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Karlsruhe Ex-Frau von FlowTex-Chef schweigt zum Prozessauftakt

Der Prozess gegen die Ex-Frau des FlowTex-Betrügers Manfred Schmider hat zwar heute nach mehrfacher Verzögerung begonnen. Dennoch ist zum Auftakt des Geldwäsche-Prozesses vor dem Landgericht Karlsruhe nicht viel passiert.

Nach nur fünfzehn Minuten war der erste Prozesstag schon wieder vorbei. Zunächst hat die Staatsanwaltschaft die Anklageschrift gegen die Ex-Frau des FlowTex-Betrügers Manfred Schmider verlesen. Der 63-Jährigen wird vorgeworfen, nach der Verhaftung ihres damaligen Ehemanns im Februar 2000 fünf Millionen Schweizer Franken (3,3 Millionen Euro) von einem Konto abgezweigt zu haben. Außerdem soll sie ein Chagall-Gemälde ihres Mannes für die Absicherung ihres privaten Vermögens entwendet haben. Nachdem die Angeklagte zu den Vorwürfen keine Angaben machen wollte, war der erste Tag vor Gericht auch schon wieder vorbei.

Scheidung sichert das Vermögen

Der FlowTex-Fall schrieb als größter Wirtschaftsbetrug in Deutschland Kriminalgeschichte. In den neunziger Jahren hatte Manfred Schmider Scheingeschäfte mit nicht vorhandenen Horizontal-Bohrgeräten betrieben und damit ein Vermögen gemacht. Der Ex-Mann der Angeklagten ist bereits rechtskräftig verurteilt. Zwölf Jahre sollte Schmider wegen Milliardenbetrugs hinter Gitter. Nach nur sieben Jahren Haft kam er im Jahr 2007 frei. Mittlerweile führt der 60-Jährige wieder ein Luxusleben auf Mallorca, angeblich gemeinsam mit seiner geschiedenen Frau.

Die Trennung klingt wie ein guter Plan: In den Neunzigern bereits überwies Schmider seiner Frau mehrere Millionen Euro. Dann vereinbarten sie Gütertrennung. Als der FlowTex-Betrug aufflog, kam die Scheidung. Inge H., die nach der Trennung ihren Mädchennamen wieder angenommen hat, zog daraufhin mit ihrem Vermögen in die Schweiz. Seither wollen ihr der Insolvenzverwalter und die Staatsanwaltschaft nachweisen, dass sie Geld und Sachwerte ihres Mannes unerlaubt an sich genommen hat. Bisher zieht sich das Verfahren.

Ex-Mann verweigert die Aussage

Zweimal bereits musste der Verfahrensbeginn gegen Inge H. verschoben werden. Im Mai hatte sich die Angeklagte krank gemeldet. Der Termin im Juni platzte, weil die Angeklagte überraschend ihrem Anwalt das Mandat entzogen hatte. Dem neuen Verteidiger musste das Gericht eine Einarbeitungszeit in die umfangreichen Verfahrensakten zugestehen.

Nach dem kurzen Start am Dienstag soll der Prozess jetzt endlich in Gang kommen: In den nächsten Tagen steht die Vernehmung von neun Zeugen auf dem Plan des vorsitzenden Richters. Manfred Schmider selbst, will nicht als Zeuge vor dem Landgericht erscheinen. Er hat von seinem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch gemacht. Das Urteil wird im Oktober dieses Jahres erwartet.

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Kommentare (3)
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  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (1203 Beiträge)

    25.08.2009 14:57 Uhr
    "Frauen"..
    typisch deutsche Justiz,..wie gehabt, die "lieben" Frauen werden in Deutschland eben immer nur sehr zögerlich angeklagt..sie kommt bestimmt mit einer Bewährungsstrafe davon..
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  •   ka87
    (532 Beiträge)

    25.08.2009 13:25 Uhr
    ...
    na klar! Alles kalkuliert...und im Knast gings im ja auch nicht schlecht! Wurde ja teilweise beurlaubt um in Nobelrestaurants mit der familie zu feiern! Und das geilste an der Sache ist das die ganzen Millionen in Malle verprasst werden! Und in Deutschland kein Cent in den Wirtschaftskreislauf fließt!
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  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (69 Beiträge)

    25.08.2009 13:14 Uhr
    Nicht schlecht
    Geld auf die Seite geschafft und nach ein paar Jahren Knast, den Wohlstand geniesen. Da hat der Schmieder ja alles richtig gemacht.
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