Karlsruhe Entscheidung zur Kombilösung

Zuerst kommt die U-Strab an die Reihe (Grafik: Kasig)
Neben der Frage, wo der KSC in Zukunft Fußball spielt (ka-news berichtete), wurde in der Gemeinderatssitzung am gestrigen Dienstag ein weiteres Thema behandelt, das Karlsruhe bewegt: die umstrittene Kombilösung (ka-news berichtete). Die klare Mehrheit sprach sich dafür aus, dass zuerst der Umbau der Kaiserstraße erfolgen soll.

CDU, SPD, FDP und Oberbürgermeister Heinz Fenrich stimmten für diese Reihenfolge, die Grünen, die Karlsruher Liste (KAL) sowie Die Linke waren dagegen. In rund einem Jahr fällt damit nach derzeitiger Planung in der Kaiserstraße mit der U-Strab der Startschuss für das Projekt. Achim Winkel, Pressesprecher der Karlsruher Schieneninfrastrukturgesellschaft (KASIG), hatte gegenüber ka-news bereits vergangene Woche Dezember 2009 als möglichen Starttermin genannt (ka-news berichtete). Erst nach der Stadtgeburstagsfeier im Jahr 2015 folgt die Umgestaltung der Kriegsstraße, die 2020 abgeschlossen werden soll.

Situation in der Kaiserstraße "unzumutbar"

"Die Kombilösung besteht aus zwei Teilen, die untrennbar miteinander verbunden sind", erklärte Fenrich wieder einmal zum Auftakt der zum Teil recht hitzigen Diskussion. Beide Vorhaben würden umgesetzt, anders lautende Behauptungen seien "falsch". Die Anhänger der Version "U-Strab zuerst" führten verkehrliche, städtische und wirtschaftliche Vorteile ins Feld. Die SPD-Fraktionsvorsitzende Doris Baitinger bezeichnete die Zustände in der Kaiserstraße als nicht mehr tragbar: "Die Straße ist derzeit nicht fußgängerfreundlich, was sich mit dem Tunnel ändert."

Die Umgestaltung der Kriegsstraße soll erst im Jahr 2015 erfolgen (Grafik: Kasig)

Gabriele Luczak-Schwarz von der CDU schlug in die gleiche Kerbe, beschrieb die dortige Situation als "unzumutbar". Ihre Partei habe es schon immer für sinnvoller gehalten, mit der U-Strab zu beginnen, was die Untersuchungen mittlerweile bestätigten. "Wer heute eine Vertagung der Entscheidung fordert, stellt das Projekt als Ganzes in Frage", wetterte zudem Rita Fromm (FDP) - und schoss damit in Richtung der Grünen und der Anwälte der betroffenen Einzelhändler (ka-news berichtete).

"Umbau der Kriegsstraße wird von der Bevölkerung gewünscht"

Grünen-Fraktionssprecherin Bettina Lisbach wollte keinen Beschluss, so lange die Kostenschätzung nicht vorliegt und sprach sich darüber hinaus klar für einen Baubeginn in der Kriegsstraße aus. Das sei sinnvoller und nicht zuletzt das "Konsensprojekt", welches auf breite Zustimmung in der Bevölkerung stoße. Millionenschwere Maßnahmen seien nötig gewesen, um den Bürgern die U-Strab schmackhaft zu machen.

Eberhard Fischer (KAL) setzte ebenfalls auf diese Reihenfolge. "Der Umbau der Kriegsstraße wird von der Bevölkerung gewünscht", pflichtete er bei. Die Umgestaltung könnte bis 2015 abgeschlossen und damit der Stadtgeburtstag aufgewertet werden. Niko Fostiropoulos von der Linken hingegen hielt beide geplanten Tunnel für falsch und lehnte die Kombilösung ab.

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