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Moskau Frankreich siegt 4:2 über Kroatien und krönt sich zum Fußball-Weltmeister

Frankreich ist Nachfolger von Deutschland als Fußball-Weltmeister. Im Finale von Moskau bezwingt die Équipe Tricolore Kroatien mit 4:2. Eigentor-Premiere, umstrittener Videobeweis und ein Torwart-Lapsus machen das Endspiel zu einer denkwürdigen Partie der WM-Historie.

Frankreichs neue Fußball-Helden haben in einem verrückten Finale die Grande Nation 20 Jahre nach dem Heimtriumph zum zweiten WM-Titel geschossen.

Angeführt von Matchwinner Antoine Griezmann feierte die Équipe Tricolore im torreichsten Endspiel seit 1966 am Sonntag einen 4:2 (2:1)-Triumph im Finale der Weltmeisterschaft in Russland gegen den Überraschungsfinalisten Kroatien.

Eigentor und Elfmeter in erster Halbzeit

Ein Eigentor von Ex-Bundesliga-Star Mario Mandzukic (18. Minute), Griezmann per Handelfmeter (38.), Paul Pogba (59.) und Kylian Mbappé (65.) vor 78 011 Zuschauern im ausverkauften Moskauer Luschniki-Stadion stürzten die Millionen Fans in der Heimat endgültig in den ultimativen Party-Rausch von den Champs-Élysées bis an die Côte d'Azur.

Kroatien konnte seinem Ruf als Comeback-Team nach mehrmaligem Rückstand nicht gerecht werden. Ivan Perisic (28.) erzielte den Ausgleich zum 1:1. Das 2:4 durch Mandzukic (69.) nach einem schweren Patzer von Frankreich-Torwart Hugo Lloris konnte keinen furiosen Schlussspurt mehr auslösen. Der zweite WM-Platz ist für Kroatien dennoch der größte Fußball-Erfolg nach dem dritten Platz vor 20 Jahren.

Zweiter Titel für Frankreich

Frankreichs Trainer Didier Deschamps setzte sich mit dem Titel ein weiteres Denkmal: 1998 hatte er den Pokal als Kapitän entgegen genommen. Der 49-Jährige ist nach Franz Beckenbauer und Mario Zagallo der dritte Fußballer, der als Spieler und Trainer Weltmeister wurde.

Wenige Minuten vor dem Anpfiff gab es noch einmal eine kurze Erinnerung an deutschen Titelglanz. Philipp Lahm - WM-Kapitän der 2014-Champions - brachte mit dem russischen Model Natalja Wodjanowa den Goldpokal ins Stadion. Dann gehörte die größte aller Fußball-Bühnen den aktuellen Finalisten.

Franzosen hatten Mühe ins Spiel zu finden

Die favorisierten Franzosen hatten überraschend Mühe, ins Spiel zu kommen und leisteten sich riskante Tändeleien vor dem eigenen Strafraum. Benjamin Pavard vom VfB Stuttgart - neben dem Kroaten Ante Rebic von Eintracht Frankfurt einer von zwei Bundesliga-Profis in den Startformationen - hatte mit Perisic auf der rechten Außenbahn große Mühe.

1:0 für Frankreich

Ein von Griezmann geschickt herausgeholter Freistoß war die erste viel versprechende Offensivaktion der Blauen. Erst in der Superzeitlupe war eindeutig zu sehen, dass der Franzose abhob, bevor Marcelo Brozovic ihn am Bein traf. Und Mandzukic wurde zum Pechvogel. Griezmanns Freistoß berührte er mit dem Scheitel minimal, die Flugkurve veränderte sich entscheidend. Etwas ungläubig nahm der ehemalige Bayern-Stürmer sein Eigentor, das erste in einem WM-Finale, zur Kenntnis.

Kroatien schafft Ausgleich

In allen K.o.-Spielen waren die Kroaten in Rückstand geraten - und wieder gelang ihnen der Ausgleich. Perisic drehte sich geschickt um N'Golo Kanté und schoss ein, bevor Pavard zur Rettung herbeieilen konnte. Mit nun insgesamt sieben Toren und vier Vorlagen bei großen Turnieren ist der frühere Dortmunder und Wolfsburger kroatischer Rekordmann. 

Elfmeter für Frankreich (2:1)

Die Kontroversen gingen weiter und gipfelten in der ersten Videobeweis-Entscheidung in einem WM-Finale. Das Handspiel von Perisic bewertete Referee Nestor Pitana erst nach langem Studium vor dem Bildschirm als strafstoßwürdig - debattiert wurde darüber in den sozialen Netzwerken intensiv. Griezmann ließ sich die Chance zu seinem vierten WM-Treffer nicht nehmen. Häufiger hat nur Just Fontaine mit seinen 13 Toren 1958 für die Équipe Tricolore bei einer WM getroffen.

