwäbischer Kommunen müsse noch in diesem Jahr eine Erweiterungsgenehmigung für das Lager beantragen.

Grünen-Politikerin nimmt AKW-Betreiber in die Pflicht

Zur aktuellen Greenpeace-Studie zur Zwischenlagerung von Castor- Atommüllbehältern erklärt Sylvia Kotting-Uhl, Grünen-Sprecherin für Atompolitik, in einer Pressemitteilung: "Es wird immer deutlicher, dass Gorleben keine Lösung des Endlagerproblems ist."  Nach dem Konsens über den Atomausstieg bestehe erstmals die Chance, einen breiten gesellschaftlichen Konsens für eine bundesweite Endlagersuche zu erreichen. An deren Ende würde ein Standort stehen, der von politischen Mehrheiten unabhängig und als bestmöglicher auch gerichtsfest ist.

"Die AKW-Betreiber können und müssen einen Beitrag leisten, damit wir in der Endlagerfrage den notwendigen Konsens erreichen können", so Kotting-Uhl. Dafür müssten sie den Druck von Gorleben nehmen und beantragen, ihren aus der Wiederaufarbeitung stammenden hochradioaktiven Atommüll zukünftig in den Zwischenlagern an den AKW-Standorten zu lagern.

Umweltministerium: Beide Zwischenlager sicher

Das Umweltministerium Baden-Württemberg teilt in einer Pressemitteilung das Anliegen von Greenpeace, für größtmögliche Sicherheit im Umgang mit radioaktivem Abfall zu sorgen. Dazu gehörten Castortransporte genauso wie die Zwischenlagerung und die angestrebte Endlagerung der Abfälle an einem noch zu bestimmenden Standort in Deutschland. Auch die Idee der Lagerung auf Basis des Verursacherprinzips sowie das Bestreben, möglichst kurze Transportwege zu wählen entspreche grundsätzlich der Haltung des Umweltministeriums.

Für den anstehenden Castor-Transport aus La Hague sei eine Lagergenehmigung für Philippsburg jedoch nicht mehr zu bekommen. Der Antrag auf eine erweiterte Genehmigung sei vom Betreiber zu stellen. Die Verschiebung des Transports könne nur vom Bundesumweltministerium im Einvernehmen mit den Energieversorgern beantragt werden. Die nächsten Castoren aus der Anlage in Sellafield werden nicht vor 2014 erfolgen, Greenpeace selbst hat die Jahreszahl 2014/2015 genannt. An welcher Stelle sie über die Grenze nach Deutschland gebracht werden ist noch völlig offen.

"Es gibt viele Zwischenlager in Deutschland"

Eine verlässliche Aussage darüber, welches Zwischenlager in Deutschland auf dem kürzesten Weg erreicht werden könne, sei deshalb derzeit nicht zu treffen. Für einen Antrag auf eine erweiterte Zwischenlagergenehmigung seitens der EnBW sei nach Auffassung des Umweltministeriums noch Zeit. Beide Zwischenlager, das in Gorleben und das in Philippsburg, seien vom Bundesamt für Strahlenschutz nach festgelegten Kriterien geprüft und genehmigt worden.

Nach Auffassung des Umweltministeriums seien sie deshalb in puncto Sicherheit beide gleich zu beurteilen. Im Übrigen greife ein Vergleich allein zwischen den Lagern in Philippsburg und Gorleben deutlich zu kurz. "Es gibt viele Zwischenlager in Deutschland. Wer möglichst sicher lagern will, muss auch das sicherste Zwischenlager suchen", heißt es in dem Schreiben.

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Kommentare (17)
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  • unbekannt
    (29986 Beiträge)

    19.10.2011 18:26 Uhr
    Bitte
    Ankettscheine bereithalten und auf Verlangen vorzeigen.

    Hinweis: Der Ankettschein Klasse C (rot) läuft zum Jahresende 2012, der der Klasse B (gelb) zum Jahresende 2013 ab.
    Ab 1.1.2014 darf sich nur noch mit Klasse A (grün) angekettet werden. Dies wird stichprobenartig kontrolliert.

    Protestierer mit Klasse B und C werden gebeten ihre Ketten entsprechend nachzurüsten und eine Zusatzprüfung für das Upgrade auf Klasse A abzulegen.

