Karlsruhe Eine Behördentradition geht zu Ende

Nach rund 55 Jahren geht in Karlsruhe eine lange Behördentradition zu Ende: Das Amt für Verteidigungslasten, das verwaltungsmäßig bei der Stadt Karlsruhe angegliedert war, wird zum 31. Dezember 2002 aufgelöst. Ausschlaggebend dafür war, die vom Bundesministerium der Finanzen initiierte Neuorganisation der Verteidigungslasten-Verwaltung.

Danach werden die Aufgaben der bisherigen Ämter für Verteidigungslasten bundesweit auf die Oberfinanzdirektionen Erfurt, Koblenz, Magdeburg und Nürnberg übertragen. Für die zuletzt 13 Mitarbeiter des Karlsruher Amtes wurden bei der Stadtverwaltung neue Arbeitsplätze vermittelt. Der Amtsleiter und ein weiterer Mitarbeiter werden in den einstweiligen Ruhestand versetzt.

Eingerichtet wurde das Amt 1947 als Besatzungskostenamt. Es hatte die Aufgabe, die Abrechnung und Auszahlung der Löhne an die Zivilbeschäftigten der Besatzungsstreitkräfte durchzu-führen. Mit dem Ende der Besatzungszeit am 5. Mai 1955 kam als neue Aufgabe die Regulierung der Truppenschäden hinzu. Mit dem Beitritt der Bundesrepublik Deutschland zur NATO und der Ratifizierung des NATO-Truppenstatuts wurde aus der bisherigen Dienststelle das Amt für Verteidigungslasten. Es war zwar verwaltungsmäßig bei der Stadt Karlsruhe angegliedert, unterstand aber der Fachaufsicht des Finanzministeriums.

Nachdem die Karlsruher Behörde 1991 die Ämter für Verteidigungslasten Mannheim, Heidelberg und Freiburg übernommen hatte, wurde es zugleich für die Regierungsbezirke Karlsruhe und Freiburg zuständig. Seine Aufgabe bestand seither in der Regulierung von Truppen- und Manöverschäden und außerdienstlichen Schadensfällen sowie in der Prozessvertretung der Bundesrepublik Deutschland für die Stationierungsstreitkräfte in Zivil- und Arbeitsgerichtsprozessen und in der Verrechnung von Mieten und Pachten für den Liegenschaftsbedarf der Streitkräfte.

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