Karlsruhe Familienheim-Affäre

Unter Druck: Günther Rüssel (Foto: ka-news)
Im Zuge der Ermittlungen, die die Staatsanwaltschaft Karlsruhe gegen den langjährigen Aufsichtsratsvorsitzenden der Baugenossenschaft Familienheim eG, Günther Rüssel, und gegen den vormaligen Geschäftsführer Siegfried Lenz führt, wurden am Mittwoch vergangener Woche Hausdurchsuchungen vorgenommen.

Wie erst jetzt bekannt wurde, wurden sowohl die Privatwohnungen der beiden Beschuldigten als auch Rüssels Firma durchsucht. Die Staatsanwaltschaft bestätigte auf Anfrage von ka-news, es seien dabei Unterlagen sichergestellt worden, "die derzeit auf ihre Beweisrelevanz hin überprüft werden". Wann die Ermittlungen abgeschlossen sein werden, sei zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht abzuschätzen.

Rüssel wehrt sich gegen "Pressekampagne"

Der neue Geschäftsführer der Familienheim eG, Michael Veiga, hatte im August Strafanzeige gegen Rüssel und Lenz gestellt, nachdem eine Wirtschaftsprüfung finanzielle Unregelmäßigkeiten bei der Baugenossenschaft aufgedeckt hatte (ka-news berichtete). Rüssel war daraufhin von seinem Posten als Aufsichtsratsvorsitzender zurückgetreten.Genossenschaftsvertreter hatten sich in einem Schreiben ausdrücklich hinter Veiga gestellt und ihm für sein Vorgehen "Anerkennung und Lob" gezollt (ka-news berichtete). Die seinerzeit in örtlichen Medien erhobene Forderung nach einer "internen Klärung" der Vorgänge - ohne Einschaltung der Behörden - betrachteten sie in ihrer Stellungnahme "geradezu als einen Aufruf zur Strafvereitelung".

In einer Erklärung vom 22. September, die an ausgewählte Medien ging, erhob Rüssel den Vorwurf, es würde eine "Pressekampagne" gegen ihn betrieben - von "Hinrichtungsjournalismus" war die Rede (ka-news berichtete). Der langjährige CDU-Stadtrat und ehemalige Fraktionsvorsitzende wies in dem Schreiben sämtliche gegen ihn erhobenen Beschuldigungen "mit aller Entschiedenheit" zurück - wobei er auch zu Vorwürfen Stellung nahm, die gar nicht erhoben worden waren, darunter das Führen schwarzer Kassen, Unterzeichnung zweifelhafter Schecks oder Überweisungsträger sowie der Missbrauch von Konto- oder Verfügungsberechtigungen. Er kündigte an, "mit der Staatsanwaltschaft zusammen um eine Rehabilitierung" kämpfen zu wollen, und sein Gemeinderatsmandat vorläufig ruhen zu lassen. Beobachter innerhalb der CDU werteten die Presseerklärung beziehungsweise die in ihr gebrauchten Formulierungen nach ka-news-Informationen als indirektes Schuldeingeständnis.

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