Kroatien musste wieder seine Aufhol-Qualitäten zeigen. Ging das noch, nach drei K.o.-Partien inklusive Verlängerung? Rebic (48.) setzte mit einem wuchtigen Schuss ein erstes Signal. Lloris parierte souverän. Für die Franzosen öffneten sich jetzt Räume - wie gemacht für Mbappé. Der WM-Jungstar entwischte nach 52 Minuten erstmals Domagoj Vida, ließ sich im Strafraum trotz Gezerre nicht fallen, scheiterte aber an Kroatiens Schlussmann Danijel Subasic.

Frankreich schießt weitere Tore

Wenige Minuten später machte der Torwart einen Schritt zu viel nach links. So konnte er Pogbas wuchtige Abnahme nicht mehr parieren. Wieder war es Griezmann gewesen, der das Tor entscheidend initiierte, diesmal per filigraner Jonglage als Ablage für Pogba.

Was hatte Kroatien jetzt noch zu bieten? Einen Zwei-Tore-Rückstand hatten sie bei ihrem WM-Erfolgszug noch nicht. Weltmeister wurde mit so einer Konstellation nur Deutschland 1954. Kurz darauf hatten sich alle rechnerischen Gedankenspiele ohnehin erledigt. Mbappé durfte unbedrängt aus etwa 18 Metern abziehen. Der 19-Jährige ist nun der zweitjüngste Torschütze in einem WM-Finale nach Pelé 1958.

Kroatien nutzt Torwartfehler

Dann leistete sich Lloris einen fatalen Aussetzer. Beim Versuch, den Ball um Mandzukic zu spielen, ließ der Kroate einfach den Fuß stehen - nur noch 2:4. Für den großen Endspurt brachte Kroatiens Trainer Zlatko Dalic den Hoffenheimer Andrej Kramaric für Rebic. Bei den Franzosen sollte Corentin Tolisso den Vorsprung mitverteidigen. Ivan Rakitic (78.) setzte einen Schuss knapp neben das Tor. Die Wende gelang dem Außenseiter nicht mehr. Die blau-weiß-rote Party konnte beginnen.

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Kommentare (18)
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  •   Hartz4Bomber
    (135 Beiträge)

    16.07.2018 12:20 Uhr
    Schiri
    der schlechteste Mann auf dem Platz gestern. traurig
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  •   Rundbau-Gespenst
    (10341 Beiträge)

    16.07.2018 12:13 Uhr
    "krönt sich zum Fußball-Weltmeister"
    typisch: Frankreich. Erinnert irgendwie an den kurzen Korsen.

    Aber Hauptsache: mal nicht "belohnt sich" (Klicker-Deutsch) geschrieben!

    grinsen
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  •   santana
    (965 Beiträge)

    16.07.2018 11:40 Uhr
    Von den Kroaten
    hätten sich unsere Rumpelfußballer ne Scheibe abschneiden können. Besonders was Lauf- und Zweikampfstärke angeht.
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  •   Rundbau-Gespenst
    (10341 Beiträge)

    16.07.2018 07:47 Uhr
    ich hätte es den
    4,3 Mio Kroaten gegönnt!
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  •   Shmuel_K
    (301 Beiträge)

    16.07.2018 13:02 Uhr
    Der zweite Platz langt denen völlig.
    Die Grande Nation hat verdient gewonnen.
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  •   betablocker
    (2923 Beiträge)

    16.07.2018 11:19 Uhr
    Ich auch,
    aber neutral betrachtet ist es ja auch so ein toller Erfolg. Immer scheisse das Finale zu verlieren, aber wer (ausser mir vielleicht) hätte denn gedacht, dass die überhaupt da hinkommen?
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  •   Rundbau-Gespenst
    (10341 Beiträge)

    16.07.2018 07:46 Uhr
    die Schiedsrichterleistung
    war äußerst mäßig!
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  •   santana
    (965 Beiträge)

    16.07.2018 11:33 Uhr
    "Ein von Griezmann geschickt herausgeholter Freistoß"
    Für mich war das eindeutig ne Schwalbe und kein "geschickt herausgeholter Freistoß". Leider ist der Schiri drauf reingefallen.
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  •   kscgrufti
    (3548 Beiträge)

    16.07.2018 09:28 Uhr
    Des hasch
    jetzt aber e bissle zu nett ausgedrückt.
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  •   Der_dunkle_Turm
    (346 Beiträge)

    15.07.2018 21:42 Uhr
    Ganz skurile Szene,
    Putin steht unter einem Regenschirm und seine Gäste im strömenden Regen.
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