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Karlsruhe Gegen Gewalt durch Alkohol

Diskobesuch - geht's auch ohne (zu viel) Alkohol? (Foto: ka-news)
Am Wochenende in der Disko ein süßes Mixgetränk mit Hochprozentigem oder ein paar Pils zischen - was ist schon dabei? Dass schon Jugendliche beim Trinken gerne über die Stränge schlagen, ist an sich nicht neu. Neu aber ist, dass Gastronome mit Billigangeboten gezielt Jugendliche ansprechen, um Kasse zu machen. Die Stadt Karlsruhe will diesem Trend entgegenwirken.

Schon seit geraumer Zeit sehen sich das Amt für Bürgerservice und Sicherheit (BuS), die Polizei und die Städtische Drogenberatung mit der Problematik konfrontiert: Billig-Angebote und das so genannte "Flatrate-Saufen" diverser städtischer Clubs richten sich gezielt an Jugendliche und Studenten. Nicht selten enden die daraus resultierenden Alkoholexzesse in gewalttätigen Auseinandersetzungen unter Jugendlichen und Straftaten.

Führerscheinentzug als Strafe

Bereits zum ersten Jahr hatten sich BuS-Leiter Björn Weiße und Erster Bürgermeister Siegfried König mit den Gaststättenbetreibern auf eine freiwillige Selbstbeschränkung zum 1. Januar dieses Jahres geeinigt. Neben dieser freiwilligen Beschränkung verfolgt Weiße mit seinem Team regelmäßig die Internetangebote der Gaststättenbetreiber, die zum Beispiel Frauen mit Freigetränken im Wert von 6 Euro oder Longdrinks für nur 2,50 Euro zum Alkohol"genuss" verführen wollen. Während demnächst ein weiteres Gespräch mit den Gastwirten stattfinden soll, betrachtet Weiße die Angelegenheit aber eher als Sache des Jugend- und Sozialausschusses.

Dennoch plant der Amtsleiter drei Gegenmaßnahmen zur Verhinderung unbändigen Alkoholgenusses. So will er so genannte announcierte Flatrate-Partys verbieten lassen und im zweiten Schritt mittels einer Gelbe-Karten-Aktion rechtliche Möglichkeiten ergreifen, jugendlichen Kfz-Inhabern, die alkoholabhängig und straffällig geworden sind, den Führerschein zu entziehen. In diesem Fall erhalten die Jugendlichen von BuS eine Verwarnung und müssen bei einer weiteren durch Alkoholgenuss verursachten Straftat den Führerschein abgeben.

Freiburg als Vorbild

Zusammen mit anderen Gemeinden setzt sich Weiße überdies für ein komplettes Verbot des Mitführens alkoholischer Getränke nach dem Vorbild Freiburgs ein. Die Stadt Freiburg hat unlängst als erste Kommune in Baden-Württemberg ein begrenztes Alkoholverbot eingeführt. Außerdem kann die Polizei nun schon im Vorfeld gegen trinkende Gruppen vorgehen. Nach dem Beschluss der Stadt ist es im innerstädtischen Kneipenviertel rund um eine beliebte Disko nicht mehr erlaubt, am Wochenende zwischen 22 und 6 Uhr Alkohol auf offenerer Straße zu trinken.

In Karlsruhe ist eine Schließung von innerstädtischen Lokalen von Behördenseite indes nicht angedacht: Ziel von BuS ist es lediglich, die Jugendlichen nicht "bis zur Besinnungslosigkeit saufen" zu lassen und dementsprechend schon dem "Vorglühen auf der Straße" entgegenzuwirken.

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