    Ein Verstoss gegen das Ankettgesetz gem. §2, Art.5, Abs.3 mit Anketten in einem Castorbehälter nicht unter drei Tagen bestraft.
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  •   Herbert-119
    (1164 Beiträge)

    19.10.2011 18:17 Uhr
    Schon wieder die von Greenpeace.
    Einer der größten Kritiker von Greenpeace heist Patrik Moore
    Dr. Patrik Moore und hat den "Verein" Greenpeace mit begründet.

    Siehe Patrick Moore: Umweltschutz und Kernenergie
    http://tinyurl.com/3x85qcu
    Patrick Moore - Kernenergie und Umweltschutz (1): Wieso Kernenergie?
    http://tinyurl.com/32j8ceq
    Patrick Moore - Kernenergie und Umweltschutz (2): Ein Mix von Kernenergie und Wasserkraft
    http://tinyurl.com/5vlykyw

    Es ist schon interesant das Patrik Moore für Kernenergie ist und das obwohl er nicht an die "Klimalüge" glaubt.

    Ein weiterer Prominenter Kritiker von Grenpeace ist Bjørn Lomborg

    Eine Frage noch zum Schluß: Wem nützt eigentlich dei ganze Panik mache um die Kernenergie
    Und wem nützt der "Atom ausstieg"
    Dem Bürger jedenfalls nicht !
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  • unbekannt
    (6808 Beiträge)

    19.10.2011 19:55 Uhr
    schau nach Japan
    und in die Ukraine, dann weißt du, wem der Atomausstieg nutzt.
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  • unbekannt
    (11392 Beiträge)

    19.10.2011 17:58 Uhr
    Zwischenlager
    Wieso ist Philippsburg sicherer? Hier gibt es immerhin die Möglichkeit für Erdbeben, welche in Niedersachsen nicht gegeben ist.
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  • unbekannt
    (2476 Beiträge)

    19.10.2011 14:21 Uhr
    ist heut Tag des Witzes bei den Grünen???
    "Grünen-Politikerin Sylvia Kotting-Uhl fordert die AKW-Betreiber auf, künftig Atommüll an den AKW-Standorten zu lagern"

    und vorhin in einem anderen Artikel stand:
    "Grünen-Stadtrat fordert Erhöhung der Fahrpreise für den ÖPNV"

    Alles Scherze oder Ernst?
    Was interessiert die ihr Gschwätz von gestrigen Wahlkämpfen?
    Demnächst bauen sie wahrscheinlich auch eine zweite Rheinbrücke....
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  • unbekannt
    (1272 Beiträge)

    19.10.2011 16:35 Uhr
    äh ja
    Verhält sich so wie die SPD mit Schröder damals. Die SPD war eine schlimmere CDU - witzig gell ?
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  • unbekannt
    (1550 Beiträge)

    19.10.2011 13:35 Uhr
    Thema
    Es geht doch aber hier nicht darum, dass Deutschland "hier" schreit, wenn Frankreich Atommüll abzugeben hat. Das Thema ist, dass der Atommüll, wenn er denn schon nach Deutschland kommt, möglichst sicher gelagert gehört. Und wenn Philippsburg sicherer ist als Gorleben, wäre es nur sinnvoll, das Zeug in Philippsburg zwischenzulagern, anstatt es noch hunderte von Kilometern weiterzukarren.

    Ob der Müll überhaupt nach Deutschland gehört, ist eine ganz andere Frage...
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  • unbekannt
    (8066 Beiträge)

    19.10.2011 13:48 Uhr
    //Und wenn Philippsburg sicherer ist als Gorleben//

    Ja wenn,,,. hat jemand diese Studie als Link?
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  • unbekannt
    (8066 Beiträge)

    19.10.2011 12:21 Uhr
    Auch hier wäre langsam ein Umdenken angesagt. Deutschland kauft aus Frankreich Atomstrom und der Abfall soll im bald stillgelegten Philippsburg endgelagert werden? Wie paradox ist das denn?
    Nichts gegen ein atomstromfreies Deutschland, aber der Abfall der Ware darf dann auch gerne beim Händler bleiben. Geht bei jedem Supermarkt zwinkern
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  •   uwoya
    (72 Beiträge)

    19.10.2011 13:53 Uhr
    aber der Abfall der Ware darf dann auch gerne beim Händler bleiben..
    Der Abfall um den es hier geht, stammt aus deutschen AKWs und war nur zur Aufbereitung in Frankreich. Also ist es nur konsequent, wenn wir unseren Müll zurücknehmen.
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