Karlsruhe Ex-Steffi wieder besetzt

Die Hausbesetzer wollen bleiben, bis eine Ersatzbleibe gefunden ist (Foto: ka-news)
Seit heute ist die Ex-Steffi wieder besetzt. Die Frist zur Räumung des Hauses südlich des Hauptbahnhofes ist heute Nacht verstrichen, ohne dass die Bewohner das Gebäude verlassen haben, so wie von der Stadt gefordert.

Eine aufgebaute Barrikade in der Zufahrt des Hauses kündet von der Besetzung. Dahinter stehen, auch bereits frühmorgens, dick eingepackte Menschen in der Kälte um eine brennende Tonne herum. Die Stimmung ist eindeutig. Die Besetzer wollen das Gebäude nicht verlassen, nicht jedenfalls, bis eine ihrer Meinung nach geeignete neue Bleibe gefunden wurde. Die Besetzer suchen bereits seit zwei Jahren nach einem geeigneten Objekt, bislang jedoch ohne Erfolg. "Wir fordern von der Stadt Zeit, bis wir ein neues Haus gefunden haben, das geeignet ist", meint Lea, die nun auch wieder zur Hausbesetzerin wurde.

Suche nach neuer Bleibe schwierig

Mehrere Immobilien seien in der Auswahl, das Finanzierungskonzept stünde auch. "Entweder wir kaufen oder wir mieten es", sagt Lea. Aber es brauche nun einmal Zeit dafür, bis Formalitäten zur Finanzierung geklärt seien. Mit Hilfe des "Mietshäuser Syndikats", einer Initiative zur Unterstützung von selbstverwaltetem Wohnen soll der Fortbestand der Ex-Steffi letztlich gesichert werden. Das könne drei Monate dauern oder wie in einigen Fällen bis zu einem Jahr. Diese Zeit haben die Hausbesetzer jedoch nicht mehr. Die Stadt hat eine bereits beantragte Fristverlängerung bis Ende dieses Jahres nicht akzeptiert.

Die Barrikade steht bereits (Foto: ka-news)
Die Suche nach einer neuen Immobilie gestaltet sich aufgrund des Konzepts, nach dem die Ex-Steffi finanziert wird, schwierig. Derzeit kommen die finanziellen Mittel für Miete und angeschlossene Kulturveranstaltungen wie Konzerte von dem Geld, das die einzelnen Bewohner des Hauses zahlen. Somit braucht die Ex-Steffi ein Haus, das Wohnen und Veranstaltungen gleichzeitig ermöglicht. Die von Sozialbürgermeister Harald Denecken zusammen mit den in der Ex-Steffi Lebenden jüngst besichtigte Halle im Rheinhafen (ka-news berichtete) erfüllte diese Bedingung nicht. Wohnen war dort nicht möglich.

In einem Gespräch mit ka-news erklärt Denecken, die Ex-Steffi wolle der Stadt bis morgen, 15 Uhr, ein geeignetes Objekt vorschlagen. Dann könnte die Stadt als Vermittler auftreten und so vielleicht doch noch eine erzwungene Räumung verhindern. Bis dahin, versichert Denecken, werde die Stadt nichts unternehmen.

"Wir befürchten, dass uns die Heizung abgedreht wird"

"Wir treten auf der Stelle", sagt Lea, "die Stadt hat alle Angebote von uns in den Wind geschlagen." Auch ein Kaufangebot seitens der Ex-Steffi wurde abgewiesen. Die Stadt hat bereits eine andere Verwendung für das Gelände vorgesehen. Die wird jedoch von den Menschen in der Ex-Steffi nicht gesehen. "Es gibt derzeit keinen Bedarf für das Gelände, die Stadt will uns einfach nur weghaben", meinen die Besetzer und verweisen auf die nebenan auf dem Gelände lebenden Künstler. Die dürften dort bis drei Monate vor Baubeginn leben, ein Zugeständnis, das der Ex-Steffi, die ebenfalls aktiv am Karlsruher Kulturleben teilnimmt, nicht eingeräumt wurde.

Die Stadt hat den Besetzer erklärt, dass nun alles den "geordneten" Gang gehe. Vor der drohenden Räumung wird zuerst ein Gerichtsvollzieher der Wohngemeinschaft erklären, dass sie das Haus zu räumen habe. Sollten die Besetzer dieser Weisung nicht nachkommen, wird Amtshilfe angefordert. Vor einer Räumung würde diese schriftlich angekündigt werden. Schon davor könnte es aber ungemütlich werden. "Wir befürchten, dass uns nun die Heizung abgedreht wird", unkt einer der Besetzer.

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