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Karlsruhe Freie Wähler: Südostbahn ist eine "Kombilösung-Umfahrungsstrecke"

Einige Wochen nach dem Beginn der U-Strab-Bauarbeiten kocht ein bislang vernachlässigtes Thema wieder hoch: Die Südostbahn von Rintheim nach Daxlanden. Bereits 1994 haben die Planungen zu dieser Trasse begonnen, die Baugenehmigung steht allerdings weiter aus. Während die Kaiserstraße zunehmend verstopft, fordern die Freien Wähler hier nun Fortschritte.

"Hätte man diese Strecke vor sechs oder sieben Jahren gebaut - als wir das im Übrigen bereits gefordert haben - hätten wir jetzt vielleicht nicht das Problem einer verstopften Fußgängerzone", erklärte FW-Stadtrat Jürgen Wenzel bei einer Teilstrecken-Begehung am Mittwochabend.

Ganz leicht ließen sich dann Bahnen umleiten, die Richtung Westen fahren - oder sogar zum Bahnhof. Allerdings sind die Freien Wähler an genau dieser Stelle nicht ganz einverstanden mit der Planung. Beispielsweise sei bislang einfach dieser Südabzweig der neuen Linie 6 vergessen worden. Dabei hätte man beim Ostauerpark leicht eine Verbindung zu den alten DB-Gleisen herstellen können und so eine schnelle Fahrt zum Hauptbahnhof gewährleistet - finden zumindest die Freien Wähler. Auch Harry Block vom BUND, der bei der Begehung ebenfalls anwesend ist, sieht das so.

Kritisiert wird unter anderem der Kosten-Nutzen-Grad, eine aus verschiedenen Größen errechnete Maßzahl, die aussagt, wie hoch der Nutzen eines ÖPNV-Projekts gemessen an dessen Kosten ist (ÖPNV steht für Öffentlicher Personennahverkehr). Bei dem mit 20 Millionen Euro veranschlagtem Projekt betrage dieser Faktor gerade mal 1,2 - normal erwarte man bei einer Stadtbahnlinie etwa einen Grad von vier oder gar fünf.

Für die Freien Wähler ist die Sache deshalb klar: Die Trasse ist inzwischen nur noch eine "Kombilösungs-Umfahrungstrecke" - die zudem noch nicht einmal behindertengerecht sei. Auch, dass der groß angelegte Kreativpark Ostaue nicht als Haltestelle angeschlossen ist, sei doch wirklich unverständlich, schüttelt Wenzel den Kopf. Die Wähler-Vereinigung ist daher sicher: Hätte man damals die Südostbahn rechtzeitig und mit ihren eingebrachten Verbesserungsvorschlägen in Angriff genommen, hätte man vielleicht frühzeitig erkannt, dass man die Kombilösung gar nicht brauche.

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Kommentare (39)
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  •   abakus
    (1066 Beiträge)

    01.07.2010 23:13 Uhr
    Absaufen
    Für alle, die es bisher noch nicht gemerkt haben: wir saufen nicht mit der U-Strab sind. Wir sind sind im Sumpf der Beamten, Parteien und Politiker der Stadt abgesoffen. Diese geballte Dreistigkeit und Dummheit an einem Fleck würde jedes privatwirtschaftliche geführte Unternehmen nach drei Tagen zum Konkursrichter treiben. Warum sind denn alle Sachen geheim? Eine vernünftige Lösung für den Nahverkehr wäre toll, so ist es nur eine vernünftige Lösung für Dr. WC und seine österreichischen Spezi, ein Denkmal für den OB und sonst nix. Eine Straba-freie Stadt ist ne tolle Idee, nur die Umsetzung ist das Problem und vor allem die Personen, die es machen.
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  •   ka25
    (366 Beiträge)

    01.07.2010 22:02 Uhr
    fenrichtunnel
    .. in Karlsruhe Innenstadt ist die Hölle los. kein Durchkommen mehr. Mein Freund hat ein Spedition und muss da ein paar Geschäfte beliefern. Das ist bei dem Kaos schon schwer, und dann !!! Kommen noch die Damen vom Bürgerservice und verteilen munter Strafzettel (äää Anteile am Tunnnel LOL) Das ist noch der oberhammer. Ein Sprinter kann sich nicht in Luft auflösen.. Kein bisßch verständniss dafür. Viel Vor und NIX Dahinter
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  •   bergdoerfler
    (1692 Beiträge)

    01.07.2010 19:24 Uhr
    Anfraage an die FW
    Wie legt man eine behindertengerechte Trasse an? In welchem Gesetz ist das geregelt?
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  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (3 Beiträge)

    01.07.2010 23:34 Uhr
    BGG
    BehindertenGleichstellungsGesetz.
    Gilt für fast den gesamten öffentlichen Bereich, Ämter, Bäder, Theater, etc. etc.
    Da gehts eigentlich um den barrierefreien Zugang zu öffentlichen Einrichtungen. Also nicht, dass man mit nem E-Rolli über das Rasengleis kommt, sondern eher inne Bahn.
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  •   glx
    (244 Beiträge)

