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Karlsruhe Durlacher Sportpark Untere Hub: "Es wird keine Enteignungen geben"

Seit nunmehr fast 20 Jahren wird in Durlach der Umzug der Sportvereine ASV, DJK und TC Durlach aus dem Zentrum des Stadtteils in die "Untere Hub" diskutiert. Damit nun endlich Bewegung in die Planungen kommt, hat sich die Gemeinderatsfraktion der SPD am Freitag über dieses Karlsruher Großprojekt informiert.

Der Einladung der SPD-Fraktion waren auch Wolf-Dietrich Gierth und Bernhard Eldracher vom Liegenschaftsamt der Stadt Karlsruhe gefolgt. Beide erklärten vor Ort die komplexen Eigentumsverhältnisse auf dem Areal, die dafür sorgen, dass derzeit ein gewisser Planungsstillstand herrscht. Ein Problem: So mancher Eigentümer stellt sich noch stur.

Zwar konnten bereits einige Grundstücke angekauft werden und die Turnerschaft Durlach, die bereits heute an der "Unteren Hub" ihre Sportanlagen hat, ist ebenfalls bereit, sich dem Sportpark anzuschließen, aber es gibt derzeit noch sechs private Grundstückseigentümer, die nicht bereit sind, an die Stadt zu verkaufen. "Und so lange die Eigentumsverhältnisse dort nicht so sind, dass die Stadt handeln kann, wird an der 'Unteren Hub' gar nichts passieren", so Eldracher. Zwar habe man die Planung bereits ausgeschrieben, aktiv werde die Stadt aber erst, wenn sie Eigentümer des Geländes sei. 

"Das Wort Enteignung nehmen wir nicht in den Mund"

"Wir sind hier auch nicht die Planer, wir sind nur dazu da, um dafür zu sorgen, dass ein Areal für den Sportpark bereit steht", erklärte Gierth vor Ort die Aufgabe des Liegenschaftsamtes. Zu diesem Zweck gebe es verschiedene Schritte. Zuerst versuche die Stadt, die Grundstücke anzukaufen. Gelinge das nicht, wie im Fall der sechs Eigentümer an der "Unteren Hub", strebe man ein Bodenordnungsverfahren an, in dem die Eigentumsverhältnisse neu geregelt würden.

Im Tausch gegen die benötigten Grundstücke biete man den Eigentümern gleichwertige Grundstücke an. "So lange dies dem Gemeinwohl entspricht und logisch nachvollziehbar ist, müssen die Eigentümer mitmachen", so Gierth weiter. Als kleines "Schmankerl" überlege man derzeit, an das städtische Sportparkgelände angrenzende Grundstücke anzubieten, die dann ebenfalls als Sportpark genutzt werden könnten.

"Kleinere Anbieter, wie zum Beispiel Paintball, könnten dann dort direkt mit den privaten Eigentümern Pachtverträge schließen", so Gierth. Die daraus entstehenden Mieteinnahmen gingen dann an die Privateigentümer und die Stadt käme in den Besitz eines zusammenhängenden Geländes für den Durlacher Sportpark. "Das Wort Enteignung nehmen wir hier überhaupt nicht in den Mund. Erstens ist das rechtlich gar nicht machbar, zweitens wird es dazu nie kommen", wies Gierth derartige Gerüchte massiv zurück.

Umsetzung nicht vor 2020

Die SPD-Gemeinderatsfraktion zeigte sich der Sportpark-Idee nicht abgeneigt, zumal die Anlagen auch für den Schulsport genutzt werden könnten. Außerdem würde mit einem Umzug der Durlacher Vereine kostbarer Wohnraum im Herzen Durlachs entstehen. Der Verkauf dieser Wohngrundstücke würde zudem den Sportpark refinanzieren.

Bis es allerdings tatsächlich so weit ist, kann es noch eine Weile dauern. 2020 oder 2022 sind im Gespräch, wenn alles ohne weitere Verzögerungen läuft, früher wird es an der "Unteren Hub" in Durlach keinen Sportpark geben.

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  •   DonHasi
    (1008 Beiträge)

    06.07.2017 06:47 Uhr
    Enteignung - Wäre aber sinnvoll
    Wenn die 6 Eigentümer nicht verkaufen wollen und somit das Wohl der Stadt, seiner Bürger und der umliegenden Bürger die vielleicht allesamt verkaufen wollen gefährden. Ferner fügen Sie der folgenden Generation einen nicht ermessbaren Schaden zu, wenn Grundstücke durch Verweigerungshaltung dann aus einem später zu erstellenden Bebauungsplangebiet rausfallen. Dann hast du nämlich plötzlich kein Bauerwatungsland mehr, sondern nur ein Stück wertlosen Acker grinsen.
    Ich glaube, einen nachvollziehbareren Grund für eine Enteignung als die wissentliche und vorsätzliche Gefährdung des Gemeinwohls gibt es nicht.
    Ausser im derzeit grün-roten "Lummerland" unserer Verwaltung.
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  •   Ozeiger
    (1459 Beiträge)

    04.07.2017 23:11 Uhr
    Ein Sportpark
    steht sicher nicht in einem solch hohen Interesse, dass man dafür enteignen könnte. Und wenn ich dann noch Paintball lese...
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  •   A320
    (312 Beiträge)

    04.07.2017 23:38 Uhr
    .
    Scheinst den Artikel ja gelesen zu haben...
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  •   Ozeiger
    (1459 Beiträge)

    04.07.2017 23:52 Uhr
    Und
    warum nicht?
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  •   dipfele
    (5667 Beiträge)

    04.07.2017 22:48 Uhr
    Endlich hat jetzt mal .....
    .... die SPD vor Ort der "Unteren Hub" einen weiteren Anstoss gegeben. Wenn die 6 Eigentümer nicht verkaufswillig sind, dann muss eben schleunigst das Bodenordnungsverfahren eingeleitet werden. 20 Jahre
    Hinhaltetaktik sind einfach zu lange, das Wohnungsproblem drängt.
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  •   andip
    (9964 Beiträge)

    06.07.2017 08:54 Uhr
    Welches Wohnungsproblem
    Da sollen Sportplätze hin und keine Wohngebäude.
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  •   DonHasi
    (1008 Beiträge)

    05.07.2017 13:23 Uhr
    Bodenordnungsverfahren?
    Ist das sowas ähnliches wie der Regionalplan oder der Flächennutzungsplan?
    Danke schon mal für eure Mühe!
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  •   dipfele
    (5667 Beiträge)

    06.07.2017 00:01 Uhr
    eher...
    ... wie Baulandumlegung. Steht im Bericht aber drin.
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  •   Ozeiger
    (1459 Beiträge)

    05.07.2017 14:24 Uhr
    Das ist
    wenn dir für dein Grundstück das benötigt wird ein 'gleichwertiges' anderes Grundstück angeboten wird, deinem Nachbarn ebenso. Der verpachtet es dann an jemanden der eine Paintballanlage installiert und dein 'gleichwertiges' Grundstück daneben hat über Nacht den Wert von genau Null.
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