29  

Karlsruhe Fenrich zu Killerspielen: "Nicht wegducken, sondern Problemen stellen"

Trotz heftiger Diskussionen wurden die Wettkämpfe der "Computerspiele-Bundesliga" in Karlsruhe veranstaltet. Nun äußerte sich Oberbürgermeister Heinz Fenrich zu dem Beschluss.

"Nur wer sich aktuellen gesellschaftlichen Themen und Problemen stellt und die Auseinandersetzung mit ihnen sucht, kann Entwicklungen beeinflussen. Wegschauen und Verdrängen führen nicht zum Ziel. Deshalb werden wir die "Intel Friday Night Games" am 5. Juni in der Schwarzwaldhalle nutzen, um eine breite öffentliche Auseinandersetzung mit den Auswirkungen von so genannten Ego-Shooter-Spielen anzustoßen", erklärte Fenrich.

"Wissen und das Bewusstsein für die Wirkungen von PC-Spielen schärfen"

Am gestrigen Dienstag informierte er den gemeinderätlichen Hauptausschuss über den eingehenden Abwägungsprozess in Abstimmung mit zahlreichen Institutionen innerhalb und außerhalb der Stadt. Dieser Vorgang hatte letztlich dazu geführt, die Veranstaltung der "Computerspiele-Bundesliga" in Karlsruhe nicht zu verbieten. Die Fraktionen haben den vom Stadtoberhaupt vorgestellten Weg ausnahmslos unterstützt. "Ohne eindeutige rechtliche Vorgaben von Bund und Land können die Kommunen das Problem nicht lösen", machte Fenrich deutlich.

"Trotzdem wollen wir unseren Teil dazu beitragen, das Wissen und das Bewusstsein für die Wirkungen gewalttätiger Computerspiele vor allem auf Jugendliche zu schärfen. Es gibt niemanden, der Computerspiele für unbedenklich hält, in denen es darum geht, andere im virtuellen Raum zu töten - auch ich nicht", unterstrich der Oberbürgermeister. Gleichzeitig weist er aber darauf hin, dass sämtliche Spiele, die in der Electronic Sports League (ESL) - der mit zwei Millionen Mitgliedern größten Liga für Computerspiele in Europa - gespielt werden, nicht verboten sind - auch so umstrittene Spiele wie "Counter-Strike" sind freigegeben ab 16 Jahren.

Bundeszentrale für politische Bildung gab grünes Licht

"An dieser Stelle ist der Gesetzgeber gefordert, klar Stellung zu beziehen. Als Kommune sind wir an Recht und Gesetz gebunden. Wer solche Spiele für jugendgefährdend hält, muss entsprechende rechtliche Grundlagen schaffen und kann nicht von den Kommunen verlangen, juristisch sanktionierte Tatsachen quasi in die Illegalität zu verdrängen“, wird das Stadtoberhaupt deutlich und macht darauf aufmerksam, dass die Veranstalter der ESL die rechtlichen Vorschriften zum Jugendschutz einhalten: Zuschauer sind erst ab 16 Jahren zugelassen, es werden keine verbotenen Spiele gespielt.

"Ein wesentlicher Grund, die Veranstaltung nicht zu verbieten, war für uns auch die Empfehlung der Bundeszentrale für politische Bildung", stellt OB Fenrich klar. Die Bundeszentrale für politische Bildung nutzt die ESL-Veranstaltungen in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Köln und dem Spieleratgeber NRW regelmäßig als Plattform, um gezielte Aufklärungsarbeit bei Eltern, Lehrerinnen und Lehrern zu leisten.

Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Links
Rechts
Das könnte Sie auch interessieren
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (29)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Der Kommentarbereich wird 7 Tage nach Publikationsdatum geschlossen.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (456 Beiträge)

    07.05.2009 13:14 Uhr
    @motzki
    ... da muß sogar die alte "Daisy Duck" lachen!
    grinsen grinsen grinsen
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (12 Beiträge)

    07.05.2009 13:06 Uhr
    Also,....
    ....meine Freunde und ich haben in den 80/90ern auch "Killerspiele" gespielt,deren einziger Sinn es unter anderem war, Leute vor einer Mauer abzuballern. UND??? Wir! Und ich spreche für einen großen Freundeskreis hatten bisher nicht mal eine "normale" Schlägerei im realen Leben ;o)
    Viel Wind um nix...
    ...und wenn die Spiele endlich abgeschafft wurden und der nächste Amoklauf stattgefunden hat, muß man sich wieder einen neuen "Schuldigen" suchen.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (505 Beiträge)

    07.05.2009 12:14 Uhr
    Mit diesem, also deswegen?
    Allen Spielegegnern sei dieser Wikipedia-Artikel nahegelegt.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Cum_hoc_ergo_propter_hoc
    Es geht darin um falsche Schulssfolgerungen.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   creasy
    (529 Beiträge)

    07.05.2009 09:36 Uhr
    ...
    motzki? der name ist wohl programm.
    also ich weiß nicht, warum da immer so ein Theater um diese Spiele gemacht wird. Würde ich hinter jedem Spieler einen potenziellen Amokläufer sehen, dann dürfte ich gar nicht mehr raus auf die Straße oder mich mit Freunden treffen.
    Also einfach mal nen Gang zurückschalten und sich mit Problemen, die weit wichtiger sind befassen. Davon gibts ja zur Zeit ne Menge.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   mein-senf
    (1015 Beiträge)

    07.05.2009 09:19 Uhr
    motzki
    man sollte keinen Kommentar abgeben, wenn man keine Ahnung von der Sache hat, das könnte peinlich/blamabel sein, man könnte sich auch damit disqaulifizieren.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (62 Beiträge)

    07.05.2009 09:01 Uhr
    sauber OB
    Endlich mal eine Entscheidung die man voll und ganz unterstützen kann.

    Klischee-Schreier und Panikmacher sollten sich das Event mal anschauen. Aber halt ich, vergaß....dort sind ja alle bewaffnet und laufen gleich Amok.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   specknase
    (168 Beiträge)

    07.05.2009 08:51 Uhr
    @motzki
    Der Spruch gewinnt den Preis des Oberschwachsinns *ditschaufdiestirn*
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (327 Beiträge)

    07.05.2009 07:49 Uhr
    Gute Entscheidung,
    die auch überregional in der Presse gut angekommen ist. Zudem haben soche Veranstaltungen auch eine wirtschaftliche Bedeutung. Auch die Argumentation des OB ist schlüssig. Versachlichung bei diesem Thema tut dringend Not. Von mir ein Sonderlob!
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   motzki
    (760 Beiträge)

    07.05.2009 07:48 Uhr
    unsere stadt...
    ...mutiert somit zur ausbildungsstätte potenzieller amokläufer.

    herzlichen glückwunsch karlsruhe.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten

Seite : 1 2 3 (3 Seiten)

Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden.