Karlsruhe Erster Queergottesdienst

Einen gemeinsamen Gottesdienst feiern Lesben und Schwule am kommenden Sonntag, 9. Oktober, 18 Uhr, in der altkatholischen Kirchengemeinde "Christi Auferstehung" am Ökumeneplatz in Karlsruhe. Zum "Queergottesdienst", dem ersten dieser Art in Karlsruhe, sind nicht nur Schwule und Lesben eingeladen, sondern jede und jeder. Angehörige aller Konfessionen heißt die ökumenische Projektgruppe, die den Gottesdienst in Form einer evangelischen Abendmahlsfeier vorbereitet, ausdrücklich willkommen. Anschließend gibt es ein Treffen im Gemeindehaus der altkatholischen Gemeinde.

"Queergottesdienste" sind zunächst alle zwei Monate jeweils am zweiten Sonntag geplant; das nächste Mal findet er am 11. Dezember, dem dritten Adventssonntag, in der Johannis-Paulus-Kirche statt. Im Englischen bezeichnet das Wort "queer" Handlungen oder Personen, die vom Üblichen abweichen. Ursprünglich drückte der Begriff vor allem die Ablehnung oder eine negative Einstellung gegenüber der Abweichung beziehungsweise dem Abweichler aus. Zunächst ein gebräuchliches Synonym für "gay" wird queer heute als Sammelbegriff nicht nur für Homosexuelle, sondern (unter anderem) auch für Inter- und Asexuelle, Transgender und auch Heterosexuelle gebraucht.

Nach Angaben der ökumenischen Projektgruppe gibt es mittlerweile in gut einem Dutzend Städten in Deutschland so genannte Queergottesdienste. Schwule und lesbische Christen, die in ihren Kirchen häufig auf Unverständnis und Ablehnung stoßen, schaffen sich so einen Rahmen, in dem sie ihrem Glauben Ausdruck geben können. Auch in Karlsruhe sollte es diese Möglichkeit geben, meinen die Organisatoren; mit ihrem neuen Angebot wollen sie eine bestehende Lücke schließen.

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