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Karlsruhe Einrichtung in Karlsruhe: Weiter Ringen um Verordnung für ersten Drogenkonsumraum

Karlsruhe wartet noch immer auf grünes Licht für den landesweit ersten Drogenkonsumraum. Dafür braucht es eine Verordnung. Um die ringt die grün-schwarze Landesregierung noch immer.

Die Landesverordnung für den ersten baden-württembergischen Drogenkonsumraum lässt weiter auf sich warten. "Die Kabinettsvorlage befindet sich noch in der Ressortabstimmung mit dem klaren Ziel, einen Drogenkonsumraum in Karlsruhe einzurichten", sagte eine Sprecherin des grün geführten Sozialministeriums. Im Kabinett behandelt werden könnte das Thema dem Vernehmen nach am 26. März.

Ursprünglich sollte die Verordnung schon Anfang des Jahres das Kabinett passieren. Gründe für die Verzögerung nannten weder das Sozialministerium noch das Innen- und Justizministerium (beide CDU). "Wir sind noch in der Abstimmung", sagte dazu nur ein Sprecher des Innenministeriums.

Die Stadt Karlsruhe wartet schon seit Monaten auf die Landesverordnung. Sie will den landesweit ersten Drogenkonsumraum schaffen. In ihm sollen Schwerstabhängige mitgebrachte Rauschmittel wie Heroin und Kokain unter hygienischen Bedingungen und unter Aufsicht von geschultem Personal konsumieren können.

"Damit wird es einerseits möglich, mit schwer Drogenabhängigen in Kontakt zu kommen, ihnen Hilfsangebote zu unterbreiten und ihre Lebenssituation zu verbessern", erläuterte Oberbürgermeister Frank Mentrup (SPD). Andererseits entlaste es Anwohner, die unter der illegalen Drogenszene am Karlsruher Werderplatz leiden.

Die "Fixerstube" ist in der grün-schwarzen Landesregierung umstritten. Sozialminister Manne Lucha (Grüne) stand von Anfang an hinter dem Karlsruher Anliegen. Bedenken hatten vor allem die CDU-Landtagsfraktion und das Innenministerium. Der Karlsruher Gemeinderat hatte schon im vergangenen Frühjahr überraschend einmütig dafür gestimmt.

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Kommentare (11)
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  •   Mondgesicht
    (1999 Beiträge)

    19.03.2019 08:51 Uhr
    Entlastung der Anwohner?
    Wohl eher eine Verlagerung der Szene. Die Probleme werden sich ja dadurch nicht in Luft auflösen.
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  •   patrickkk
    (1209 Beiträge)

    18.03.2019 12:01 Uhr
    ...
    Das Thema Drogenkonsumraum ist jetzt auch bald 20 Jahre alt, und wir warten immer noch auf Landesverordnungnen.

    Ein Paradebeispiel für den Umgang unserer Politik mit Suchtmitteln/Süchtigen. Unser Bundesbeauftragte für Drogen ist sich zu schade sich über das Thema zu informieren, unsere "christliche" Bundespartei kennt nur gleichgültigkeit (und Strafe), für Nächstenliebe kein Platz. Vom massenhaften Konsum von Suchtmitteln auf deren Parteitagen ganz zu schweigen, nur eben "das richtige".

    An jüngere Leser: Gibt euch nicht dem Stoff her, wenn es schief läuft und ihr am Boden seit wird von unserem Staat nur getretten.
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  •   malerdoerfler
    (5136 Beiträge)

    18.03.2019 18:18 Uhr
    Kommt jetzt schon ein wenig drauf an
    welcher Stoff hier gemeint ist.

    Dass der Staat nur tritt - das möchte ich doch bezweifeln.
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  •   dipfele
    (5209 Beiträge)

    18.03.2019 19:37 Uhr
    Warum werden.....
    …. diese Drogen nicht auch legalisiert wie Alkohol und dann kräftig besteuert? Da könnte der Staat noch was vor dem Drogentot verdienen. Die Kriminellen Topverdiener wären ausgeschaltet.
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  •   linkesocke
    (98 Beiträge)

    18.03.2019 11:43 Uhr
    Bezweifle
    dass das viel bringt. Das Alkoholverbot am Werderplatz interessiert auch niemanden. Da wird fröhlich weiter gesoffen wie eh und je.
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  •   zahlenbeutler
    (1157 Beiträge)

    18.03.2019 12:21 Uhr
    das Alkoholverbot Werderplatz
    gilt ab 01.04.2019
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  •   VielVorNixDahinter
    (214 Beiträge)

    18.03.2019 13:52 Uhr
    Und das, obwohl ...
    ... es seit eh und je Saufstuben gibt. Selbst in den USA zu Zeiten der Prohibition.
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  •   malerdoerfler
    (5136 Beiträge)

    18.03.2019 18:16 Uhr
    Meinst du,
    dass dann trotz Drogenkonsumraum weiterhin in der Öffentlichkeit Drogen konsumiert werden?
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  •   VielVorNixDahinter
    (214 Beiträge)

    19.03.2019 07:37 Uhr
    Letzten Endes, ja.
    Offiziell eingerichtete Konsumräume werden im öffentlichen Drogenkonsum eine vorübergehende Delle erzeugen. Die wird als Erfolg gefeiert und danach intererssiert sich keiner mehr, wenn der Alltag einkehrt. In offiziellen Konsumräumen werden gewisse Strukturen und Regeln gelten (müssen). Struktur und Drogenabhängigkeit sind zwei Dinge, die auf Dauer schwer in Deckung zu bringen sein dürften. Der DBV (deutscher bürokratischer Vorschriftensalat) wird das noch befeuern.

    Das Beispiel mit den "Saufstuben" sollte lediglich darauf hinweisen, dass es gerade in Karlsruhe genügend Lokale gibt, in denen man Alkohol konsumieren könnte, ganz legal, und auch schon immer konnte - und wir dennoch an Haltestellen, Brunnen, Sitzecken etc. auf Schnapsleichen stoßen oder solche, die das partou werden wollen.
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  •   VielVorNixDahinter
    (214 Beiträge)

    19.03.2019 07:45 Uhr
    Nachtrag
    Erstens fehlt bei partout oben ein "t" /Klugscheißermodus aus

    Die Babyklappen, die auch kaum angenommen werden, sind ein weiteres Beispiel für einen im Grunde sehr sozialen, hilfreichen und ehrenwerten Ansatz. Dennoch scheint es eine Schranke zu geben sie anzunehmen, die man entweder nicht erkennt oder nicht abbauen kann.
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