    01.07.2010 20:36 Uhr
    Tja
    Die Strecke hat 34cm hohe Bahnsteige, Blindenleitstreifen an den Haltestellen und wird so gut wie nur von Niederfluhrern befahren. Warum das nicht barrierefrei sein soll erschließt sich micr nicht so ganz.
    Nur weil man mal mit einer Mittelfluhr da lang fahren KÖNNTE muss man nicht umbedingt für diese ausbauen.
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  •   mueck
    (12410 Beiträge)

    01.07.2010 21:27 Uhr
    !
    Das optionale Gleisdreieck am Schloss Gottesau, das via Geisbauhof einzig und alleine ins Mittelflurland führen kann, ist Teil des festzustelluenden Plans, d.h. es besteht eine Option, dort eines Tages linienmäßig mit Mittelflur zu fahren. Das mindeste, was man da erwarten können sollte, sind paar dürre Worte zu der Frage, wie man dann ggfs. vollständige Barrierefreiheit erreichen will (80 m lange Seite- + Mittelbahnsteige oder der U-Strab-Krampf mit 80m + 15m + 5m) und man könnte den dafür nötigen Platz planrechtlich sichern, damit man später keine Probleme kriegt, in die Breite oder Länge zu gehen ...
    Während man am Durlacher Tor rumbastelt, werden da auch genug Mittelflurer rumfahren,, wo sonst ...
    Dem Thema keine einzige Silbe zu widmen sehe ich durchaus als Mangel des Verfahrens, wie auch die weiter unten erwähnte mangelnde Berücksichtigung des Zusammenspiels mit anderen Trassen zwecks optimaler Erschließung der Ecke ...
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  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (3577 Beiträge)

    01.07.2010 16:42 Uhr
    wieder mal einen Block geschossen
    Die freien Wähler haben in ihrer Anti-U-Strab-Phobie wieder mal einen Block geschossen.

    Das Sommerloch ist dieses Jahr wieder sehr unterhaltsam.

    Mal sehen, welchen Unsinn unsere Stadtplotiiker noch verzapfen, bis die Hitze des Sommers vorbei ist ;-(
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  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (3 Beiträge)

    01.07.2010 23:42 Uhr
    Man weiß nicht...
    ...ob man dabei lachen oder weinen soll.
    Die Behindertennichtgerechtigkeit geht ja noch, aber die Erwartung eines Kosten-Nutzen-Faktors von 4 bis 5 demonstriert mal wieder aufs beste die absolute Fachunkenntnis und bloßes populistisches Bla-Bla.
    Schade dass die FW nicht gegen den Umbau der Schleife Rintheim protestiert haben, erst eine Hst. barrierefrei umbauen, dann die ach so heilige Uhr vergessen und dann können keine Niederflurer fahren, weil der Rest der Strecke nicht taugt.
    Naja, der SOmmer ist noch lang, mal sehn was nächste Woche kommt...
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  •   Greif
    (1516 Beiträge)

    02.07.2010 15:07 Uhr
    Wenn man auch...
    Zitat von aachado die Erwartung eines Kosten-Nutzen-Faktors von 4 bis 5

    mit einem NKV von 1,2 endgültig ins GVFG-Programm kommt, soll's ja recht sein... mit einem NKV von 4 bis 5 wäre es selbstverständlich leichter. Schließlich heißt > 1 nur, daß man Zuschüsse bekommen kann (Förderwürdigkeit), aber nicht, daß man sie auch bekommen muß (Fördermitelzusage). Ins GVFG-Programm kommen nur förderwürdige Maßnahmen, aber für die Einstufung ist das NKV nun einmal ein wesentliches Kriterium.
    Schließlich gibt es die verschiedenen Programmteile:
    a ("endgültig aufgenommen", d. h. es gibt auf jeden Fall Geld ),
    b ("vorläufig aufgenommen", d. h. es könnte Geld geben - aber man muß erst noch schauen, wie viel Geld man hat und ob man es dafür ausgeben will) und
    c ("bedingt aufgenommen", d. h. es könnte Geld geben, aber nur unter bestimmten Bedingungen (z. B. daß das Projekt erst bestimmte Auflagen erfüllt oder daß überhaupt noch Geld da ist...).
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  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (1429 Beiträge)

    01.07.2010 14:46 Uhr
    In 10jahren vielleicht
    glaub kaum das dieses thema jetzt von prio ist. Das geld wird überall gebraucht und nicht weil leute schneller von a-b kommen sondern erstmal DAS sie von a-b kommen. Der Straßenzustand ist unterirdisch!

    Keine neuen strecken bauen
    keine neuen verkehrsnetze

    Fahrt mal Fahrrad ihr faulen säcke! grinsen
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